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Nationalisten: Es war einmal…

Nationalisten: Es war einmal…

Überall in Europa sind die Spuren des 2. Weltkrieges noch existent. Vom Meer bis nach oben in die Berge, es liegt noch Müll und Unrat aus dieser Zeit herum. Von einigen Hinterlassenschaften, droht sogar heute noch eine Gefahr. Ob es nun Land- und Seeminen, Gefahrenstoffe oder anderes militärisches Material ist, eine unbedarfte oder nicht durchgeführte Handlung kann zu einer Katastrophe führen. Dennoch gibt es 75 Jahre nach dem Krieg wieder Stimmen, welche die Vergangenheit völlig verdrängt oder eher wahrscheinlich nie akzeptiert haben. Auch die Bereitschaft Konflikte beizulegen, scheint nur noch eingeschränkt möglich zu sein. Einiges kann mit den sozialen Medien und unserem kindlichen Umgang mit Technologie erklärt werden, doch längst nicht alles. Ist es die Überforderung, sich um Lösungen zu bemühen? Sind wir unfähig Kompromisse einzugehen? Zählt im Kapitalismus nur noch Rendite und Neid? Was sagt es über uns aus, wenn wir uns auf Kosten anderer bereichern?

Krisenherd Erde

Es ist wie verhext, gefühlt geht seit einigen Jahren kaum eine Woche ohne eine Krise vorüber. Mit jedem Tag sinkt auch scheinbar die Möglichkeit ohne größere Blessuren aus den ganzen Krisen heraus zu kommen. Russland greift fleißig unsere digitale Infrastruktur an. China tut es Russland gleich und niemand ist in der Lage etwas dagegen zu unternehmen. Amerika schafft sich gerade selber ab und die EU hat überhaupt keinen Plan, wie man die ganzen nationalen und finanziellen Interessen unter einen Hut bringen soll. Niemand scheint zu Kompromissen bereit und verschläft so ganz nebenbei, dass sich die Erde weiter dreht. Und wir Deutschen? Wir lassen uns fleißig veräppeln und bauen mit russischen Staatskonzernen die Pipelineinfrastruktur aus. Wie deutlich muss man uns Europäern eigentlich noch zeigen, dass unsere “Partner” uns für unfähig halten?

Ich meine, wir arbeiten mit aller Kraft daran, dass uns der Rest der Welt für planlos hält. Nicht ganz so effizient wie einige Präsidenten des amerikanischen Kontinents, aber auch in Europa gibt es diese Spezialisten. Die einzige Konstante scheint zu sein, dicke Geschäfte zu machen und durch Kapitalanhäufung einen Machtgewinn zu erhaschen. Der ein oder andere “Staatsmann” baut seine Amtszeit aus und träumt von einem Reich, welches seinem Machthunger entspricht. Als nächsten Krisenherd werden wir auch wohl wieder mit Israel und dem Iran rechnen müssen. Anscheinend sind die beiden Staaten gerade massiv dabei sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Es geht rund im Cyberspace und jeder probiert sich mal aus. Wirkliche Konsequenzen sind auch nicht zu erwarten, denn der Großteil der Angriffe wird sang und klanglos hingenommen. Schließlich möchte man ja keinen Krieg vom Zaun brechen. Aus deutscher Sicht, sind informationstechnische Anlagen auch eher als Neuland zu begreifen. Wir schützen unsere Infrastruktur aktiv durch das nicht Vorhandensein von Internetanbindungen. Auch die Landflucht ist kein Thema, die mit der Verfügbarkeit von vernünftigen Internetanschlüssen einhergeht. Das wir damit, unteranderem, Räume für Nationalisten und Faschisten schaffen, ist uns herzlich egal. Das Ausdünnen der ländlichen Bevölkerung, durch die konsequente Nichtexistenz von Infrastruktur, hinterlässt Angst und Frust. Stattdessen scheint es die einzige Aufgabe von Politikern zu sein, die eigenen finanziellen Interessen zu schützen bzw. auszubauen.

Beobachtet man die Protagonisten im Spiel der Macht, so könnte man zu dem Schluss kommen, dass unser Wirtschaftssystem eine primäre Triebfeder in den vorherrschenden Konfliktfeldern ist. Zugegeben der Kapitalismus allein ist nicht Schuld daran. Wir bzw. das zahlungskräftige Klientel baut die Rahmenbedingungen in diesem System aus. Überlässt man ein System primär den Egomanen und Psychopathen, so sind auch dessen Auswüchse in dieser Ecke zu finden. Man nimmt sich was man braucht und zerstört, übernimmt und manipuliert an Allem herum, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Auch das eigene Volk, wird unter Generalverdacht pauschal analysiert und bespitzelt. Rechtliche Grundlagen und das Einhalten von Verträgen? Sind doch nur was für die Anderen. Jeder zeigt mit dem Finger auf die Anderen und hält es selbst nicht für nötig, sich an sein eigenes “Wort” zu halten.

Wie umgehen mit einer digitalen Kriegserklärung?

Dafür müssten wir unsere Definitionen von einem staatlichen Übergriff und die des digitalen kriegerischen Aktes erweitern. Außerdem müsste festgestellt werden, ob niedere Interessen vertreten waren. Im Endeffekt, könnte eine Person einen ganzen Staat lahmlegen. Daraus dann einen kriegerischen Akt zu zaubern, ist schon eine Nummer. Grundsätzlich ist es eine Straftat und nur die Eitelkeit einiger Staatenlenker bauscht einen Umstand so stark auf, dass einem nur die Flucht nach vorne bleibt. Aus meiner Sicht, ist ein kriegerischer Akt immer ein Verbrechen. Vielleicht wäre es besser und ehrlicher, wenn wir international auf solche Ereignisse reagieren würden und den Verursacher weltweit, für einen signifikanten Zeitraum sperren. Ein wiederholter Angriff aus diesem Bereich, würde eine Steigerung der Sperrfrist zur Folge haben usw.. Ich denke, da wir momentan nur eine Sprache kennen, nämlich die des Geldes. Würde der finanzielle Nachteil, der Provider, zwangsläufig zu einem Umdenken führen. In der heutigen Zeit sind wir alle auf eine reibungslose Kommunikation angewiesen. Provider müssten somit viel gezielter und zeitnaher auf Angriffe regieren.

Ein Austausch ist unumgänglich

Jetzt könnte man sagen, dass diese Form der Ächtung einen Maulkorb für die freie Meinungsäußerung darstellen würde. Jedoch ist ein Übergriff dieser Art, keine freie Meinungsäußerung. Eher könnte man von einer direkten Schädigung des Opfers aus der vermeintlich existierenden Überlegenheit des Aggressors sprechen. Man hält sich für etwas, was man niemals erreichen kann, da man die Regeln eines respektvollen Diskurses nicht beherrscht. Frei nach dem Motto: Es gibt nur 2 verschiedene Meinungen. Meine und die Falsche. Wir sind nun mal verschieden und nur durch den Austausch von Meinungen und Wissen entwickeln wir uns weiter.

Gehen wir kriegerisch miteinander um, werden wir uns niemals akzeptieren. Wir tragen eher dazu bei, die Fronten zu verhärten und einen vernünftigen Diskurs auf nachfolgende Generationen auszulagern, weil wir selbst zu inkompetent sind.

Schaffung einer internationalen Cyberabwehr

Würden wir auf einen Cyberangriff mit militärischen Mitteln antworten. So wäre in erster Linie die Bevölkerung betroffen. Also die Leute die in der Regel wenig mit den Machtspielchen unserer Staatenlenker zu tun hat. Mit einer internationalen Cyberabwehr würden wir einen Straftatbestand schaffen, welcher diesen Akt als eine Straftat beschreibt. Im Grunde kennt unser Recht diesen Straftatbestand, jedoch sind unsere Institutionen nicht auf die Globalisierung und das Internet vorbereitet. Folglich wäre, mit einer internationalen Verfolgungsbehörde, eine kriegerische Auseinandersetzung unnötig. Dafür braucht es aber Mut. Es würde versucht werden, die Gründung einer solchen Organisation zu verhindern. Fadenscheinige Argumente von der Aufgabe der Souveränität usw. würden die Runde machen und schon würde wieder alles im Sand verlaufen. Fakt ist, dass für uns alle Regeln gelten und wäre es nicht leichter, wenn wir uns auf “universelle Regeln” einigen könnten. Gemeinsam könnten wir viel mehr erreichen. Natürlich könnte man auch national auf diese Angriffe reagieren, aber es wäre dann nur ein leichtes Strohfeuer und es hätte nicht die Kraft ähnliches in Zukunft zu verhindern.

Wo Staaten versagen, …

Stattdessen könnte ich mir eher vorstellen, dass sich irgendwann Server-Betreiber zusammenschließen und eine Struktur aufsetzen, welche solche Schurkenrechner durch Blocklisten unschädlich machen. Als Idee schwirrt mir ein P2P-Ansatz durch den Kopf. Es müssten Warnschwellen existieren und bei Missachtung, würde der entsprechende Rechner aus der Übermittlung der Datenpakete genommen. Im Grunde genommen eine Fail2Ban Lösung, nur globaler abgestimmt. Das Problem ist die Missbrauchsmöglichkeit. Ein manipuliertes System könnte so “unschuldige” Server melden und so den Provider vom Netz ausschließen. Macht man es über die Menge der meldenden Systeme, ist man auch hier schnell bei einer Missbrauchsmöglichkeit. Es muss eine Möglichkeit existieren, die Echtheit der Meldung zu verifizieren. Allerdings habe ich noch keine Idee, wie man diese Echtheit nachweisen könnte. Bindet man die Provider ein, über dessen Systeme die Angriffe laufen, so könnte man doch schon tiefer in die aufgebauten Schadstrukturen schauen. Problematisch ist solch ein Eingriff schon, denn wir gefährden mit solchen Techniken die freie Kommunikation im Internet.

Interessant wäre dieser Ansatz aus meiner Sicht schon, denn auch wenn meine Systeme primär durch russische und chinesische Systeme angegriffen werden. So sind auch Systeme aus Amerika, Deutschland und anderen Staaten vertreten. Wer jetzt, im Einzelnen, versucht meine Systeme zu beeinträchtigen kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Wie auch, denn ich verfüge nicht über die Informationen, welche Systeme von wem auch immer kontrolliert werden. Ich kann nur beurteilen, dass Abusemeldungen an chinesische und russische Provider keine Auswirkungen haben.

Ich bin gespannt wie die Zukunft ausschaut und wie wir in Zukunft mit der Bedrohung unserer Infrastruktur umgehen werden.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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