Wenn Politik und Medien nichts reißerisches finden, dann kommt seit einiger Zeit immer mal wieder die Impfpflicht über den Äther. Irgendjemand muss man ja auch die Schuld für die anhaltende Pandemie geben. Ohne Feindbild hat der Tag keine Struktur. Anfangs hatten wir uns ja noch die Jugendlichen vorgenommen und auf die fehlende Solidarität hingewiesen. So langsam scheint das jedoch nicht mehr populär und tragbar zu sein, denn schließlich geht ein Großteil der Jugendlichen überhaupt nicht mehr vor die Tür. Frische Luft und Bewegung sind verpönt, der Computer ist das Fenster in die Außenwelt. Die Quittung für unsere Entscheidungen, werden besagte Jugendliche erst in ein paar Jahren bekommen. Aber die Quittung ist bereits ausgestellt! Riskieren wir doch mal einen Blick auf die Pflegekräfte. Also die Personengruppe, welche neben den anderen Mitgliedern des Gesundheitssystems mit der Pandemie und deren Auswirkung zu kämpfen haben. Ja, genau die Personengruppe denen wir, letztes Jahr, an den Fenstern Applaus gehuldigt haben. Die wollen sich nicht Impfen lassen! Stellt euch mal vor, die sind sogar gegen die Impfpflicht. Solidarität sieht aber anders aus...
Heute ist mal wieder einer dieser Tage, an denen ich mich frage, warum die CDU/CSU sich damals, bei der Wahl der Kanzlerkandidaten, für Laschet und Söder entschieden hatte. Gut die Auswahl war nicht berauschend, aber die besten Pferde, im Pandemierodeo, waren die beiden auch nicht. Wie auch immer, die Parteien haben sich entschieden. Jetzt bleibt ihnen nur noch das bange Warten. Problematisch könnte es werden, wenn die Wähler begreifen, wie konzentriert die beiden Minister an ihrem persönlichen Scheitern arbeiten und gearbeitet haben. Aber ich kann mich natürlich auch ganz hart irren, denn erstaunlicherweise halten sich unser Verkehrsminister und der Innenminister so fest im Sattel, dass mir die Spucke weg bleibt. Anscheinend ist es einfacher, wenn man nicht ganz so hohe Ansprüche an sich stellt. Man vergisst ein paar Sachen, lacht hier und dort mal etwas unpassend und beteuert stets nach besten Wissen und Gewissen agiert zu haben. Hat sich dann der ganze Shitstorm gelegt, lacht man sich in Fäustchen weil der Wähler so blöde und der Plan aufgegangen ist.
Letztens hatte ich wieder einmal eine lebhafte Diskussion über unseren Individualverkehr und den schwinden Raum innerhalb unserer Städte. Mein Gesprächspartner hat mitbekommen, dass ich mich vor einiger Zeit von meinen Auto getrennt hatte und seither ganz gut ohne zurecht komme. Für ihn ein Umstand, welchen er nicht verstehen konnte. Schließlich brauche er ein Auto, wenn er zur Arbeit fährt. Neugierig fragte ich, ob er Dienstleister sei oder wechselnde Tätigkeitsorte hätte. Beides verneinte er, aber 15km zur Arbeit könne er nicht mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen meistern. Also fragte ich wie lange er denn so im Stau steht, schließlich ist der Verkehr in den deutschen Ballungsgebieten kein Zuckerschlecken. Darauf erwiderte er, die Parkplatzsuche sei auch kein Spaß. Folglich würde er schon 1-2 Stunden im Auto verbringen. Das war dann zu viel, der angesammelte Frust brach aus ihm heraus und die Diskussion wanderte in die Extreme. Er schimpfte über unsere "verblödeten und korrupten" Politiker, die "beschissenen" Radfahrer, welche ständig bei rot über die Ampel fahren würden und über die Busspuren bzw. Pop-up-Radwege, welche die Stausituationen nur verschärfen würden.
Gestern wurde ich mal wieder überrascht und habe dabei festgestellt, dass Alltagsrassismus und Diskriminierung offenbar jeden trifft bzw. treffen kann. Ich unterhielt mich mit einer Bekannten und wir kamen irgendwann auf unser Gesundheitssystem zu sprechen. In alter Manier kritisierte ich, dass der Kapitalismus in unserem Gesundheitssystem nicht zu suchen hätte. Die prompte Erwiderung meiner Gesprächspartnerin, du hörst dich ja an wie ein Ossi. Hm, dachte ich mir, woher kommt diese Einschätzung? Meine Ausdrucksweise entsprach nicht der eines Proleten und auch sonst wusste ich nicht was mich zu einem "Ossi" machen würde. Ist es die momentane mediale Aufheizung durch die Äußerungen von Herr Wanderwitz oder sind wir als "Wessis" und "Ossis" immer noch nicht weiter. Ist Kritik am Kapitalismus und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft nur den Ostdeutschen zuzuordnen? Bemerkenswert empfand ich auch meine Gedankengänge zum Thema "Ossi". Sind "Ossis" Proleten oder bezeichnen wir, die "Besser-Wessis", Systemkritiker, Proleten und Verlierer gerne als "Ossis"? Es ist so herrlich einfach, oder? Anscheinend erstickt man Kritik wohl am besten, in dem man nicht auf sie eingeht und den Gesprächspartner pauschal schon mal geringschätzt und in die eigene Schublade für "nicht Menschlich" oder "Dumpfbacken" einsortiert.
Bewegung in den Vorgang kam bislang im Wesentlichen nur dadurch, dass ich wiederholt neue Support-Tickets eröffnet habe. Eine Mitarbeiterin von…
Der Fall wirft für mich mittlerweile eine grundsätzliche Frage auf: Wie zuträglich ist die Nutzung stark zentralisierter Cloud-Dienste, wenn man…
Gestern, kurz nach der Veröffentlichung des Artikels, meldete sich erstmals das Datenschutzteam von Microsoft bei mir. Die Mitarbeiterin war sich…
Am 10.9.2025 würde das Verfahren eingestellt. Die Zustellung des Briefes erfolgte am 26.09.2025
Gefällt Dir meine Arbeit oder möchtest Du dich einfach bedanken? Spende etwas Werkzeug (Amazon) für meine Werkstatt... Nichts passendes dabei?
Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.
Diese Seite verwendet Programmcode von Drittanbietern, der evtl. Rückschlüsse auf Ihr Nutzerverhalten zulassen könnte. Einige von diesen Programmcodes werden von externen Servern geladen. Wir verwenden diesen Code, um festzustellen, welche Inhalte für Sie von Interesse sind oder das Verhalten und Aussehen dieser Webseite für Sie angenehmer zu gestalten. Möchten Sie uns dabei unterstützen und diese externen Skripte und Styles freischalten? Auf den folgenden Seiten können Sie weitere Informationen zur Datennutzung auf dieser Webseite einsehen: Impressum, Datenschutzerklärung. Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Schreiben Sie mir über das Kontaktformular oder per E-Mail (info@schuppelius.org)
Heute hatte ich erneut ein Gespräch mit dem Datenschutzteam. Inzwischen kann ich kaum noch sagen, wie oft ich denselben Ablauf…