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Der öffentliche Nahverkehr und dessen Drogen

Der öffentliche Nahverkehr und dessen Drogen

Seit meinem Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel, habe ich auch mehr Berührungspunkte mit Drogenabhängigen. Sie lungern an Bahnhöfen und anderen öffentlichen Plätzen herum, frieren, hungern, betteln, pöbeln und randalieren.

Dabei rutscht mir eine Droge, immer wieder in den Fokus. Von den mir bekannten Drogen, ist Alkohol einer der finstersten erlaubten Begleiter. Ein Zellgift welches, in meinen Augen, wie zwei andere Drogen, für Zerfall, Selbstzerstörung und Gleichgültigkeit steht, Heroin und Crystal Meth. Zugegeben, der Aufbau einer Abhängigkeit von Alkohol ist ein schleichender Prozess. Das Resultat, ist dennoch eindeutig.

Gleichgültigkeit

Einige dieser Seelen sind schon so tief in dem Sumpf der Droge Alkohol, dass sie nicht mal mehr die Kraft besitzen, sich für ihre Ausscheidungen zu entkleiden. Sie besudeln sich und öffentliche Plätze mit einer Gleichgültigkeit, dass einem teilweise der Atem stockt. Fährt man mit der S-Bahn bzw. U-Bahn, kann es schon mal passieren, dass man den ein oder anderen Geruch wahrnimmt. Der erste Blick geht dann normalerweise unter die eigenen Fußsolen, aber ein Blick auf die Sitzgelegenheiten könnte böse Überraschungen vermeiden.

Es sind nicht alle Bereiche im öffentlichem Nahverkehr betroffen, aber es gibt Regionen in Berlin, welche ich als problematisch einstufen würde. Bhf Berlin-Schönefeld Flughafen, Bhf Berlin Zoologischer Garten und Bhf Berlin Friedrichstr. sind Beispielweise solche Orte. Wenn es mal nicht nach Urin richt, hat man einen guten Tag erwischt.

Trinkfeste und Umsatzsteigerung

Hat man das Pech mit einer Meute an Fußballfans einen Zug zu teilen oder Teilnehmer anderer Trinkfeste wie z.B. das Baumblütenfest in Werder. Kann es schon mal vorkommen, dass man Zeuge wird, wie Halbstarke den Zug zerlegen und sich dabei unwiderstehlich vorkommen.

Zum Brunft und Balzgehabe dieser enthemmten Zeitgenossen, gehört natürlich auch eine zünftige Schlägerei, die nicht selten Unbeteiligte in diese Handlungen hineinzieht. In der Regel bekommt die Polizei das schon geregelt, aber auch diese hat eine Reaktionszeit und die ist nicht immer dem eigenen Bedarf entsprechend.

Saisonale Unterschiede

Herbst und Winter

Hier bekommt die ein oder andere Gestalt öfter zu Gesicht als eine lieb ist. Man sieht ihnen an, dass ihr Leben nur den einen Sinn hat, den Rausch am Leben zu erhalten. Einige dieser Exemplare riskieren sogar ihr Leben und betrinken sich mit Methanol und anderen Flüssigkeiten die nicht für den Verzehr geeignet sind.

Torkelnd, mit halb heruntergelassenen Hosen und frei laufendem Willi, bringen sie ihre überflüssigen Flüssigkeiten im Schleichschritt aus der Bahnhofskabine der Deutschen Bahn.

Neuankömmlinge, welche die Berliner Gepflogenheiten im Umgang mit Bahnhofskabinen nicht kennen. Lernen äußerst schnell, dass dies kein Ort zum Verweilen ist.

Frühling und Sommer

In dieser Zeit hat man öfter mit Kiddies Kontakt, die sich noch ausprobieren wollen. D.h. eine feine Note von Erbrochenem, kann das ein oder andere Mal das Riechorgan streifen. Der Anblick des Resultats eines Alkoholprobelaufs dieser Probanden entschädigt aber ausreichend. Kumpels die ihre ausgeschalteten Freunde an Händen und Füssen aus der Bahn schleifen und selbst kaum noch laufen können. Mitfühlende Freundinnen, die ihre “sterbende” Freundin trösten, während sie sich übergibt und immer wieder die Sätze wiederholt: “Ich trinke nie wieder!”

Aus Erfahrung wissen wir, sie werden weiter machen. Getreu dem Motto: Alkohol du böser Geist, auch wenn du mich zu Boden reißt, ich stehe auf, du boxt mich nieder, ich kotz dich aus und sauf dich wieder!

Verkauf und Konsum von Drogen

Harte Drogen bekommt man in Berlin auch zu Gesicht, hier stechen die Bahnhöfe Kottbusser Tor, Hermannplatz und Warschauer Straße hervor. Im Bahnhof Hermannplatz, kann man sich den Konsum und die daraus resultierenden Folgen live anschauen. Anfangs war ich noch sehr irritiert, dass das Setzen von Spritzen so öffentlich abläuft. Aber wie sagt man so schön, man gewöhnt sich an alles. Offene stellen an den Extremitäten von Dauerkonsumenten, welche verzweifelt nach einer Stelle suchen, die noch eine Injektion zulässt. In der Ecke kauernd und völlig in die Welt der Droge eingetaucht, bekommen die meisten Konsumenten nicht einmal mit, dass man gerade an ihnen vorbei geht. Als Berliner scheine ich hier recht abgestumpft zu sein. Wenn ich diese Gestalten sehe, reicht mir mittlerweile ein prüfender Blick, ob sich noch der Brustkorb des Konsumenten noch hebt und senkt.

Die weicheren Drogen, bekommt man in der Regel in den Parks dieser Stadt gereicht. Parks wie die Hasenheide, der Görlitzer Park oder der Tiergarten sind solche Orte. Durchquert man diese Parks in den Abendstunden, wird man garantiert einige Male angesprochen, ob man was kaufen möchte. Teilweise passiert dies mit einer Penetranz, dass es einem schon auf den Geist geht.

Vorsicht ist dennoch geboten

In der Regel wollen die Konsumenten und Verkäufer nur ihre Ruhe haben und kümmern sich selten um andere Reisende. Dennoch kann es einem in Berlin passieren, dass einem ein Junkie mit Waffengewalt das Portmonnaie abnehmen möchte. Mir persönlich ist es, vor einigen Jahren, am Ku’Damm passiert und ich bin bis heute heilfroh, dass ich eine weibliche Begleiterin dabei hatte, welche nicht auf Konfrontation aus war. Sie quatschte mit dem Abhängigen in einer Art und Weise, welche ich zu dem Zeitpunkt nicht im Blick hatte.

Mit gezücktem Messer machte er uns beiden (mir und meiner Begleiterin) klar, dass hier Endstation ist, wenn wir nicht mit den Moneten rüber kommen. Glücklicherweise fand meine Begleiterin, einen Draht zum Angreifer und er ließ von uns ab.

Was haben wir “falsch” gemacht?

Im ersten Moment nichts, aber wir hätten uns schon längst vom Acker machen sollen, als der Angreifer das Messer zückte. Es bringt nichts, den Helden zu spielen und auf Konfrontation zu gehen!

Das Infektions- bzw. Verletzungsrisiko steht in keinem Verhältnis und ihr tut euch einen guten Dienst wenn ihr euch beim ersten Anzeichen von Gefahr aus dem Staub macht. In Berlin, ist das mit der Polizei so eine Sache. Es hat mal funktioniert, bis der Rotstift unserer Volksvertreter angesetzt wurde. Geschützt werden nur Orte von staatlichem Interesse und Gebiete, welche sich durch übermäßige Gewalt ausgezeichnet haben. Als Beispiel kann man hier den Alexander Platz nennen. Man kann es unseren Volksvertretern nicht übel nehmen, denn sie sind völlig Ahnungslos. Niemand dieser Vertreter kennt Berlin, zugezogen und in ihrem Palast gefangen, haben sie keinen Bezug zu ihrem neuen Wohnort und kennen demzufolge auch nicht die Probleme bzw. Eigenarten dieser Stadt.

Für Großveranstaltungen müssen Polizisten aus allen Bundesländern angekarrt werden. Eine hohe Anzahl an Überstunden sind bei diesen Truppen keine Seltenheit und demzufolge ist auch die Laune bei einigen Polizisten im Keller angekommen. Angst muss man in Berlin jedoch nicht haben. Sollte man dennoch mal ein Problem haben, findet sich garantiert jemand der einem Hilfe anbietet. Seit ein paar Jahren kümmert sich nun auch die BVG bzw. die Deutsche Bahn um die Sicherheit auf ihren Bahnhöfen.

Drogenbeauftragte versagen seit Jahren

Mit Parolen und Halbwissen, versuchen die Drogenbeauftragten unserer Regierung ein Gefühl von Kontrolle zu vermitteln. Dennoch sieht niemand dieser “Spezialisten”, dass Perspektivlosigkeit und Überlastung in der Gesellschaft zum Konsum von Drogen führt. Natürlich gibt es genügend andere Gründe, warum man in die Drogenabhängigkeit hinein rutscht. Wenn ich mich aber so umschaue stechen Perspektivlosigkeit und Überforderung hervor. Allerdings verstärkt sich die Perspektivlosigkeit mit steigendem Konsum, da man nichts mehr auf die Reihe bekommt.

Alkohol-, Tabak- und Tablettensucht, sind halt die von der Regierung akzeptierten Rauschmittel, welche keine Diskussion zulassen. Stattdessen verteufelt man Cannabis, dessen damaliges Verbot auf einer Lüge basierte. Stößt immer weitere Parolen ins Horn und wundert sich, warum der Großteil der Bevölkerung irgendwie anders denkt. Glücklicherweise sind die Konsumenten von Cannabis nicht mit Gewaltfantasien ausgestattet. Bei Alkohol sieht die Sachlage schon anders aus. Beobachtet man Trinker, fällt einem auf, dass Gewalt unter Trinkfreunden zum festen Bestandteil gehört.

Konsum, warum?

Man möchte fliehen, sich dem Stress und der Perspektivlosigkeit entziehen. Spaß haben und die Beine baumeln lassen. Wir werden in Zukunft noch viel mehr Drogenkonsumenten auf den Strassen haben, da wir die Perspektivlosigkeit der Jugend unterschätzen.

Schulden und das Arbeiten für einen Hungerlohn mit unbezahlten Überstunden für maximal für 2 Jahre pro Firma, da kein Arbeitgeber sich binden möchte. Outsourcing ist das Modewort für jeden Arbeitgeber. Rente wird es nur für wenige dieser Arbeitnehmer geben, weil kaum jemand etwas einzahlen kann. Altersarmut und Endstation Hartz IV, vielen Dank nochmals an die SPD und die Grünen!

Resultierend aus der zunehmenden Komplexität unserer Welt, werden wir immer mehr Menschen abhängen und diese mit Wut, Selbsthass und verdrehten Weltanschauungen versorgen.

Niemals, wie beim ersten Mal

Auf der Jagd, nach dem Gefühl des ersten Mals, nehmen die Konsumenten von synthetischen Drogen immer mehr und mehr ein. Schädigen mehr oder weniger bewusst ihren Körper und probieren immer weitere Kombinationen aus. Das besagte Runterkiffen, wenn man etwas übertrieben hat, kennt wohl jeder Konsument von synthetischen Drogen.

Stattdessen denken einige Konsumenten darüber nach, warum einige mehr vertragen als sie selber. Das Zeug muss heute noch vernichtet werden, es wird geballert bis man kaum noch geradeaus schauen kann.

Ich habe festgestellt, dass dieses Verhalten primär bei der männlichen Gattung zu finden ist. Bei Frauen ist dieses Konkurrenzdenken, nicht so fest verankert.

Endstation Strasse

Hat man sich dem Konsum völlig hingegeben, dass man nicht einmal mehr die einfachsten Dinge erledigen kann. Landet man in der Regel auf der Strasse. Das Lügengerüst welches man sich mit der Zeit unweigerlich aufgebaut hat, stürzt früher oder später immer zusammen, egal für wie schlau man sich hält.

Man stößt seinem Umfeld immer mehr negativ auf, isoliert sich demzufolge und landet früher oder später in irgend einer Einrichtung, wo einem Zucker mit Kaffee gereicht wird. Personen welche auf der Strasse leben, scheinen auf stark gezuckerte Getränke zu stehen und nehmen selten etwas zu essen mit.

Wie gegensteuern?

Ich denke, wir müssen uns wieder um unsere Zukunft kümmern. Vor einigen Jahrzehnten, haben wir noch mehr Interesse an unserer Jugend gehabt. Es gab Einrichtungen wo sich junge Menschen treffen konnten und sich mit sinnvollen Sachen beschäftigen konnten.

Wir sagen ja immer so schön die Jugend von heute ist verwöhnt und leistet nichts mehr. Woher kommt das?

Nun, verwöhnen tun wir, die Elternteile, weil wir uns nicht mit ihnen beschäftigen wollen. Hauptsache sie sind still und machen ihr Ding. Wenn sich dann junge Menschen auf die Strasse stellen und für ihre Zukunft kämpfen, belächeln wir dies und tun so als ob wir uns nicht zuständig fühlen würden.

Diese Heuchelei scheint den meisten jungen Menschen auf den Geist zu gehen und genau deshalb stehen sie auf der Strasse. Machen uns darauf aufmerksam, dass wir nur dumme Quatschköpfe sind und stoßen zu recht in die klaffende Wunde. Seit über 30 Jahren erzählen wir schon, wir müssten was ändern, aber niemand scheint sich zuständig zu fühlen.

Die Politik schützt dann auch noch aktiv Betrüger, weil sie zu einer Wirtschaft gehörten, die uns gute Profite beschert hat. Keiner von den Politikern mit ihren Protzkarossen wird freiwillig etwas ändern wollen. Der Versuch einen alten Baum umzupflanzen, endet früher oder später immer in einem Desaster, wenn man nicht das nötige Feingefühl hat.

Stattdessen beschweren sie sich noch, dass die Jugend sich nicht für Autos interessiert. Unterstellen Kindern Heuchelei, weil sie sich für die Erde einsetzen und trotzdem bei Mc-Donalds essen gehen.

Zugegeben, das Bewusstsein kann in Frage gestellt werden, aber nicht die Notwendigkeit zur Unterstützung!

Wollen wir diesen Geist nicht unterstützen?

Ist es nicht an der Zeit zu verstehen, dass es so nicht weiter gehen kann? Sehen wir nicht, dass hier etwas schief läuft oder wollen wir das nicht sehen?

Ich bin gespannt und beobachte fleißig weiter, wann wir die Menschen wieder als Menschen sehen und nicht als Dienstleistungskapital welches man nur ausbeuten muss. Wenn es einen Wert hat, sich für die Zukunft einzusetzen, dann braucht man auch keine Drogen um sich abzulenken.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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