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Mein Leben ohne Auto. Angekommen?

Mein Leben ohne Auto. Angekommen?

Lese ich heute meine Beiträge zum Thema: Leben ohne Auto. Haben sich einige Bereiche gefestigt und andere wurden fallen gelassen. Teilweise wirken meine Texte, als wäre ich zu diesem Zeitpunkt voll auf der Droge Fahrrad gewesen. Mit der Zeit geht man viel abgeklärter mit den Verkehrsmitteln um, die einem zu Verfügung stehen. Es gibt Phasen in denen ich etwas weniger Fahrrad fahre und dann wieder Phasen, wo ich nur noch mit dem Rad unterwegs bin. Man entscheidet je nach Wetter, Uhrzeit und Termindruck, welche Strecken gut funktionieren und welche nicht. Schließlich hat man nicht immer die Lust, sich gewissen Gegebenheiten auszusetzen.

Orientierung

Seit dem ich das Auto gegen einen Drahtesel ausgetauscht habe, fällt es mir leichter mich zu orientieren. Wo ich früher nur die Hauptverkehrswege kannte, habe ich heute Zugriff auf detailliertere Informationen. Auch die Nutzung von GPS-Daten hat sich gewandelt. Früher hatte ich fast immer einen Routenplaner aktiv, um möglichst schnell eine Ausweichroute zur Verfügung zu haben, wenn die Straßen mal wieder enger wurden. Heute nutze ich GPS eher um nachzuvollziehen wo ich schöne Orte gesehen habe.

Konsum

Des Weiteren hat sich mein Konsumverhalten gewandelt. Zwar war ich schon seit je her, ein kritischer Konsument und gab wenig auf Marken. Dennoch habe ich mich zu Beginn meiner Selbstständigkeit, von anderen Geschäftsführern und anderen Leitpersonen beeinflussen lassen. Wenn ich beispielsweise gefragt wurde, ob ich das leisten kann was ich verspreche, weil ich mit einem Kleinwagen vorfuhr. Kurz gesagt, ich rechtfertigte ich mich anfangs, obwohl ich die Frage als sehr engstirnig empfand. Heutzutage lasse ich Neukunden einfach stehen, wenn sie glauben mein Können hänge von meinen Konsumgütern ab und nicht von meinem Werkzeug. Ich muss niemanden überzeugen, der nicht auf Leistung und Erfahrung setzt. Zum Anderen habe ich auch keinen Druck jeden Kunden zu bedienen. Passt mir die Einstellung nicht, kommt ein Anderer.

Als nächstes habe ich festgestellt, dass die Nutzung von Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln, einen stärkeren regionalen Konsum ermöglichen. Schließlich füttert man nicht die Konzerne, welche ihre Gewinne aus dem Land schaffen. Kurz gesagt, dass Geld welches durch den Verzicht auf das Auto eingespart wird, fließt zum Teil in das eigene Einzugsgebiet. Wenn ich mich früher mit Fastfood versorgt habe, ging es immer um ein schnelles befriedigen meiner Bedürfnisse. Jetzt geht es primär darum, einen Ort zu finden, an dem ich mich wohlfühle und das lasse ich mir auch was kosten.

Emissionen

In den Wintermonaten, fahre ich beispielsweise nicht gerne in der Stadt und deren Ränder herum. In der Regel reichen dort schon 20 Minuten Fahrzeit mit dem Rad, um später mit einer brennenden Lunge am Bahnhof zu stehen. Auch das fahren hinter Bussen, vermeide ich so gut es geht. Eine stehende Emissionswolke die dir gleich bewusst macht, wie wichtig richtige Luft ist. Bei mir, tritt dann massiver Kraftverlust auf, welcher sich aber Auflöst sobald ich die Emissionsfahne verlassen habe. Auch das Heizen mit Öfen kotzt mich richtig an. Je weiter man in den Speckgürtel vorstößt, desto unangenehmer sind die Emissionen. Grundsätzlich kann man sagen, wo viele Einfamilienhäuser stehen, stinkt und beißt es! Jedenfalls im Einzugsgebiet Berlin.

Auch sonst bin ich eher froh, ländlich zu wohnen. Weil die Abgase, einiger Fahrzeuge echt nicht angenehm sind. Vor allem alte Fahrzeuge und Roller mit Verbrennertechnik sind unangenehm. Stinkt das Fahrzeug extrem, mache ich auch schon mal eine Pause und warte bis der Straßenzug gelüftet ist. Man kann also sagen ich bin empfindlicher geworden, was die Emissionen angeht. Und ich würde mich mittlerweile Schämen, mit solchen Stinkern unterwegs zu sein, da ich ja mittlerweile verstehe, wie abartig diese Abgasfahnen sind.

Verhalten im Verkehr

Wenn ich ein paar Jahre zurück schaue, würde ich mich eher als rasanten und ungeduldigen Fahrer bezeichnen. Durch das Rad bzw. durch mein steigendes Alter, bin ich auch hier bedeutend entspannter geworden. Habe ich eine Person vor mir, welche etwas überfordert mit der vorherrschenden Situation ist. Reagiere ich nicht mehr aufbrausend. Ähnlich zu Zeiten meiner Fernfahrerei. Du kannst in der Regel nichts dagegen unternehmen, man verschärft die Lage eher. Hinzu kommt noch, dass man als gereifter Radfahrer eh vorsichtiger ist und nicht immer auf sein Recht pocht. Ergo fährt auch im Auto bedachter, schließlich verhindert dieses Verhalten einen potentiellen Zeitverlust. Anfälliger bin ich für Staus geworden, sie sind zur unnötigen Zeitverschwendung mutiert. Auf dem Rad fährt man ja konstant sein Tempo. Daraus resultierend, ist man also eine Planbarkeit gewohnt, welche das Auto schon lange nicht mehr bieten kann.

Halbstarke welche offensichtlich noch üben müssen, ignoriere ich mittlerweile. Es bringt nichts, sich mit diesen Personen auseinander zu setzen. Es sein denn, man steht drauf. Wie auch immer. Habe ich mal wieder einen Fahrer dabei, der mich übersehen hat und mich dann noch anpöbelt. Weiche ich aus und lass ihn labern, schließlich ist ihm schon bewusst, dass die Situation eigenartig war. Ich muss meinen Puls nicht künstlich nach oben treiben, nur weil jemand der Meinung sei, er hätte die Verkehrswege für sich gepachtet. Jedoch habe ich festgestellt, dass die Fahrzeugklasse bzw. der Neuwagenpreis entscheidend ist. Grundsätzlich bekommt man Probleme mit Fahrzeugführern, welche über 50.000 € für ihren Tempel ausgegeben haben bzw. noch müssen. Es scheint fast so, als ob diese Personengruppe glaubt, ein erweitertes Strassennutzungsrecht mit eingekauft zu haben.

Treibstoff

Für jemanden der im Monat mindestens 600€ an Treibstoffkosten generiert hat und dies als notwendig ansah, habe ich mich um 180° gedreht. Ich bekomme regelrecht Pickel, wenn ich die Preise für fossile Brennstoffe sehe und das in Bezug zur Effizienz setze. Vor allem, wenn ich im Stau stehe. Klar sind die Preise noch viel zu niedrig, da hier die Auswirkung und die Endlichkeit dieser Ressource nicht eingerechnet wird. Genau wie bei der Kernenergie, scheint dies wohl eher eine politische Entscheidung zu sein. Ich wäre beispielsweise für eine Abgabe, wenn das Fahrzeug für Wege unter 20km eingesetzt wird und nur eine Person transportiert. Erstens würden wir die Stauzeiten verringern und zweitens würden wir eine gesündere Lebensweise belohnen. Schaut man sich in der Stadt so um, sieht man den klassischen Fahrzeugführern an, dass sie keine Ahnung mehr von Bewegung haben. Hohe Blutdrücke, gepaart mit einem hohen Ruhepuls und unrunde Bewegungsabläufe, sind hier nur einige Beispiele. Folglich müsste auch hier eine Zahlung in das Gesundheitssystem für Autofahrer angedacht werden. Bei fossilen Energieträgern, müsste diese Zahlung dann noch weiter angehoben werden, da sie auch andere Personen beeinträchtigen. Ähnlich der Versuche, bei Rauchern ein Umdenken anzuregen. Zugegeben, ein schwieriges Unterfangen, da man als Abhängiger selten seine Drogen aufgeben möchte.

Die Droge Öl, schwimmt doch mittlerweile in jedem Kreislauf von uns herum. Auch wenn es in Form von Mikroplastik, Arzneimitteln oder Pestiziden ist. Sind wir bereit umzudenken? Ich denke nicht. Es werden zwar immer mehr, welche darauf achten, wie sie bewusster mit diesen Ressourcen umgehen. Aber der Großteil, so scheint es, betrachtet den Klimawandel eh als Humbug. Was sollen uns auch die Statistiken über steigende Temperaturen vermitteln. Ansteigende Durchschnittstemperaturen und die damit verbundene höhere Energie in der Atmosphäre und den Meeren, kann doch nicht von Menschen generiert werden. Wenn ich mich mit Personen über den menschengemachten Klimawandel unterhalte, bekomme ich ständig mitgeteilt, dass dies nicht sein kann. Warum nicht?

Globale Erwärmung

Selbst ich, der augenscheinlich bewusster damit umgeht, bin im Urlaub mit einem Rohöldampfer gefahren. Mir ist die Kinnlade herunter gefallen, als ich gesehen habe, was viele Reedereien auf offener See verbrennen. Man konnte den Schwefel in den Abgaswolken regelrecht sehen und auch hier sind die Skandinavier bereits weiter als wir. Die nächste Fahrt nach Skandinavien, werde ich wohl bewusster planen müssen und mir eine Fähre aussuchen, welche schon auf neuere Technik setzt. Aber so ist das, wenn man selbst zu blöde ist und auf Gewohnheiten setzt. Schließlich bin ich schon immer mit dieser Fähre nach Schweden gefahren.

Abgasfahne auf offener See

Vertrauensverlust in Politik

Ich persönlich muss mehr darauf achten, denn die Politik tut hier herzlich wenig für unsere Zukunft, da sie monetär getrieben ist und immer an die Wiederwahl denken muss. Parteien, welche die Notwendigkeit erkannt haben, werden als Spinner abgetan die zu viel wollen. Und auch die Frage nach der Definition von Zukunft scheint bei beiden Parteien (Pro/Kontra Klimawandel) unterschiedlich zu sein. Selbst wenn per Gesetz festgelegt wird, dass der Verursacher für die Folgen eines Umstandes gerade stehen muss, wird gefeilscht. In Bayern beispielsweise, sollte kein Atommüll gelagert werden, obwohl Bayern einer der größten Verursacher von Atommüll in Deutschland war. Das die CSU offenbar nicht ganz rund läuft, haben wir ja schon Jahrzehnte lang erleben dürfen. Schließlich sind sie ja nicht irgendein Bundesland, sie sind der Freistaat Bayern. Für mich, ein klassisches Weltbild von der Krone der Schöpfung, welche glaubt etwas besseres zu sein. Hier scheint die stete Versorgung mit Weißbier, einen hirnerweichenden Effekt auf die Führung zu haben, wenn wir schon mit Klischees spielen. Was mich stark verwundert hat, ist der Umstand das Nordeuropa irgendwie besser mit der Umweltfrage umgeht als wir. Was machen sie dort also anders?

Auch sonst betrachte ich deutsche Politiker, als einen Personenkreis der keine Ahnung hat, wie die Welt für den Großteil der Menschen in ihrem Land funktioniert. Hetzerisch und in alten Denkweisen gefangen, versuchen einige ihre eigene Existenz zu rechtfertigen. Wir sind trotz unserer Geschichte und deren Aufarbeitung, näher an der Mentalität des 2. Weltkrieges dran, als wir glauben. Die Mentalität des Hasses und der Intoleranz ist schon längst in den Köpfen angekommen. Es fehlt nur noch eine Person, die über genügend Charisma verfügt, dass ihr Millionen folgen.

Muss erst wieder ein Weltkrieg her, um eine Veränderung in unserem Wirtschaftsapparat durchzuführen. Die Ausbeutung von Menschen führt immer zu Aufständen. Wie diese Ausbeutung heißt ist völlig egal, auch wenn Kapitalismus oder Kommunismus drauf steht. Wobei ich zugeben muss, dass ich mehr Angst vor den Auswirkungen der chinesischen Politik habe, als vor der amerikanischen Politik. China nutzt unser Wirtschaftssystem, um uns in absehbarer Zeit kontrollieren zu können. Scheinbar sieht niemand unserer Politiker, was hier im Moment passiert. Stattdessen tragen sie alle ihr Wissen und die Technik nach China und wundern sich dann in naher Zukunft, wenn der Staat dann sagt: “Vielen Dank für den Transport, ab hier machen wir dann weiter!” Mal schauen, wann unseren Leuten dann mal ein Licht aufgeht. Das China wenig auf sein Wort gibt, sollte spätestens jetzt mit den Protesten in Hongkong klar sein. Auch wenn Hongkong seine erzwungenen Freiheiten den Opiumkriegen zu verdanken hat. Würde ich mich über eine, der Neuzeit entsprechende, offenere Denkweise bei der chinesischen Führung freuen. Aber eigentlich kann man ihnen auch keinen Vorwurf machen, sie nutzen das System zu ihren Gunsten aus und wir schauen fleißig zu.

Weitere Errungenschaften

Durch meinen Umzug zu einer Fortbewegung die günstiger ist und mir mehr Zeit verschafft, habe ich auch mehr Zeit für mich und zum Lesen. Ich fühle mich informierter und aufgeklärter, als zu Zeiten meiner fossilen Fortbewegung. Natürlich habe ich noch eine Menge zu lernen, aber es bringt mir mehr Freude. Ich habe sozusagen mehr Zeit, um meine Umwelt zu betrachten und die, aus meiner Sicht, notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen. Meine Kinder sind Selbstständiger, da keiner von ihnen auf die Idee kommen würde, ich müsse sie zur Schule bringen. Außerdem würde ich mich in Grund und Boden schämen, wenn ich mein Kind zur Schule bringen müsste, weil ich zu dämlich bin ihm den Weg zu zeigen bzw. erklären.

Zum Anderen, quatschen mich wildfremde Leute, aus dem Auto heraus, an der Ampel an und bringen dann Sprüche die vermutlich immer auf ihre monetäre Situation hinweisen sollen. So nach dem Motto: “Schau mal wie lang meiner hängt!”. Auf die Frage, ob ihnen nicht was besseres eingefallen ist, um mich anzuquatschen. Reagieren die meisten Autofahrer mit links-versiffter … und anderen Titeln. Dann gibt es noch die Egoisten und Ignoranten, die salopp gesagt auf alles Schei… und dich dann noch blöd von der Seite anmachen. Man fährt also an dem, auf dem Radweg, parkenden Fahrzeug vorbei und bekommt dann so Sprüche zu hören, dass man diese Wich… alle vom Rad holen müsse. Ist das jetzt eher ein politisches Versagen, dass Menschen in fossilen Verbrennern glauben, sie seihen Mitglied der “gehobenen” Klasse oder warum hört man immer die gleichen Sprüche? Gab es vor meiner Zeit mal eine Doktrin, in der Radfahrer die Pest durchs Land getragen haben und verbrannt werden mussten? Mal abgesehen davon, dass ich mir das Kennzeichen merken und eine Anzeige starten könnte, finde ich das mehr als unüberlegt. Auch das Abdrängen von einigen Auto- bzw. Busfahrern empfinde ich als unnötige Errungenschaft. Was kann also die Politik unternehmen, damit dieser “Krieg” ein Ende findet oder müssen Radfahrer jetzt mit Kameraunterstützung und Morgenstern durch die Stadt ziehen, um abschreckend zu wirken? Die Polizei, haben unsere Politiker bereits kaputt gespart, ähnlich wie die Bundeswehr. Nun müssen sie mittlerweile jeden einstellen, der irgendwie Polizist werden möchte. Egal wie geeignet oder ungeeignet diese/r Anwärter/in ist.

Filz ist warm und manchmal kratzig

Ich kann es jedenfalls nicht mehr mit ansehen, dass unsere Politiker einer Gruppe den Vorzug gewährt, welche für wichtige Gesellschaftsprobleme verantwortlich ist. Betrug, Emissionen, Platzmangel und Stau sind einige Probleme, die unser aller Zusammenleben massiv beeinträchtigt. Keiner unserer Politiker traut sich jedoch daran, mal einen Preis festzulegen. Stattdessen lassen sie sich lieber zu irgendwelchen Porno-Parties von den Konzernvorständen einladen. Was soll man dazu noch sagen? VW hat ja bereits 2005 bewiesen, worauf die Automobilbranche besonderen Wert legt und das scheinen nicht nur leichtlebige Frauen zu sein. Jedenfalls braucht man sich auch nicht wundern, wenn man von denen über den Tisch gezogen wird, die einem so viel Spaß bereitet haben. Schließlich wollen die Jungs für ihre Arbeit auch entlohnt werden. Wie sagte ein ehemaliger Bekannter immer zu mir.

“Jeder hat seinen Preis und wenn du diesen kennst, bekommst du alles… Aber leichter gehts, mit Koks und Nutten!”

Treffender kann man unser Wirtschaftssystem nicht beschreiben. Das schnelle Geld bekommst du nur, wenn du etwas investierst. Und was bietet sich da immer an? Das Ego und die Triebe! Und genau hier liegt der Hund in unserem System begraben. Es geht nicht darum effizient oder nachhaltig zu sein. Einzig und allein das persönliche Ansehen, repräsentiert durch Konsumgüter, ist die primäre Triebfeder unserer Wirtschaft. Radikal heruntergebrochen, zerstört unser Balz und Machtverhalten unseren Lebensraum. Es kann natürlich auch die “Bequemlichkeit” sein, aber die ist aus meiner Sicht noch viel schändlicher.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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