Friedrich Merz hat wieder einmal gesagt, was viele hören sollen, er selbst aber kaum kritisch hinterfragt hat: Das Stadtbild habe sich verändert bzw. es sei ein Problem. Ein Satz, der harmlos klingt – aber ein politisches Weltbild offenbart. Denn wer vom „Stadtbild“ spricht, meint selten Architektur. Gemeint sind Gesichter, Sprachen, Kleidung – kurz: Menschen. Und wer so redet, will keine Lösungen, sondern Emotionen. Man baut sich künstliche Feindbilder auf und stärkt damit genau die Parteien, die längst gegen unsere demokratische Grundordnung arbeiten. Anstatt sich darum zu kümmern, was unsere Gesellschaft wirklich spaltet, werden wieder einmal die Falschen zum Problem erklärt.
Ich rege mich regelmäßig über unsere schwarzen Freunde mit dem inzwischen braunen Anstrich auf. Wieder derselbe Sound: „Die Deutschen arbeiten zu wenig“, „Arbeitszeit rauf“, „Acht‑Stunden‑Tag weg“. Christliche Werte? Fehlanzeige. Statt die wirklich Schädlichen anzugehen – die Steuerflüchtlinge aus dem oberen Zehntel – geht’s auf die Schwächsten. Zahlenverständnis nahe Null: Die OECD‑Kennzahl „Arbeitsstunden pro Kopf“ wird zum Knüppel. Talkshows und Boulevard liefern die Begleitmusik. Kontext wird weggelassen, Absicht inklusive. „Stunden je Kopf“ sind kein Fleißmeter, sondern ein Mischwert aus Voll‑ und Teilzeit, Urlaub, Krankheit und Feiertagen. Die hohe Teilzeitquote, die Care‑Last und die Unterbewertung sozialer Berufe verschwinden aus dem Bild, damit das Framing hält. Produktivität pro Stunde? Egal, passt nicht zur Story. Genau deshalb sortieren wir das jetzt sauber.
Am 6. Mai 2025 wird Friedrich Merz wahrscheinlich zum Bundeskanzler gewählt. Er führt dann eine Koalition aus CDU/CSU und SPD, die nach dem Rücktritt der Ampelregierung eine knappe Mehrheit im Bundestag bildet. Robert Habeck ist nicht mehr im Amt. Was bleibt, ist ein energiepolitisches und industrielles Trümmerfeld – verursacht nicht von der Ampel, sondern durch eine jahrzehntelange politische Fehlsteuerung unter Merkel und der Großen Koalition. Auch wenn Merz Wirtschaftskompetenz unterstellt wird und er Deutschland wieder auf den Pfad der Industrialisierung führen soll, so habe ich noch nicht wahrgenommen, dass er etwas von Makroökonomie versteht. Positiv überrascht war ich, als im Eiltempo ein Konjunkturpaket beschlossen wurde, welches man noch mit der Ampel realisieren musste, da einem sonst die benötigten Mehrheiten gefehlt hätten.
Heute Morgen musste ich mir die Thesen von Jens Spahn anhören und habe dabei festgestellt, dass hier offenbar erhebliche Gedächtnislücken existieren. Während die CDU sich gerne als zukunftsorientierte Partei präsentiert, die wirtschaftliche Stabilität und Wohlstand sichern möchte, zeigen die Fakten ein ganz anderes Bild. Ein gern genutztes Narrativ: Die Grünen würden Deutschland deindustrialisieren, indem sie auf eine ambitionierte Klimapolitik setzen. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die CDU selbst maßgeblich dazu beigetragen hat, Deutschland in die aktuelle wirtschaftliche Schieflage zu führen.
Das wirtschaftliche Wachstum stagnierte bereits seit Jahren und wurde durch den Ukraine-Konflikt und die daraus resultierenden erhöhten Energiepreise weiter ausgebremst. Statt entschlossen gegenzusteuern, scheint die CDU lieber die eigene Rolle in früheren Wirtschaftskrisen zu verdrängen. Spahn selbst konnte sich anscheinend weder an die Krise von 2001 noch an die von 2008 erinnern und behauptete stattdessen, solche Zustände habe es noch nie gegeben.
Das Demonstrationsrecht ist eines der höchsten demokratischen Güter, die wir in Deutschland haben. Es ist verankert in Artikel 8 des Grundgesetzes und schützt das Recht der Bürgerinnen und Bürger, ihre Meinung öffentlich zu äußern und gegen Missstände zu protestieren. Gerade in einer Zeit, in der politische Entscheidungen immer wieder für Unmut sorgen, ist es unerlässlich, dass Menschen die Möglichkeit haben, sich friedlich zu versammeln und ihren Protest kundzutun. 1
Umso befremdlicher ist die aktuelle Einschätzung von Friedrich Merz, der die Demonstrationen vor dem Konrad-Adenauer-Haus der CDU als überzogen bezeichnete. Es wirkt, als wolle er das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit relativieren, wenn es gegen seine Partei gerichtet ist. Kritik ist ein essenzieller Bestandteil der Demokratie – sie auszuhalten, gehört zur politischen Verantwortung.
Ja, die hat an drei Stellen Federbeinchen und drei sind…..naja fest. Die neue sitz auf der Welle jetzt recht stramm.…
Moin Marcus, ich habe mir angewöhnt, ein paar typische Verschleißteile auf Reserve zu legen. So bin ich nicht auf kurze…
Hallöchen, bin auf der Suche nach dem Problem, Riemenscheibe Verzahnung innen gebrochen auf diese Seite gekommen. Ich habe eigentlich nur…
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Am 10.9.2025 würde das Verfahren eingestellt. Die Zustellung des Briefes erfolgte am 26.09.2025