• +49-331-585-07-544
  • info@daniel-schuppelius.de

Atypische Beschäftigung und der Mangel an Verantwortung

Atypische Beschäftigung und der Mangel an Verantwortung

Seit Jahren kämpfen Arbeitnehmer mit den Arbeitsbedingungen die ihnen geboten werden. Arbeitgeber erfreuen sich daran, immer weniger Verantwortung für ihre Mitarbeiter zu übernehmen und der Staat tut es ihnen gleich. Es gibt in der heutigen Zeit immer weniger Arbeitnehmer, welche einen geradlinigen Lebenslauf aufweisen können. Stattdessen ist der Lebenslauf mit Anstellungen gesäumt, welche nur 2 Jahre bzw. nur auf Projektarbeit beruhen. Dabei ist es egal ob man in die Beschäftigung der Privatwirtschaft oder in die des Staates schaut.

Eine Folge ist beispielsweise, immer mehr Menschen werden sich stabilen Familienkonstrukten verweigern, da sie der beruflichen Zukunft im Weg stehen. Wir fördern also Egoisten und generieren somit auch eine asoziale Grundhaltung in der Bevölkerung. Einige dieser Egoisten beschwerten sich schon damals, warum sie mehr Steuern zahlen sollten als die jenigen, welche so dämlich waren, sich ein Kind anzulachen. Es ist ihnen nicht gegeben, den Blick in diese Erfahrung schweifen zu lassen bzw. für jemand anderes einzustehen, da sie zu sehr mit ihrem eigenen Leben kämpfen. Allein die Angst vor dem finanziellen Druck beherrscht sie und dann noch ein Kind, dass ist Selbstmord auf Raten.

In Zukunft allein

Ist man dann noch in einen Unternehmen angestellt, welches mit Erfolgsdruck arbeitet. Wir das Leben, recht schnell kompliziert. Manche Zielvorgaben der einzelnen Führungspersonen sind so menschenverachtend, dass in der Regel nur wenige diesen Druck über Monate aufrecht erhalten können. Meine Faustformel, um diesem Umstand aus dem Weg zu gehen. Arbeite nicht für Aktiengesellschaften und Franchiseunternehmungen. Sind nicht alle so, aber der überwiegende Teil dieser Unternehmungen, beruht auf massiver Ausbeutung von menschlichen Ressourcen. Auch ich kann keinen geradlinigen Lebenslauf nachweisen, was mich mittlerweile auch nicht mehr stört bzw. nicht mehr als Nachteil empfinde. Im Gegenteil, ohne diese Verschiebung hätte ich mich nicht Selbstständig gemacht. Ich bevorzuge eher Mitarbeiter welche diesen Typ von Lebenslauf nachweisen können, denn für mich gehört es zur heutigen Zeit möglichst flexibel auf den Arbeitsmarkt reagieren zu können. Und ich habe verstanden, dass es nichts sicheres auf diesem Planeten gibt außer der Gewissheit, dass wir alle irgendwann sterben müssen.

Keine Änderung in Sicht

Bis vor kurzem war ich der Meinung, dass es langsam besser wird mit der Beschäftigungszeit. Nun muss ich mir Debatten über allgemeine Dienstpflichten anschauen und deren folgen für die kommenden Generationen. Der eigentliche Wille hinter dieser Debatte, folgt dem Grundgedanken der massiven Lohneinsparung. Der Staat möchte dem kommenden Pflegedefizit der alternden Bevölkerung möglichst günstig begegnen und auch hier die Festanstellungen nach unten treiben.

Soziale Berufe sind seit je her minder bezahlte Jobs gewesen und auch die allgemeine Dienstpflicht wird an diesem Umstand nicht rütteln sondern diesen fördern. Natürlich würden auch einige von den Dienstpflichtigen in diesem Sektor hängen bleiben, dies würde aus meiner Sicht mit steigenden Löhnen auch funktionieren. Viel mehr wird forciert darauf hin gearbeitet, die Lohnunterschiede hoch zu halten. Es gehört halt mehr zum Schick, Gelder für die Führungsriegen und Aktionäre bereitstellen zu können, als Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Festanstellungen fesseln die Unternehmen und schmälern die Renditen. Denn es ist leichter Renditen zu erzielen wenn man mal einen Schwung an Mitarbeitern vor die Tür setzen kann, als die Gehälter der Führungsetagen anzugreifen. Dies funktioniert zwar nur bis zu einem gewissen Punkt, aber wir haben ja schon häufiger Unternehmen erlebt, welche sich kaputt gespart haben.

Verantwortung muss heutzutage kaum noch jemand übernehmen, wenn das Unternehmen groß genug ist. Man kann Verluste einfahren und bekommt als Führungsmitglied dennoch sein (üb)erhöhtes Auskommen. Katastrophen wie beispielsweise die Deepwater Horizon oder der Chemieunfall in Bhopal, welche nach derzeitigem Erkenntnisstand auf Einsparungen zurück zu führen sind. Haben keinen wirklichen Einfluss auf die Verursacher gehabt, es gibt sie immer noch. Wenn Klein- und Mittelstandsbetriebe so handeln würden, wäre der Ritt des Unternehmenstodes unvermeidlich. Aber auch hier zeichnen sich Entwicklungen ab, welche die Verantwortungslosigkeit gegenüber den Mitarbeitern und der Umwelt wiedergeben.

Mindestlöhne werden als Grund vorgeschoben, dass Unternehmen sterben würden. Der eigentliche Tot für Unternehmen, ist der Verlust der Kaufkraft der Bevölkerung. Um hier eventuellen Verwerfungen entgegen zu treten müsste der Zoll verstärkt die klassischen Unternehmungen prüfen. Besonders erwähnenswert wären nach meiner Erfahrung Bau-, Reinigungs-, Transport- und Logistikdienstleistungen.

Erkenntnisgewinn wird verschoben

Wenn wir schon mit dem Kapitalismus spielen, dann sollten wir Regeln entwerfen, welche übermäßige Kapitalanhäufungen verhindern. Finanzmittel welche liegen bleiben, weil die Personen nicht mehr wissen wohin mit dem ganzen Zeug, hemmen die Wirtschaft. Unsere Wirtschaft beruht auf Geldbewegungen, nicht nur zwischen den Banken. Die Bevölkerung muss diese Bewegung am Leben erhalten, ansonsten sehe ich schwarz für unser Zusammenleben.

Sollte das Ziel unserer Regierungen nicht sein, möglichst viele gut bezahlte Beschäftigungen zu generieren um dem Systemkollaps durch unsere Kasinos vorzubeugen. Banken, in der jetzigen Fassung, fördern keine Wirtschaften, sie zerstören diese. Irgendwann sind die Zinslasten so hoch, dass kein BIP irgendeines Landes, auf diesem Wasserball, diese tragen kann. Und wenn wir mal ehrlich mit uns selbst wären, würden wir dies erkennen. Es ist nicht Leicht etwas als gescheitert anzusehen, wenn es so lange für den Wohlstand der Industrienationen gesorgt hat. Jede weitere Krise wird sich Nachteilig für die Bevölkerung auswirken und irgendwann auch den sozialen Frieden gefährden.

Krisen sollten heilen

So lange wir also keine Verantwortung für nachfolgende Generationen übernehmen, werden wir immer wieder Weltwirtschaftskrisen und minder bezahlte Jobs erleben. Was ist den schon ein Mitarbeiterleben wert, wenn man damit Millionen machen kann. Und gegen die schlechte Presse nach so einem Vorfall, kann man ja auch Gitter vor die Fenster hängen. Ein Sinneswandel in der Unternehmensführung, welcher momentan besonders geschäftsfähiges Führungspersonal zu hofieren versucht, sollte abgelegt werden. Viele von ihnen sind nach meiner Definition Psychopathen, welche keinen Funken Vernunft an den Tag legen können.

Diese kleine Geschichte aus meinem Dunstkreis sollte dies veranschaulichen.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: