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Five Eyes++: Verschlüsselung, als Gefahr für die öffentliche Sicherheit

Five Eyes++: Verschlüsselung, als Gefahr für die öffentliche Sicherheit

Ein neuer Appell unserer unkontrollierten Datenkraken macht seine Runden im Netz. Die primäre Rede, ist nicht von unseren “staatlich scheinreglementierten” Technologiekonzernen, wie Apple, Amazon, Google, Facebook usw. Nein, es geht um staatliche Übergriffe. Die Five-Eyes-Nationen USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland haben zusammen mit Japan und Indien, einen neuen Appell an die Digitalwirtschaft verfasst. Im Großen und Ganzen, beschweren sich darüber, dass die zunehmende Verschlüsselung der abgefischten Daten, ihren Austausch bzw. ihre Ermittlungen erschwert. Der an die Digitalwirtschaft gerichtete Wunsch lautet: Vernünftige, technisch machbare Lösungen bereitzustellen. Klartext? Ich und auch andere Mitstreiter lesen daraus, Verschlüsselung ist gefährlich und gehört aus Sicht unserer staatlichen Voyeure abgeschafft.

Technisch machbare Lösung?

Ich habe mich bereits häufiger über die Heuchelei unserer Staatsorgane, in Bezug auf die Datensicherheit, ausgelassen. Jetzt frage ich mich erneut, nach dem ich diesen Artikel auf Heise.de gelesen habe, was diese Forderungen auf die Verstümmelung meiner Rechte auf Datensicherheit sollen. Wie soll es eine technisch vernünftige Lösung geben, wenn man als Dienstleister dafür sorgen muss, den Staat in den Datenpool der Kunden einzuladen? Wie sollen Maschinen sicher funktionieren, wenn Manipulationsmöglichkeiten schon in der Basis implementiert sind. Es bedeutet für mich und auch andere Dienstleister, wir dürften die Daten nicht vor möglichen fremden Zugriffen schützen bzw. müssten diese nur verschleiern. So bezeichne ich jedenfalls eine Lösung, die eine knackbare Verschlüsselung darstellt. Folglich könnten wir wieder sämtlichen Datenverkehr im Klartext über das Netz jagen und jeder der etwas mehr Expertise besitzt, könnte mitlesen und daraus resultierend im Namen Dritter irgendeine Tat begehen, die im Namen des Ausgewählten vollzogen würde. Ich bekomme ich klassischen Sinne das Kotzen, wenn ich solche Mitteilungen von unseren Sicherheitsbehörden lese. Wie wäre es, wenn man mal Strukturen schaffen würde, die es Opfern oder Whistleblowern ermöglicht, ohne staatliche Repressionen Missstände aufzudecken? Aber dafür sind sich die Damen und Herren wohl zu fein. Nein, stattdessen ziehen wir Scheindebatten und verstümmeln die Rechtsstaatlichkeit in einem unerträglichem Maße. Julian Assange und Edward Snowden lässt grüßen!

Rechtsstaatlichkeit, aber bitte nur für die Anderen

Julian Assange, der wegen seiner Enthüllungen von den USA und deren Mittäter mehr als misshandelt wurde, kann ein Lied von mehreren Jahren auf diese Forderung singen. Mag man von ihm halten was man möchte, aber das was wir im Namen der Demokratie mit ihm angestellt haben, ist mehr als abartig. Von Schweden, bin ich in diesem Fall zum größten Teil enttäuscht, denn sie hätten sich nicht zum Spielball der Amerikaner machen müssen. Das Großbritannien der USA ohne Sinn und Verstand folgt, sind wir ja schon gewohnt. Aber auch wir Deutschen sind der Rechtsstaatlichkeit nur zu unserem eigenen Nutzen verpflichtet. Asyl für Edward Snowden? Lieber nicht, die USA könnte ja…

Aber bei Nawalny, da spielen wir wieder mit. Sind ja auch die Russen, die sich nicht benommen haben. Das Nawalny auch nicht ganz so sauber war, wird von unseren Medien nicht so breit getreten. Irgendwas mit homophoben und rechtsradikalen Äußerungen. Fakt ist, Russland hat nicht nur dieses Mal übergriffig gehandelt. Aber was unterscheidet Russland von den USA? Nichts, denn beide Staaten halt sich für das Alpha-Männchen. Der feine Unterschied liegt darin, dass wir nichts gegen die USA und ihre Verfehlungen unternehmen! Die USA angeklagt in Den Haag, wegen ihrer Kriegsverbrechen, sanktioniert einfach die Chefanklägerin und behauptet sie sei korrupt. Würde dieses Verhalten von einem anderen Land an den Tag gelegt, würden wir mit der gesamten Kriegsmaschinerie dort einfallen und den bzw. die Angeklagten aus dem Land zerren. Schöne Grüße aus dem Irak, welches seit dem Zwischenfall mit Saddam Hussein über keinen Rechtsstaat bzw. irgendwelche funktionierenden Sicherheitsorgane verfügt. Das hat die USA und die Koalition der Willigen doch super hinbekommen. Zusammen mit der Angst vor dem eigens verursachten Terror, müssen wir natürlich wissen was die Leute vor haben. Es kann ja nicht sein, dass sich ungerecht behandelte Personen auch noch zusammenrotten. In der Spirale des Hasses sind also nicht nur die Anderen beteiligt, wir schaffen jeden Tag einen neuen Anlass, dass irgendwo auf dieser Welt Menschen abgeschlachtet oder gequält werden. Aber hey, wir sind doch alle nur Geschäftsmänner.

Habe ich nichts zu verbergen?

Aufgrund der jahrelang anhaltenden Verfehlungen unser gesamten, im Geheimen agierenden, Sicherheitsapparate sehe ich nicht nur meine persönliche Sicherheit gefährdet. Tag für Tag, wird, von wem auch immer, versucht in fremde Systeme einzudringen. Einzelfälle sind das nicht, denn jeden Tag werden Systeme durch erfolgreiche Attacken übernommen. Die Angriffe sind vielfältig und nicht immer offensichtlich. Ich achte schon verstärkt darauf, ob ich Auffälligkeiten entdecke, ausschließen kann ich es jedoch nicht. Bei der Menge an betreuten Systemen, ist garantiert die ein oder andere staatlich kontrollierte Sicherheitslücke verfügbar. Jetzt muss ich mir auch noch Gedanken machen, welche Systeme ich austauschen muss, denn die amerikanischen Firmen werden garantiert einknicken und dem Staat eine Einladung zukommen lassen. Zusätzlich würschteln Staatsbedienstete aus Geheimdiensten, auch noch in den Open Source Projekten herum, die sie für vielversprechend erachten. Selbst bei Staatstrojanern funktioniert die Kontrolle nicht anständig. Firmen die Beauftragt wurden eine solche Software zu erstellen, verkaufen über wilde Firmenkonstrukte ihre Software an jeden der danach lechzt. Wohlwissend das diese Firmen gegen geltendes Recht verstoßen, denn diese Software unterliegt im Normalfall gewissen Exportbeschränkungen. Auf der Strecke bleiben wieder mal Personen, die eben diese Missstände aufdecken sollen. Einige Journalisten leben in der heutigen Zeit sehr gefährlich, wenn sie vernetzte Datentechnik benutzen. Aber auch wenn sie aufpassen und keine vernetzte Technik bei ihren Recherchen mitnehmen. Eine vorangegangene Suche bei Google, kann diesen Personen zum Verhängnis werden. Sucht man beispielsweise nach einer Adresse auf dieser Plattform und die Adresse wird danach in irgendeinem Sinn ermittlungstechnisch relevant, ist man dank des Datenaustausches mit in der Rasterfahndung drin.

Wenn es nach mir gehen würde, wären innerhalb kürzester Zeit alle Staatsvoyeure entlassen. Aber es geht halt im Leben nicht immer nach der eigenen Pfeife. Also müssen wir, die Bürger eines jeden Landes, uns zu Wehr setzen. Jedes System und jede Behörde kümmert sich, wie in der Medizin, selten um die Ursachen eines Problems. Es ist halt nicht so schwierig auf Symptome einzugehen. als nach dem Grund zu suchen. Folglich bekommt die parlamentarische Kontrolle es anscheinend nicht gelöst, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Sorgen wir dafür, dass diesen Leuten die Datengrundlage entzogen wird. Dann brauch ich mir auch nicht mehr in den Medien anhören, dass ein bezahlter Informant und dessen Empfänger, schon längst alles wussten und folglich selbst zu dämlich waren, die Tragweite ihrer eigenen Handlung zu begreifen. Wozu brauchen wir solche Vereine, wenn sie durch ihre technischen Spielereinen nichts bewirken oder eingreifen können, weil sie ihre manipulierte Datenquelle nicht gefährden wollen. Stichwort: Crypto AG. Böse Zungen würden jetzt vielleicht behaupten, es ginge den Sicherheitsbehörden, bei dieser Angelegenheit, überhaupt nicht um Aufklärung. Auf jeden Fall, wurde eine Menge Geld mit dieser Technik verdient.

Ich persönlich habe eine Beschreibung für Personen, welche über Wissen verfügen mit dem man grobe Straftaten und anderes Unheil hätte verhindern können. Einige Bestandteile dieser Beschreibung sind asozial, rückgratlos und kriminell. Den Rest könnt ihr euch denken. Als Krönung stellt sich dann noch ein Politiker vor die Kameras und schwafelt irgendetwas von: Das Wissen, welches ich besitze, könnte sie schockieren. Wenn ich die Zeit hätte, könnte ich mir jeden Tag irgendeinen Bullshit und anderen verstörenden Inhalt im Netz anschauen. Dafür brauche ich keinen Vormund! Persönlich favorisiere ich eher Personen, die etwas bewegen wollen. Das impliziert jedoch nicht, dass man Polizisten auf einem Bahnhof wie beispielsweise Flughafen Berlin-Schönefeld mit Maschinenpistolen herumrennen lässt. Vielleicht sollte man als Politiker mal eher daran denken und nicht an das gefüllte Bankkonto, welches von einem Lobbyisten versorgt wird.

Verschlüsselt was das Zeug hält

So lange wir, von unseren Staatsorganen und deren Verbündeten, bei dieser Frage nicht mit Rechtsstaatlichkeit rechnen können. Solltet ihr, also die Dienstleiter und Anbieter von Hard- und Softwaretechnik nicht weichen. Entwickelt euch und bildet euch weiter, ein System hundertprozentig abzusichern ist im Zusammenhang mit der Vernetzung nicht möglich. Seit Anbeginn der Zivilisation, gibt es Verschlüsselung und es war schon immer ein Katz und Maus rennen. Aber wir können es den übergriffigen Personen und Organen, mit maximaler Gegenwehr, so schwer machen wie es geht. Weiterhin sollten wir Strukturen entwickeln bzw. stärken, die es Leuten ermöglicht Missstände und Missbräuche aufzudecken. Die Staaten sind scheinbar nicht daran Interessiert das etablierte System zu verbessern oder haben besser gesagt keine Ahnung, wie sie gegen Korruption und andere Missbräuche vorgehen können. Man besitzt nicht einmal den Mut, eine Studie zur Radikalität von Sicherheitsorganen anzustoßen. Folglich müssen unsere Mathematiker und Programmierer an dieses Problem ran! Ich denke wir kommen mit Aufklärung, Transparenz und Sachverstand weiter als mit Waffen, Gewalt und elitärem Gehabe. Wenn wir uns mal anschauen, wo primär Missbrauch in jeglicher Form stattfindet, dann sind es eben diese Vereinigungen, die sich abschotten können und sich für etwas halten, was sie niemals leisten können. Stichworte: Polizei, Kirche, Geheimdienste, Internate, Militär usw.

Es sind nicht alle Politiker und Personen in den Sicherheitsorganen unfähig. Jedoch sind die Lautesten von ihnen, nicht immer mit Geist und Herzblut ausgestattet. Und wenn wir schon mal die Frage, nach dem Warum einer Verschlüsselung stellen. Eben diese, jetzt so laut herumkrakelenden, Organe haben erst dafür gesorgt, dass viele Personen verstanden haben, warum Verschlüsselung so wichtig ist.

Mein Appell an die Sicherheitsorgane lautet: Für die Gute alte Ermittlungsarbeit, gibt es keinen Ersatz. Schafft Strukturen die Möglichkeiten bereitstellt Missstände aufzudecken, denn es sind immer Personen daran beteiligt, welche ein System ausnutzen. Transparenz, wird aus meiner Sicht, das Eis auf dem sich solche Personen bewegen, sehr dünn halten.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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