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Politik

Neuland: Europa und die digitale Abhängigkeit

Wenn es um die digitale Infrastruktur geht, sind wir Europäer offensichtlich noch in der Pubertät. Wir glauben schon reif für eigene Entscheidungen und ein selbst bestimmtes digitales Leben zu sein. Bekommen aber irgendwie keine digitale Strategie so richtig auf die Beine. Es werden Projekte wie Gaia-X und „Open Source Behörden“ geplant, scheitern aber an der Durchsetzungskraft und der eigenen Ahnungslosigkeit. Woher soll dieses Wissen auch kommen? Schließlich haben wir Jahrzehnte verschlafen und nicht begriffen, dass beispielsweise die Chipindustrie und eine adäquate Internetverbindung die Schlüsseltechnologien der Zukunft sind. Bis vor kurzem waren wir uns nicht einmal bewusst, dass die Amerikaner uns den digitalen Hahn abdrehen könnten, wenn wir nicht so funktionieren wie sie es gerne hätten. Nicht einmal Snowden und die 2019 eigeführten Sanktionen gegen Huawei haben uns aufwachen lassen. Erst die Pandemie und die Drohungen Trumps gegen deutsche Unternehmen, welche an der russischen Pipeline bauten, scheinen ein digitales Erwachen einzuleiten. Jahrzehnte haben wir dem neoliberalen Geschäftsmodel gefrönt und einen Technologie- und Wissensabfluss eingeleitet, der uns Jahrzehnte gekostet hat bzw. noch kosten wird.

Alltagsrassismus: Es sind immer die anderen

Gestern wurde ich mal wieder überrascht und habe dabei festgestellt, dass Alltagsrassismus und Diskriminierung offenbar jeden trifft bzw. treffen kann. Ich unterhielt mich mit einer Bekannten und wir kamen irgendwann auf unser Gesundheitssystem zu sprechen. In alter Manier kritisierte ich, dass der Kapitalismus in unserem Gesundheitssystem nicht zu suchen hätte. Die prompte Erwiderung meiner Gesprächspartnerin, du hörst dich ja an wie ein Ossi. Hm, dachte ich mir, woher kommt diese Einschätzung? Meine Ausdrucksweise entsprach nicht der eines Proleten und auch sonst wusste ich nicht was mich zu einem „Ossi“ machen würde. Ist es die momentane mediale Aufheizung durch die Äußerungen von Herr Wanderwitz oder sind wir als „Wessis“ und „Ossis“ immer noch nicht weiter. Ist Kritik am Kapitalismus und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft nur den Ostdeutschen zuzuordnen? Bemerkenswert empfand ich auch meine Gedankengänge zum Thema „Ossi“. Sind „Ossis“ Proleten oder bezeichnen wir, die „Besser-Wessis“, Systemkritiker, Proleten und Verlierer gerne als „Ossis“? Es ist so herrlich einfach, oder? Anscheinend erstickt man Kritik wohl am besten, in dem man nicht auf sie eingeht und den Gesprächspartner pauschal schon mal geringschätzt und in die eigene Schublade für „nicht Menschlich“ oder „Dumpfbacken“ einsortiert.

Impfneid und die Angst zu kurz zu kommen

Ich bin einer der wenigen, welche sich Impfen lassen könnten weil sie zu einer freigegebenen Gruppe gehören. Jedoch habe ich für mich beschlossen, eine Impfung erst einzuleiten, wenn alle berechtigt sind. Zum anderen boykottiere ich jedes Geschäft, welches mich zu einer Vorlage eines Tests oder der Nutzung einer App verpflichtet. Dazu kommen dann die Geschäfte, Einrichtungen und Länder welche auf eine Impfung bestehen. Es ist meine Solidarisierung mit denen die in unserer Gesellschaft und Wertegemeinschaft heruntergefallen sind. Für den einen mag diese Ansicht eher ein Zeichen von geistiger Unvernunft zu sein. Für mich gehört es eher zum guten Ton. Auch schätze ich mein Risiko zu erkranken als relativ gering ein, da ich eher selten engeren Kontakt zu anderen Personen habe. Von daher, sehe ich das alles nicht mehr so eng.

Inzidenz, Selbsttests und Ausgangssperren

Wir alle sind mittlerweile genervt von dem Geplänkel und dem Unwillen unserer Politiker die „richtigen“ Schlüsse aus der Coronakrise zu ziehen. Stattdessen sind unsere Volksvertreter viel mehr damit beschäftigt im Wahlkampfmodus sich selbst und den Anderen das Leben schwer zu machen. Wir haben nun mal eine Pandemie und wir alle müssen damit umgehen. Jedoch will der ein oder andere nicht wahr haben, dass ein Virus von Kontakten profitiert. Je enger wir aufeinander hängen, desto wahrscheinlicher ist eine Infizierung. Das eigentliche Problem an dem Virus, nicht jeder ist offensichtlich erkrankt. Dafür benötigen wir Teststrategien und vorausschauendes Handeln!