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Informatiker als Architekten der Zukunft – II

Informatiker als Architekten der Zukunft – II

Krisen, Kriege, Drohgebärden und die Verrohung unserer Sprache, sind in der aktuellen Zeit zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Es kümmert auch keinen mehr, ob wir über mehr Krisenherde verfügen als zu Zeiten der Weltkriege. Rohstoffe, Handelssysteme und Politiksysteme, haben sich dem etablierten Standard unter zu ordnen. Ist dies nicht der Fall, wird mit allen Mitteln ein Umdenken bei den anders Denkenden forciert. Egal ob dies ein Land destabilisiert oder nicht. Keine Versöhnlichkeit, keine Kompromissbereitschaft und die fortwährenden Drohungen, haben mittlerweile ein Klima der Angst auf der ganzen Welt etabliert. Die ständige Präsenz von Drohnen über den Köpfen von Unschuldigen, welche einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort leben, tut ihr übriges dazu. Nun hat die Forschung an “intelligenten” Waffensystemen begonnen. Und diese hat sich auf die Informationstechnik gestürzt und bringt Stück für Stück, Systeme in die Reichweite unserer Politiker, welche nicht nur das Töten erleichtern werden. Wir haben noch nicht einmal abschließend die ethischen Fragen beantwortet, wenn es im Krieg überhaupt so etwas wie Ethik gibt.

Macht Informatik alles leichter?!

Vor einiger Zeit (Überbewertet: Künstliche Intelligenz) hatte ich mich mal darüber beschwert, dass Physiker keine Verantwortung für ihre Forschung übernehmen und es tolerieren zu Massenmördern geworden zu sein. Es ging um die Entwicklung der Nuklearwaffen. Heute muss ich meinen eigenen Berufszweig daran erinnern, dass auch wir nicht die Verantwortung abgeben können, was mit unseren eingerichteten Systemen bewerkstelligt wird. Totale Überwachung ist nur eines was uns massiv bedroht. Mittlerweile kommt auch das Töten über ferngelenkte und autonome Systeme dazu. Wir sind also in einem nicht unbedeutenden Maß daran beteiligt, Tötung und Unterdrückung von Menschen salonfähig zu machen und selbst zu Massenmördern zu werden. Kein Soldat muss sich, mit diesen Systemen, dem Graus des Krieges unmittelbar aussetzen. Keine posttraumatischen Erfahrungen mehr und einen ruhigen Dienstschluss. So macht Krieg doch richtig Spaß. Als Soldat soll und muss auch nicht hinterfragen, weil nur das übermittelt wird was benötigt wird, das Ziel. Und mal ehrlich, als Soldat ist man doch nur ein stumpfes Werkzeug, was zum töten bereit ist bzw. bereit gemacht wird.

Die Scheinheiligkeit

Ich kann mich noch daran erinnern, welch ein Sturm der Entrüstung durch die Medien gegangen ist. Weil in einem Spiel Zivilisten abgeschlachtet werden mussten, um die Mission zu beenden. Später wurde das Spiel dann entschärft und die Mission scheiterte, wenn man Zivilisten traf. Sehen wir Bilder aus Afrika oder anderen Krisengebieten, wo Kinder aus verschiedensten Gründen jämmerlich “krepieren”, passiert rein gar nichts.

Entschärfte Fassung von Call of Duty: Modern Warfare

Und wir Deutschen? Wir haben uns schön von Trump in Zugzwang setzen lassen, aktiver in kriegerische Handlungen einzusteigen. Und er reibt sich schön die Hände, weil er es geschafft hat sein finanzielles Problem über uns ausgelagert zu haben. Aber das konnte die USA, neben Russland, schon immer. Irgendwo einfallen, alles niederbrennen und sich dann vom Acker machen. Wir sollten nicht mal ansatzweise den beiden Streithähnen folgen, denn die reißen noch die ganze Welt aus den Angeln und zucken danach noch mit den Schultern. Das waren wir nicht!

Bei den neuen Waffensystemen, sieht es nicht anders aus. Hier sind die machthabenden Politiker Feuer und Flamme und würden diese System lieber gestern als morgen in Aktion sehen. Keine Fehlfunktion oder die Gefahr des Missbrauchs kann groß genug sein, um hier die Entwicklung zu stoppen bzw. einzuschränken. Stattdessen erntet man als Kritiker immer die selben Argumente. “Wenn wir das nicht machen, tun es andere.”, “Willst du, dass unsere Soldaten sterben?” usw… Ich liebe diese Sprüche: Nur weil andere aus dem Fenster springen, musst du ja nicht gleich hinterher springen. Du darfst deinen Schädel benutzen, auch wenn es manchmal etwas weh tut.

Auch wir, die Einwohner des Planeten, wollen uns nicht wirklich mit dem Thema auseinandersetzen. Und die Medien? Leises knarzen im Gebälk und sonst nichts. Krieg ist halt was völlig normales, um seine Ziele durchzusetzen. Die Rüstungsindustrie freut es, können sie doch richtig fett absahnen und sich erfreuen, wenn der nächste Konflikt auf der Tagesordnung steht. Wir brauchen uns jedenfalls nicht wundern, wenn die Jugend sich in den Schulen hinrichtet. Wir sind ihnen ja ein blendendes Beispiel und philosophieren in einigen Teilen der Erde darüber, Lehrer mit Waffen auszustatten, um Amokläufe zu beenden. Welch Geisteskind muss ich sein, um solch eine Idee in die Öffentlichkeit zu tragen? Ich würde mein Kind nicht in eine Schule schicken, wo ich mir im Klaren darüber bin, dass Lehrer mit Waffen in der Schublade für Ruhe und Ordnung sorgen.

Zensur statt Ursachenbekämpfung

Politiker und andere Interessenvertretungen sehen es eher als ihre Pflicht an, dafür zu sorgen das Bilder des Krieges nicht über das Netz an uns heran treten und jagen Personen die diese Missstände aufdecken. Ich habe schon diverses Bildmaterial gesehen, wo verschiedenste Aspekte der menschlichen Verrohung gezeigt wurden. Und ich bekomme regelrecht Anfälle, wenn ich mir die Kriegsbereitschaft unserer Politiker anschaue. Das Video “Collateral Murder” hat zu meiner Verwunderung, eher zu einer Verachtung von Whistleblowern geführt, als zu einer Verurteilung der Amerikaner. Bin ich im falschen Film oder muss man als Politiker so drauf sein? Das sich ein Soldat darüber erfreut, jemanden bei lebendigem Leib den Kehlkopf aufzuschneiden und danach dann noch den Kopf vom Rumpf trennt, kann ich aufgrund der Erlebnisse im Kriegsgebiet noch halbwegs nachvollziehen. Hier ist der pure Hass die primäre Triebfeder, aber was bitteschön ist mit unsern Politikern los? Ist es nicht die verdammte Aufgabe des Staates die Rahmenbedingungen gegen eine Verrohung der Gesellschaft zu schaffen bzw. solch eine Entwicklung zu verhindern?

Jeder geistig normal funktionierende Mensch, hat nach den Anschlägen auf die USA (2001) den Amerikaner gesagt, wenn ihr den Weg des Krieges geht, wird es nicht besser. Und was haben wir geschafft? Krisengebiete überall auf dem Globus. Das ist mal eine Bilanz, auf die wir alle richtig stolz sein können. Nicht nur, dass wir Terroristen einen erheblichen Zulauf beschert haben. Nein! Wir sind der festen Überzeugung, dass wir mit Krieg etwas verbessern. Ich weiß ja nicht wie ihr die Geschichte so seht, aber ich kann nicht erkennen, dass Kriege irgendwas verbessert haben. Vietnam beispielsweise, leidet immer noch unter dem damaligen Einsatz von “Agent Orange”. Und wenn wir das Dritte Reich nicht mit kriegsverlängernden Maßnahmen gestärkt hätten, wäre der Krieg schon viel früher Obsolet gewesen. Stattdessen zeigen wir immer subtiler, worum es uns wirklich geht. Das gute Öl! Wir wäre es denn mal, wenn die Politiker jedes Landes mal ihren Job machen würden. Ihr sollt reden, debattieren und streiten und euch nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen und daran forschen wie man das noch effizienter machen könnte.

Wirtschaft und Krieg

Stattdessen wachsen Firmen wie Pilze aus dem Boden, welche sich auf die Tötung von Menschen mit autonomen Systemen spezialisieren. Haben wir nicht andere Probleme? Des passt scho! Wir erfreuen uns lieber daran, Krisengebiete und Regime mit Waffen auszustatten, bei denen wir ganz genau wissen, wofür diese Waffen eingesetzt werden. Ja ja, Waffensysteme konnten wir Deutsche schon immer. Das wussten die Amerikaner schon immer. Unser damaliges Wirtschaftswunder beruhte zu einem nicht unerheblichen Teil auf der Rüstungsindustrie. Und dann stellen sich noch Rechtsextreme hier auf die Straßen und skandieren: “Das sind doch alles Untermenschen”. Sind wir es nicht, welche moralisch völlig versagen?

Wie können wir denn moralisch völlig versagen? Wir machen doch immer das Beste aus dem Leid Anderer. Schließlich sind wir doch alle nur Geschäftsmänner und aus dem Leid Anderer, schlägt man halt am meisten Kapital. Und genau deshalb, würde ich dieses Wort niemals für mich verwenden, auch wenn ich Selbstständig bin. Es ist für mich gleichzusetzen mit Asozial, Gier und Gleichgültigkeit. Und man kann so herrlich schön sauber bleiben mit diesem Wort.

Das Gedankenspiel

Ich bin ein Geschäftsmann! Ich bin der Geschäftsmann! Herrlich, dass geht runter wie Öl. Sehr schön, jetzt bin ich wieder bereit, mich dem Geschäft zu widmen… Wer hat noch nicht, wer will nochmal… Ich hab noch etwas Massenvernichtung anzubieten… Was? Du willst dir nicht die Soldaten zerkloppen, … da hab ich was aus dem Hause “Schlag sie alle nieder”. Eine Erfolgsmarke, die auf jahrelanger Tötungsexpertise aufbaut. Das mit der Politik regel ich schon, schließlich bin ich ja ein Stützpfeiler der Wirtschaft und die Herrschaften wollen ja auch wieder gewählt werden… Weißt doch wie das ist! Nen bissel Unterstützung hier und ne kleine Förderung da. Dann läuft das schon… Wie gesagt, mach dir keine Gedanken um das Embargo… Ich bekomm die Ware schon zu dir… Sag mal, wer ist denn dein nächstes Opfer?… Vielleicht kann ich denn ja noch finanziell schwächen. Ist doch auch in deinem Interesse… Na komm schon, stell dich nicht so an. Früher oder später bekomme ich das doch sowieso raus… Na siehste, klappt doch mit dir! Wir verstehen uns!

Radikalisierung

Wir, die Menschen, müssen wachsam bleiben. Wir dürfen nicht zu den selben Mitteln greifen wie der Staat. Gewalt löst keine Konflikte. Die Proteste in Hongkong beispielsweise werden immer radikaler, weil die Menschen dort den Mut verlieren und sich vom Staat provozieren lassen. Seit Monaten protestieren sie, werden immer wieder durch die Polizei angegriffen und ändern tut sich nicht wirklich was. Stattdessen fällt China nichts besseres ein, als Versammlungsverbote auszusprechen. Klar für mich ist es leicht darüber zu schreiben, wie man es besser machen kann. Aber auf den Zug des Staates aufzusteigen und Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen, macht es nicht besser. Stattdessen legitimiert man den Staat, mit mehr Gewalt zu agieren. Es wird nicht mehr lange dauern bis dort scharf geschossen wird. Das radikalisiert dann noch mehr usw…

Und was bringt es einem?

Gewalt produziert traurige und verletzte Seelen! Und den Schmerz möchte man teilen. Dem Einen reicht es, sich trösten zu lassen. Der Andere möchte dem verhassten Gegner zeigen, was er fühlt. Und genau dieser Weg, führt einen ins verderben, denn in der Regel kommt man da nicht mehr lebend heraus. Des Weiteren reißt man noch andere Personen in die Gewaltspirale und ist aktiv am sterben beteiligt.

Das Ergebnis sind verlorene Generationen.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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