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Über Zentralbanken und andere Banken – Krisen

Über Zentralbanken und andere Banken – Krisen

In dem Beitrag zur Giralgeldschöpfung, wurde primär die Beziehung der Geschäftsbank zur Nichtbank beleuchtet. Um zu verstehen, warum wir aktuell in einer Finanzkrise stecken. Müssen wir verstehen, warum die Realwirtschaft, für die Geschäftsbanken, keine Attraktivität mehr besitzt.

Böse Zungen würden behaupten, die Realwirtschaft hat überhaupt keine Bedeutung mehr für die Geschäftsbanken. Wie und warum, kam es zu dieser Abkopplung.

Fragte man einen Filialleiter einer beliebigen Bank, ob eine Bank von einer Insolvenz betroffen sein kann. So lautete die Antwort vor der Krise, dass wäre so gut wie unmöglich. Stichwort: Mindestreserve

Das Interbankensystem

Grundsätzlich funktioniert der 1. Geldkreislauf (Giralgeld der Zentralbank) wie der 2. Geldkreislauf (Giralgeld der Geschäftsbanken). Der Unterschied beläuft sich darin, dass die Geschäftsbanken als “Sicherheit”, Staatsanleihen und mittlerweile auch andere Wertpapiere, welche früher nicht akzeptiert wurden, bei der Zentralbank hinterlegen dürfen.

Das reicht aus, um die Aktiva der Geschäftsbank, zu Gunsten des Eigenkapitals, zu verlängern. Wir wissen, für eine solvente Bank, muss das Eigenkapital auf der Passiva stehen.

Mit der derzeitigen niedrig Zinsphase, kann sich jeder denken wohin die Reise geht. Wir fluten das Finanzsystem, um die Schulden und Guthaben zu verwässern.

Das Krisensystem

Aus der Videovorlesung, welche im oben genannten Beitrag enthalten ist, kann man heraushören wie und warum die Krise eingeleitet wurde. In der Vergangenheit, gab es schon öfter die ein oder andere Krise. Mal waren es Tulpen, Flussgeschichten oder Internetgeschichten.

Zentraler Bestandteil dieser Krisen war und ist immer die Gier und der Irrglaube, ich weiß zwar, dass irgendwann der Knall kommt. Dennoch, werde ich den Absprung schon schaffen. Selbst Mitarbeiter der Banken, scheinen diesem Irrglauben zu verfallen. Dies läuft dann so lange, bis dann, wie oben im Bild, nur noch der “nukleare Schatten” der Banken übrig bleibt.

Was zeichnet eine Finanz-Krise aus?

Von einer Finanzkrise spricht man, wenn das Vertrauen in das Geld verloren geht. Keine Bank, glaubt der anderen Bank, dass sie die offenen Kredite tilgen kann. Kommt dann noch die Nichtbank ins Spiel, ist die Katastrophe perfekt.

Jeder versucht seine Schäffchen ins trockene zu bringen und verschärft somit die Gesamtsituation in den Finanzinstituten. Die Bilanzen der Banken schrumpfen und die Bank rauscht in die Insolvenz.

Kommen dann noch der Zinseszins, Derivate und Inflation mit ins Spiel, kann man, aus meiner Sicht, von einem gewollten Systemfehler sprechen.

Zins, Zinseszins und andere Spielereien? Geld kann arbeiten?

Wir wissen, das der Zins, der Preis des Geldes ist. Was ist den nun der Zinseszins? Der Zinseszins tritt dann auf, wenn die Zinszahlung einer Anlage, zum Kapital hinzugefügt wird. Der Zinseszins ist sozusagen, das Ausgleichsinstrument zur Inflation. Er soll verhindern, dass die exponentielle Entwicklung der Inflation zu einer Entwertung des Kapitals bzw. der Schuld führt.

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In der Grafik kann man erkennen, wie Kapitalsteigerung funktioniert. Betrachten wir nun die inflationsbereinigten Kurven, ist die Steigerungsrate für den Zinseszins wieder Linear. Die inflationsbereinigte Kurve, für den Zins, sinkt im Wert.

Das aus meiner Sicht hervorstechendste Problem am Zinseszins, ist der Glaube, Geld könne arbeiten. Der Großteil der Bevölkerung glaubt daran das Geld sich auf wundersame Art und Weise vermehren kann.

Denkt man mal eine Sekunde länger darüber nach, begreift man recht schnell, dass die Gewinne aus dem Zinseszins von den armen Schluckern mit offenen Kreditforderungen erwirtschaftet werden. Wo ist den hier, die viel zitierte Chancengleichheit?

Inflationsbereinigte Werte

Die inflationsbereinigten Werte stellen die Kaufkraft bzw. die Wertentwicklung dar. D.h. ich habe zwar nach 50 Jahren 3.500 € (Zinskurve) auf dem Konto, aber die eigentliche Kaufkraft entspricht dem Wert 798.37 € zu Beginn meines Geldgeschäftes.

Bei der inflationsbereinigten Zinseszins-Kurve entspricht meine Kaufkraft nach 50 Jahren dem Wert 2.615,80 zu Beginn meines Geschäftes. Dennoch hat mein Konto nach 50 Jahren, einen Stand von 11.467,40 €.

Kleiner Ausflug zur Deflation

Dieses System funktioniert nur, wenn die Inflationsrate einen positiven Wert trägt. Andernfalls würden wir uns in einer Deflation befinden und unser derzeitiges System würde ad absurdum geführt werden. Kurz gesagt, die Anwesenheit jeglicher Werte, würde auch ohne Investitionen/Leistung eine Steigerung erfahren.

Schlussendlich, würden aber die Preise für Güter und Dienstleistungen fallen, da keine Notwendigkeit besteht jetzt zu kaufen bzw. zu investieren.

Derivate, Swaps und andere Krankheiten

Um dem Sog der Inflation und des Zinseszinses zu entfliehen, müssen die Banken also ständig für “freies” Eigenkapital sorgen. Schaffe ich es, als Bank, auch meine “schlechten” Kredite an den Mann zu bekommen. Minimiere ich folglich auch die Gefahr mein Eigenkapital zu beschneiden, wenn eine Forderung ausfällt.

Hierfür haben die Finanzinstitute diverse Produkte entworfen, um die Lasten im System zu verstecken bzw. im Endeffekt zu vergemeinschaften. Die Bank muss nur dafür sorgen, dass Abhängigkeiten konstruiert und Risiken auf viele Schultern verteilt werden. Die Schuld wird demzufolge unnartürlich lang am Leben gelassen, demzufolge auch die daraus resultierenden Gewinne.

Das Ende vom Lied

In der liberalen Ansicht vom freiem Markt, welcher sich selbst reguliert, wird niemals beachtet, dass die Größe der Mitspieler entscheidend ist für das funktionieren der Selbstregulierung.

Demzufolge musste in dieser Krise der Staat einspringen, um das Kippen des Systems zu vermeiden. Hier hat die Politik in vollem Umfang versagt, die steuerlichen Rahmenbedingungen begünstigen, auch jetzt noch, multinationale Konzerne und Banken.

Die viel zitierte auseinander driftende Schere zwischen Arm und Reich, soll die Besitzverhältnisse verbildlichen. Folglich steht dem Schuldenproblem, der Kapitalanwuchs gegenüber. Was die eine Seite beeinflusst, spiegelt sich auf der anderen Seite wieder.

Es existieren keine Zwänge, welche den Fluss des Geldes forcieren. Demzufolge können unsere 1% an Heuschrecken den Sog des Geldes vollumfänglich ausnutzen, um ihre Machtposition zu festigen. Die Zinslasten für den Rest der Welt, werden immer weiter steigen, bis die Staaten keine Handlungsfähigkeit mehr besitzt.

Im Klartext, gehen unsere Steuern irgendwann im vollem Umfang zur Zinstilgung drauf und unsere Politiker haben ihren eigenen Untergang unterzeichnet.

Spätestens jetzt kommen dann unsere Heuschrecken aus den löchern und finanzieren die “würdigen” Projekte. Wir werden also von ungewählten Gierschlunden beherrscht, welche nach alter Manier profitorientiert handeln. Wie das ausschaut, können wir an unsere Geschichte hautnah verfolgen.

Hier habt ihr mal eine Liste von Firmen welche verantwortungsbewusst handelten.

  • British Petroleum
    • Explosion in einer Raffinerie (Texas, 23.03.2005) – Hier wurden durch Einsparungen, mangelhafte Wartungsarbeiten und unbeachtete Sicherheitsvorschriften 15 Menschen getötet und 170 Menschen verletzt.
    • Deepwater Horizon (Golf von Mexiko, 20.04.2010) – Hier wurden durch Einsparungen, Zeitdruck unbeachtete Sicherheitsvorschriften und eine mangelhafte Eindämmung eine mir unbekannte Höhe an Toten geniert. Auch wurden Fischer mit Chemikalien besprüht, welche den Ölteppich auf dem Meer in kleine Tröpfchen wandeln sollten.
  • Deutsche Bahn AG
    • Judenverfolgung und Deportation (Deutschland, 1939 – 1945) – Juden mussten ihr “Vieh-Transport-Ticket” für das Vernichtungslager selbst kaufen.
    • Zugunglück von Eschede (Eschede, 03.06.1998) – Hier starben durch Einsparungen und mangelhafte Wartungsarbeiten 101 Menschen und 80 Menschen wurden verletzt.
  • Union Carbide (2001 übernommen von Dow Chemical)
    • Katastrophe von Bhopal (Bhopal, 03.12.1984) – Hier starben 3.800 – 25.000 Menschen an dem direkten Kontakt mit MIC. Auch hier waren Einsparungen und mangelhafte Wartungsarbeiten der Grund.
  • Tepco
    • Super-Gau in Fukushima (Fukushima, 11. März 2011) – Bisher unbekannte Anzahl an Todesopfern, weitere Todesopfer folgen durch Spätfolgen der radioaktiven Verseuchung. Auch heute, entsorgt Tepco kontaminiertes Wasser in den Pazifik. Eine Einpreisung von Nuklearkatastrophen ist zurzeit nicht möglich, da die Folgen und die Dauer der Katastrophe weiterhin bestehen. Hauptursache war hier die mangelhafte Risikobewertung und die daraus resultierenden baulichen Mängel (Energieversorgung). Natürlich aus Kostengründen.

Ich spare mir mal ein weiteres Aufzeigen von Firmen, denn ich denke, Ihr versteht was ich damit ausdrücken will. Natürlich haben auch Banken mit Unglücken und anderen Abartigkeiten ihr Geld verdient. Hier genügt nur der Blick auf die Judenverfolgung und die Geldmaschinerie des Dritten Reiches. Auch heute noch, erzielen beispielsweise schweizer Banken, von herrenlosen Konten gewinne.

Unser Finanzsystem der Spiegel unserer Gesellschaft

Verantwortung übernehmen scheint in unserer Zeit keine Rolle mehr zu spielen. Du kannst dich mit diversen Leuten unterhalten und jeder stimmt dir zu. Klar müssen wir was ändern, aber so lange die Politik nichts macht, sind wir machtlos.

Mein persönliches Unvermögen

Ich bekomme dann immer innerlich leichte Wutanfälle. Und sage mir immer, ist der so dämlich oder tut der nur so. Wir sind nicht mehr im kalten Krieg wo dir die Politiker erzählt haben, was richtig ist und was nicht.

Als Totschlagargument kommt dann immer, deine Kapitalismuskritik in allen Ehren, aber wir lassen uns nicht Gleich machen und der Sozialismus ist auch gescheitert. …Hä, kein Schwein hat von Sozialismus und Gleichheit gesprochen.

Begreife, dass für die meisten Kapitalismuskritik gleich zu setzen ist, mit Sozialismus und Diktatur. Für mich ist es das nicht, denn ich bin nicht mehr so indoktriniert wie meine Vorgenerationen. Im Klartext, sind wir schon so weit, dass unser “das haben wir schon immer so gemacht”, kein Nachdenken über Verbesserungen in diesem System zulässt.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende

Papa Staat hat immer gesagt die Russen und die Kommunisten sind böse und jetzt soll alles anders sein. Wir können doch nicht zu den Bösen gehören… Ne, aber zu denen die sich Instrumentalisieren bzw. sich gerne Geschichten erzählen lassen.

Sei es ein Verein, die Politik oder die Presse, irgendwo taucht immer eine aufhetzende Parole auf. Im 20. Jahrhundert waren es die Juden, im 21. Jahrhundert waren bzw. sind es Islamisten und Flüchtlinge, welche unseren Wohlstand gefährden.

Forscher haben herausgefunden, dass Menschen in “unsicheren” Zeiten größtenteils Fremdenfeindlich eingestellt sind. Vermutlich noch ein Überbleibsel aus unserer Urzeit. Eine kleine Parole, das Flüchtlinge unseren Obdachlosen das Essen klauen und schon rennen die Leute in Scharen auf die Strasse, skandieren mit brennenden Fackeln und Mistgabeln: “Tot den Fremden, die unsere Obdachlosen berauben.”

Niemand aus diesem Mob, hat vorher irgendetwas für Obdachlose getan bzw. mal eine Kleinigkeit zu essen bereitgestellt. Den eigentlichen Verursacher dieser Krise möchte keiner anfassen. Den Staat und seine Politik kann man nicht angreifen, dann geht man lieber auf die Schwächeren. Schließlich muss einer brennen und wen kümmert es, wenn “fremde” Kinder sterben (Solingen).

Grundsätzlich behaupte ich mal, es sind nur Ablenkungsmanöver und wir lassen uns schön hinter das Licht führen. Fakt ist, unser Handeln sorgt in der Welt für massive Probleme. Und dieser Umstand hängt direkt von unserem Geldsystem und deren Umgang damit ab.

Abschließend zitiere ich mal einem verstorbenen Vollblutkapitalisten, dessen Aussage schon einen Bart hat, der seinesgleichen sucht.

“Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.”

Henry Ford
Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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