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Träumende Kinder sind (un)aufmerksam

Träumende Kinder sind (un)aufmerksam

Wenn man Kinder hat, darf man ab und zu, eine Reise in seine eigene Vergangenheit machen. Man beobachtet sie und kann sich teilweise lachend in die Ecke packen, weil man parallelen zu sich oder seinen Geschwistern erkennt, soweit vorhanden. Sie stehen vor Lichtschaltern, Türen, Spiegeln usw. und versuchen zu ergründen was da nun passiert. Völlig in ihre Welt vertieft, bekommen sie teilweise nicht einmal mit, dass man mit ihnen redet. Auch ich war so ein Kandidat der stundenlang in seine Welten abtauchen konnte, teilweise musste ich 2 Stunden vor Schulbeginn losgehen, damit ich pünktlich ankam.

Einige Male, war ich so in Gedanken, dass ich nicht einmal mitbekommen habe, wie ich in die Schule gekommen bin. Auch Samstags, stand ich einige Male vor der Schule und wunderte mich, warum keiner da war. Wenn dann noch interessante Dinge meinem Schulweg passierten. Führte das in der Regel dazu, dass ich zur Schule rennen musste. So war das mit mir und einige Male wurde mir meine Abwesenheit zum Verhängnis.

So schnell kann es gehen

Ich (ca. 6 Jahre) wohnte in Berlin-Wilmersdorf nähe Berliner Straße und ich befand mich auf dem Heimweg. Es war, soweit ich mich noch erinnern kann, Glatteis auf der Berliner Straße und ich schaute auf die gegenüberliegende Ampel. Als diese auf Grün umsprang, ging ich los. Ein paar Meter später, hörte ich ein Schleifen von Reifen und kurze Zeit darauf flog ich durch die Luft. Zurück auf dem Boden der Realität aufgeschlagen, schob mich das Fahrzeug über die Kreuzung. Dem glücklichen Umstand, dass ich heute noch lebe, verdanke meiner Schultasche. Sie diente in diesem Moment als verkeilter Schneepflug, welcher verhinderte, dass ich unter das Auto geriet.

Ich hatte tierische Angst als Passanten zu mir kamen und meinten, dass sie die Polizei rufen und das andere auf die Autofahrerin achten sollen. Ich wollte nur nach Hause, durfte aber nicht weil ja noch keine Polizei da war. Das warten auf die Polizei war finster, ich hab ja schließlich ein Auto kaputt gemacht. Als diese dann endlich da war, hat Sie versucht mir zu versichern, das alles gut war. Aber als sie dann meinten, wir bringen den Jungen nach Hause. Wurde ich unruhig, ich als Verbrecher werde von der Polizei nach Hause gebracht, das gibt bestimmt Ärger. So kam es dann nicht. Weil alle froh waren, dass ich noch heile war.

Was war mein Fehler gewesen?

Die Berliner Straße verfügt über eine Mittelinsel und ich schaute nicht auf meine Ampel, sondern auf die Ampel hinter der Mittelinsel. Ich hatte Glück, bis auf ein komplett blauen Oberschenkel ist mir nichts passiert.

Das Glück war mir hold

Um auf diesem Planeten erwachsen zu werden, braucht man etwas Glück. Aber wenn man es geschafft hat, profitiert man von den Erfahrungen der Jugend. Meine damalige Unaufmerksamkeit bzw. Fehleinschätzung führt beispielsweise heute dazu, dass ich versuche möglichst alles abzudecken was mir evtl. zum Verhängnis werden kann.

Vorbereitung und Ruhe ist alles

Deshalb habe ich ein Faible für Multitools. Wenn ein Gerät nur eine Funktion aufweißt, kann ich es nicht gebrauchen. An meinem Rad habe ich deshalb sämtliche Utensilien bei, welche mich in Szenario X, Y und Z unterstützen. Alles abzuwägen funktioniert nicht, aber man kann auf brauchbares setzen. Nichts ist schlimmer, als irgendwo hängen zu bleiben und kostbare Lebenszeit zu verlieren, nur weil man zu dämlich war.

Wichtig ist, wenn etwas passiert was Dich aus der Bahn wirft. Ruhe bewahren… Wer meckert kann nichts. Meckern und Zetern hält Dich nur davon ab, zu erkennen was wirklich wichtig ist und forciert Folgeprobleme weil Deine Aufmerksamkeit den falschen Schwerpunkt hat.

Hab Vertrauen in Dich, wenn Du es bis jetzt geschafft hast… Dann geht es auch weiter.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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