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Brandenburg Tour – 2017 (Vorbereitung)

Brandenburg Tour – 2017 (Vorbereitung)

Nach dem ich einige Tagestouren in Brandenburg hinter mich gebracht habe. Befand ich, dass es an der Zeit sei, auch mal länger mit dem Rad unterwegs zu sein. Primär, wollte ich neue Erfahrungen sammeln und ich musste wissen, auf was man so achten muss. Aus meinem Bekanntenkreis hatte ich bereits die ein oder andere Geschichte gehört und war neugierig was mich erwarten würde. Ich las mir also diverse Berichte durch und verschaffte mir einen kleinen Überblick. Mir war wichtig zu erfahren, was anderen Radfahrern auf ihren Touren passiert war und woran sie zu knabbern hatten.

Die Idee, längere Touren zu machen

Auf meinen Tagestouren, welche in der Regel 60km – 100km lang waren, kam irgendwann der Wunsch auf, länger in dieser Umgebung unterwegs zu sein. Näher an der Natur und mir sein, dass wollte ich haben. Natürlich suchte ich auch die eigene Bestätigung. Von Radreisen, hatte ich so gut wie keine Ahnung und auch sonst, unterschied sich meine Art Urlaub zu machen, von dem was ich jetzt vor hatte. In Europa war ich schon fast überall, aber ich hatte halt immer ein Fahrzeug unter meinem Hintern, welches mich bei Wind und Wetter beschützte. Abgelegenheit war mir schon immer wichtig und in Touristenhochburgen, fühlte ich mich noch nie wohl. Es ist aus meiner Sicht auch immer das Gleiche. Kulturell bekommt man nicht viel mit und man muss sich die Suffköppe sämtlicher Nationen anschauen. Zum Anderen habe ich noch genügend Zeit, mich in betreuten Wohnanlagen herum zu treiben, wenn die Maden schon die Messer wetzen.

Die Planung

Wie immer, wenn man keine Ahnung hat, schmiedet man Pläne, die sich dann später als Ballast herausstellen.

  • Was brauch ich alles?
    • Brauche ich mehrere paar Schuhe?
    • Wie viele und welche Klamotten muss ich mitnehmen?
    • Brauche ich Werkzeug und was könnte kaputt gehen?
  • Brauche ich Verpflegung oder kann ich dass bei Bedarf kaufen?
    • Was mache ich am Wochenende?
    • Koche ich selber, oder gehe ich essen?
  • Wie und wo funktioniert das mit dem Schlafen?
    • Wie hoch sind die Preise?
    • Muss ich Anmeldezeiträume auf Zeltplätzen oder Pensionen beachten?
    • Könnte ich auch mal in einer Scheune übernachten und wird so etwas angeboten?
  • Was mache ich wenn ich krank werde oder verunglücke?
  • Wie muss mein Rad ausgestattet sein?

Wie man sieht, habe ich mir einige Gedanken gemacht und es waren noch viel mehr. Ich bin eher der Typ, der sich nicht gerne überraschen lässt. Es ist für mich eine Art Sicherheit, möglichst vorbereitet zu sein. Vor allem, weil ich weiß wie mein Körper auf Unsicherheiten reagiert. Kurz gesagt, ich bekomme Magen-Darm.

Das Testen meiner Ausrüstung

Ich fing also an mir Monate vorher meine Ausrüstung Stück für Stück zu zulegen und diese, stolz wie Bolle, auch zu testen. Natürlich scherzte mein Umfeld mit mir, ob ich denn Zuhause raus geflogen sei und ob ich das nicht übertreibe.

Gut getestet ist halb gereist, so ist und war meine Einstellung zum Thema.

Wie ich dann feststellte, war meine Ausrüstung durchaus alltags tauglich und somit bliebt meine Taschenkonfiguration auch nach dem Urlaub an meinem Rad. Erstmal weil ich es hasse, wenn Sachen klappern oder scheuern. Zum Zweiten, bin ich so auch im Umland von Berlin, mit dem wichtigsten ausgestattet. Und zu guter Letzt, schützten die Taschen mein Rad vor Beschädigungen. Zu meiner Basisausrüstung gehört demnach ein Verbandskasten, Werkzeug, Licht, Besteck, Schneidwerkzeuge, Akkus inkl. Ladetechnik und “Notverpflegung”. Nichts ist schlimmer, als mit Hunger in der Pampa zu stehen und auf dem Zahnfleisch zu laufen. Die Laune ist auf dem Tiefstpunkt und man kraucht mehr als das man fährt. Für meine große Tour würde natürlich noch mehr notwendig sein, aber das sollten eigentlich nur noch Kleinigkeiten sein. Das Bild änderte sich dann bei mir, als ich dann feststellte, dass Platz und Gewicht doch irgendwie Mangelware war.

Alles muss kleiner und leichter werden

Mein Zelt und die Isomatte waren eines der größten Probleme. Es sollte möglichst groß sein und ein kleines Packmaß haben.

  • Welches nehme ich nun?
    • Reicht so ein Biwakzelt, oder ist das zu klein?
    • Wo bringe ich meine Taschen unter?
    • Ist es ausreichend Wasserdicht?

Ich entschied mich für den Quickhiker Ultralight, da dieses Zelt genügend Platz bietet und sich fix aufbauen lässt. Als nächstes konnte ich mir keine klassische ISO-Matte vorstellen, aufblassbar und somit schön klein sollte sie sein. Allerdings könnte diese kaputt gehen, aber mit Panzerband kann man alles reparieren. Also besorgte ich mir eine Matte von Hikenture, bis heute ist kein defekt aufgetreten und sie reicht für mich völlig aus. Kochen war mein nächstes Problem, Gas- und Benzinbrenner kamen für mich nicht in Frage. Demnach fragte ich in meinem Freundeskreis herum und bekam einen Tipp. Trangia sollte es nach einer Begutachtung werden, denn man kann ihn mit Alkohol betreiben, den bekommt man überall. Das System ist recht kompakt, für die Menge an mitgelieferten Gefäßen. Und als weiteren positiven Faktor, sah ich das geschützte Feuer an. Durch meine Bundeswehrzeit, hatte ich ja in diesem Bereich schon Erfahrungen sammeln dürfen.

Nobel geht die Welt zugrunde

Die Basics hatte ich also. Jetzt kam der Luxus, Sitzgelegenheit, Musik und mobile Navigation.

  • Wie und wo bekomme ich Strom für meine Geräte her.
    • Reichen Akkus aus?
    • Kann ich während der Fahrt, Strom produzieren?
      • Solar?
      • Dynamo?

Ich entschied mich für die Dynamo-Variante, also besorgte ich mir die B + M Lumotec IQ2 Luxos U. Sie hatte ausreichend Licht (70 Lux bzw. 90 Lux Fernlicht) und verfügte über einen USB-Port zum Laden meiner Geräte.

Anmerkung: Die Lampe hat allerdings eine eklatante Schwäche, sie ist nicht 100% Wasserdicht. Soll heißen, wenn der Regen stark genug ist, fängt sie im Betrieb irgendwann an zu blinken und dann blau zu leuchten. Das ist dann in der Regel eigentlich das Todessignal für die Lampe. Ich hatte bis jetzt 2 Ausfälle dieser Art und Freunde von mir auch.

Zurück zum Thema, nun konnte ich meine Charge 3 und die Akkus während der Fahrt laden, allerdings nur wenn das Licht aus ist. Wenn das Licht aktiv war, lud die Lampe pulsweise und ich bekam meinen Geräten gegenüber, ein schlechtes Gewissen. Also für die Nachtfahrt musste noch ein Verbraucher ran, welcher die Schaltschwelle für das Laden der USB-Geräte nach oben zog. Ein zusätzliches Rücklicht sollte die Lösung sein, meine angeschlossenen Geräte luden jetzt nur noch, ab 27 km/h oder bei deaktiviertem Licht. Das Laden funktionierte während der Tour einwandfrei und ich konnte einen 10.000 mAh Akku in ca. 1,5 Tagen laden. Als Pufferspeicher, nahm ich eine günstige Powerbank. Hier konnte es mir egal sein, ob das ständige Laden die Zellen übermäßig belastet. Nach ca. einem Jahr sind solche Zellen dem Untergang geweiht.

Bereit für die Tour Brandenburg

Nachdem ich alles ausgiebig getestet hatte, war ich mir sicher, dass alles funktionieren würde. Also besorgte ich mir nun die Tourdaten, in Form eine Bikeline Karte und GPX-Tracks, um bei Bedarf weitere Möglichkeiten zu besitzen. Nun konnte ich meine Packliste abschließen und wie immer wenn man keine Ahnung hat. Man nimmt viel zu viel mit. Mein Rad hatte somit ein Gewicht von 55 – 60 kg.

Meine Packliste

  • Meine Basics
    • Zelt
    • Schlafsack
    • ISO-Matte
    • Kochgeschirr mit Brenner und Zubehör (Spiritus)
    • Verpflegung für 2 Tage und ca. 3-4 Liter Wasser am Tag
      (Kochen, Waschen und Trinken)
    • Verbandskasten bzw. Notfallausrüstung
      • Aufladbares Licht
      • Klebstoff bzw. Reparaturband
      • Säge bzw. Messer
    • Werkzeug, Flickzeug und Besteck
    • Klamotten (Minimum)
      • 1 Garnitur lange Kleidung
        • Wasserdichte Jacke mit herausnehmbaren Innenfutter
        • Hose und Pullover
      • 2 Garnituren kurze Kleidung
      • 3 Garnituren Unterwäsche und Socken
    • Kulturbeutel
      • Handtücher (Microfaser)
      • Spülmittel, Lappen und Küchenhandtuch
      • Körperpflege
    • Klopapier bzw. Taschentücher
  • Überflüssige Utensilien
    • Sitzmöglichkeiten bzw. Decke
    • ISO-Behalter für Speisen
    • Zu viele Klamotten
    • Rucksack (Einkaufen? Nehmt euch einen Beutel mit)

In den noch folgenden Artikeln zur Tour Brandenburg, werde ich dann auf meine Erfahrungen während der Tour eingehen. Hierfür schaut doch unter dem Schlagwort Tour Brandenburg nach.

Denn Theorie und Praxis sind immer 2 verschiedene paar Schuhe.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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