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Berlin du forderst mich! Willst du mich auch begraben?

Berlin du forderst mich! Willst du mich auch begraben?

Nach meinem Unfall heute früh in der Graefestraße/Hasenheide und einigen Stunden Ursachenforschung. Stellte ich fest, dass meine Überheblichkeit eines der Probleme war, welche zu dieser überaus glücklich verlaufenden Situation geführt haben. Ich bin mit einer hinteren Golf-Tür kollidiert, als diese mich spontan begrüßen wollte. Ihr Begleiter war mehr als schockiert und verhielt sich angemessen. Auch ich war froh, dass ich keinen bleibenden Schaden an mir bzw. an meinem Rad festgestellt hatte. Mein Mitfahrer hatte die ganze Situation etwas bedrohlicher wahrgenommen, da ich doch einige Zeit benötigt habe um mich aus der Situation zu befreien.

Tagtäglich habe ich Situationen bei denen ich bis jetzt immer gut heraus gekommen bin. Nur dieser Zwischenfall hat mir schlagartig aufgezeigt, dass nicht alles beherrschbar ist. Eigentlich denkt so gut wie jeder, er habe sein Fahrzeug im Griff und kann auf die wildesten Situationen reagieren. Klar insgeheim weiß man, dass dies völliger Schwachsinn ist. Dennoch verhält man sich nicht so, als wenn man das Begriffen hat. Man kann sich nicht vorstellen, selbst verantwortlich zu sein, eine Situation herbei geführt zu haben in der Menschen sterben könnten. Standard-Handlungen, wie ein Tür öffnen, ein Telefonat oder quatschen töten doch keine Menschen. Klar können sie das und ich hoffe jeden Tag, dass ich keine dieser Situationen herbeiführe, wenn ich mich durch die Stadt bewege. Du kannst nicht immer zu 100% wachsam sein. Doch wenn wir alle Aufmerksamer wären, dann könnten wir auch eventuelle Fehler anderer abfangen bzw. verhindern. Es bedeutet aber auch, dass unser Städte angepasst werden müssten. Unübersichtliche Situationen welche auf Grund von Fehlern in der Städteplanung entstehen, müssten beseitigt werden.

Beispiele aus Berlin:

  • Gneisenaustr./Zossenerstr.
    verschwindet ein Fahrradweg hinter einer Bushaltestelle und verhindert, dass Fahrzeuge beim Rechtsabbiegen dich sehen können.
  • Tempelhofer Damm bzw. Mariendorfer Damm
    hier hat man durch die Bank wechselnde Spuren und erhöhtes Verkehrsaufkommen. Tagsüber fordern demnach die Kreuzungen erhöhte Aufmerksamkeit.
  • Karl-Marx-Straße
    ähnlich wie der T-Damm und als Addon mit Fahrzeugen in der 2. Reihe

Glücklicherweise gibt es in Berlin auch Wege, welche im Grünen und separat vom Autoverkehr verlaufen. Man muss sie suchen und in einigen Bezirken gibt es anscheinend keine angenehmen Fahrradwege. Eindeutig favorisieren tue ich aber die Randbezirke und das Umland von Berlin.

Auch weil man ständig Abgase im Zentrum einatmet welche einem gleich die Kraft ziehen, ganz besonders unangenehm sind 2-Takter, Busse und Dieselfahrzeuge welche nur in der Stadt benutzt werden. Es würde Berlin gut stehen, wenn wir mehr separate Radwege haben würden. Aber so lange die Politiker nicht selbst mal ein Rad in die Hand nehmen, sehen sie auch nicht was wirklich gebraucht wird. Wie kann ein Politiker welcher das Verkehrs-Ressort betreut so ignorant sein und sehenden Auges in sein verderben rennen. Ich brauche keine Dummschwätzer die zu allem eine Meinung haben, ich will Veränderungen in unserer Verkehrsinfrastruktur. Also mal ruhig die Limousine stehen lassen und selbst schnuppern! Aber so wie ich das sehe, steht ihr offensichtlich gerne im Stau. Ist der Tag schneller rum, man hat so herrlich wenig erreicht und man tut was “Gutes” für das Stadtklima. Wie wäre es denn mit Lobbyfahrten für Automobilhersteller die ihre Kunden betrogen haben. Pro Tausend verkaufter Schummeldiesel erhält man für sein Glanzunternehmen einen Tag Radfahren in Delhi. Wer dann noch Luft hat, um mit Politikern über höhere Schadstoffgrenzen zu verhandeln, sollte sie dann auch für die beworbene Fahrzeugklasse bekommen.

Es geht mir nicht um das Bekehren von Autofahrern, ich möchte eine Abtrennung vom Autoverkehr erreichen. Sollen die ewig Gestrigen im Stau bleiben, aber deswegen muss ich nicht mit bluten und mich außerordentlichen Gefahren hingeben! Jeder Autofahrer regt sich über den Stau auf und schiebt seine eigene Ignoranz vor sich her. Ist deswegen gereizt, macht Fehler und so weiter. Vor allem, wenn man dann beobachtet, wie verblödet einige Autofahrer an Kindern vorbei hämmern bzw. noch vor dem Kind den Fußgängerüberweg passieren müssen.

Ich hab genug… !!!

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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