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Liberale Träume, von einer privatisierten Welt ohne Grenzen

Liberale Träume, von einer privatisierten Welt ohne Grenzen

Es ist wie mit allen Dingen, die einem im Alltag begegnen. Man übersieht vieles, weil man es für völlig normal hält. Erst wenn man etwas Abstand gewonnen hat, bekommt man einen Blick für gewisse Themen die einem ständig über den Weg laufen. Vor kurzem war ich im Urlaub und hatte mir vor genommen, meine Firma mal Firma sein zu lassen. Auch Nachrichten wollte ich nicht sehen, denn ich wollte sämtliche Fremdeinflüsse ausblenden. Es ist mir nur bedingt gelungen, aber ich bin durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. Ich hatte etwas Zeit, über grundlegende Dinge in meinem Leben nach zu denken.

Andere Länder, andere …

Nun, da ich diesmal durch die skandinavischen Länder reiste. Durfte ich mal mitbekommen, wie es aussieht, wenn man etwas anpacken möchte. Ich habe flächendeckendes Internet bestaunen dürfen und ich habe gesehen wie eine Infrastruktur aussehen kann, die sich auf Elektromobilität einlässt. Ich war einem Tempolimit ausgesetzt, bin dennoch am Ziel angekommen. Und das Unglaublichste, ich stand nur einmal im Stau, inklusive Stadtverkehr und rund 3000 km außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Zum Vergleich, ich habe keine 300 km ohne mehrere Staus in Deutschland, ohne Berufs- und Stadtverkehr, geschafft. Stattdessen hatte ich einen Stau, mit komplettem Stillstand für rund 30 Minuten.

Nun jetzt kann man sagen, dass die Bevölkerungsdichte und die Auslastung nicht dem deutschem Standard entspricht. Dem muss ich zustimmen, aber mir ist eines aufgefallen. Es gibt nicht so viele Raser und Kriege auf den Strassen, welche aus meiner Sicht hauptsächlich für die Verzögerungen verantwortlich sind. Klar gibt es unter den jungen Fahrern, auch Situationen die unnötig sind, aber die konnte ich an einer Hand abzählen.

Sehen, was möglich ist!

Die erste Auffälligkeit die einem ins Auge sticht, wenn man dort mit dem Auto unterwegs ist. Es gibt in fast jeder Stadt Entschleunigungssysteme in Form von Schwellen und Kreisverkehren. Getreu dem Motto, wer nicht hören kann muss fühlen. Schnelle Ortsdurchfahrten habe ich somit nicht erlebt und auch sonst gab es selten Fahrer, welche einem die Pest an der Hals gewünscht hätten. Fahrrad- und Fußwege sind mir außerhalb der Städte etwas zu wenig gewesen, aber es gab immer genügend Abstand zu den Teilnehmern. Und wenn es mal nicht klappte mit dem vorbeifahren, wurde ohne wildes Hupkonzert und Geschrei gebremst. Alles im allem ein sozialeres Autovolk, ähnlich wie die Engländer.

Man fährt also durch die skandinavischen Länder, schaut sich alles genüsslich an und sieht merkwürdige Plätze. Plätze mit Säulen für Elektroautos. Und dann fängt man an, darauf zu achten wie viele E-Autos man sieht. Anfangs zählt man noch, aber das lässt man ganz schnell sein, weil man feststellt das es keinen Sinn macht. Auch scheinen die Norweger keine Angst vor den Bergen, mit den Elektroautos, zu haben. Überall wo man fährt, sieht man diese Fahrzeuge fahren.

Die nächste Auffälligkeit, ist die nahezu ständige Verfügbarkeit von Internetverbindungen. Egal in welchem Tal, Wald oder Berg man sich befand, irgendwie war man ständig Online und das nicht langsam. Es war schwieriger einen Ort zu finden der kein Netz hatte, als einen mit Netz. In Deutschland muss man nur eine Großstadt verlassen oder auf die Autobahn fahren und man bekommt nur noch Telefongespräche hin. Und wenn man völlig von der Außenwelt abgeschnitten sein möchte, geht man in ein Dorf, einen Wald oder an einer Bahntrasse entlang.

Manchmal habe ich geglaubt, Google Maps hat die Offlinekartenfunktion nur für Deutschland und die Antarktis bereitgestellt. Meinen Kunden erzählte bis dato immer, dass wir, was das Thema Internet und Mobilfunk angeht, eher 3. Welt sind. Das ich mit dieser Aussage sowas von Recht hatte und nicht mal scherzhaft übertrieben habe, war mir so nicht bewusst. In Deutschland bin ich es ja gewohnt, alles ständig Offline verfügbar zu haben. Also habe ich gigabyteweise Daten vorgeladen, um keine Bösen Überraschungen zu erleben. Alles umsonst gewesen, denn ich hatte ständig Netz. Zugegeben, nicht ganz umsonst! In Deutschland habe ich die Offlinedaten genutzt.

Veränderung? Nein Danke!

Anfangs habe ich noch gedacht, man was sind wir Deutsche unfähig. Es kann doch nicht sein, dass uns der Sabber aus dem Mundwinkel läuft, wenn wir die Wörter Internet und E-Auto hören. Ein Auto muss krach machen und stinken, sonst ist es kein Auto. Ein Smartphone ist nur zum telefonieren da und ansonsten ist es nur ein Spielzeug für Kinder und Jugendliche, welche sich ihre Halswirbel damit verbiegen. Auch das bezahlen funktionierte hier mit Karten reibungslos und ich habe für meinen Urlaub nur wenige Münzen benötigt, weil diese nur zum Duschen benötigt wurden. An einem einzigen Campingplatz am Eidfjord (Norwegen) habe ich mit Bargeld (Euro) gezahlt, weil dieser kein Kartenterminal hatte, dass war aber die Ausnahme. Und der Betreiber entschuldigte sich dafür und versprach dies abzustellen.

Ich habe also mit allen Sinnen erfahren dürfen, dass wir in Deutschland nur von Quacksalbern und Marionetten begleitet werden. Bargeldabschaffung im Kampf gegen Korruption und Schwarzgeldzahlungen? Andere Länder leben dies, wir labern nur rum. Internet flächendeckend und über Berg und Tal? Andere Länder bekommen das scheinbar problemlos hin, bei uns heißt es nur Neuland. Elektromobilität und Ladenetzausbau, ist bei uns eine unlösbare Aufgabe. Wir bekommen es ja nicht einmal auf die Kette Wasserstofftankstellen bereit zu stellen. Geschweige denn, einen Flughafen fertig zu bekommen. Stattdessen lassen wir uns von Konzernen ausnehmen und düpieren. Ich habe keine Ahnung wie lange wir diesen Stillstand noch halten können. Aber wenn wir nicht bald handeln, sind wir nicht nur scherzhaft 3. Welt.

Auto? Nein Danke!

In der Informatik gibt es einen Begriff, an den sich jeder Informatiker mehr oder weniger hält. KISS -> Keep it simple, stupid! Wir können es uns nicht leisten eine Technik am Leben zu halten, die tausende von Teilen für Regelungstechnik und Funktionen benötigt, nur um Arbeitsplätze für eine sterbende Fahrzeuggattung bereit zu halten. Klar ist es eine Ingenieurskunst ein Auto so voll zu knallen, dass es überhaupt noch fährt. Ist es von Nöten? Wir bauen angeblich immer sparsamere Motoren, aber verbrennen diesen “Vorteil”, um noch mehr Technik in die Fahrzeuge zu stopfen. Unsere Autos betrachte ich mittlerweile als wilde Knetblöcke, kaum ein Mechaniker kann diese Teile reparieren und tauscht stattdessen im trial and error Verfahren jede Komponente und der Kunde zahlt fleißig.

Mein Leihwagen beispielsweise, hatte ein Plastikteil im Kühlsystem welches mir im Ausland zerbröselte. Das Ergebnis war, der Motor überhitzte und ich musste die Heizung für den Innenraum tot legen, um meinen Urlaub fortsetzen zu können. Das Teil ist nicht ohne Grund aus Plastik, es soll kaputt gehen. Im Klartext, baut also der Fahrzeughersteller Sollbruchstellen in die Fahrzeuge ein, um mich an die Werkstätten zu binden. Ein ahnungsloser Konsument, hätte keinen Schlauchverbinder für ein paar Euros gekauft. Sondern, bei einem privatem PKW, eine teure Reparatur im Ausland stemmen müssen. Mal abgesehen davon, dass ich diesen Schlauchverbinder eigentlich nicht benötigt hätte, aber ich wollte kein Risiko eingehen. Wenn die eine Komponente schon zerbröselt, was ist den mit den restlichen Plastikteilen in dem Kühlsystem.

Was soll ich also von einer Industrie halten, welche bewusst darauf setzt mich zu betrügen. Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ich keinen fossilen Verbrenner an der Backe habe. Mein Verleier war natürlich dankbar, dass ich die kostengünstige Variante wählte und den Motor nicht zerstört habe. Natürlich habe ich diese Entscheidung nicht uneigennützig getroffen. Denn so habe ich nur 2 Stunden, meines Urlaubes, für diese unfreiwillige Pause investiert. Und ich hätte weitere Kosten für mich generiert, weil ich die Fährtermine nicht hätte halten können. So habe ich also wieder einmal lernen dürfen, egal was für Auto du fährst ob neu oder alt, du wirst über den Tisch gezogen. Ich mag mir gar nicht vorstellen. Wie unangenehm es gewesen wäre, wenn ich mit diesem Defekt im Oslofjordtunnel stecken geblieben wäre. 130 Meter unter dem Meeresspiegel und eine Steigung die jeden Motor, in diesem Modus, gekillt hätte. Außer, einen alten VW Käfer mit Luftkühlung. Der Gestank der Autoabgase dort unten, war bestialisch. Und du musst dich dort unten mit deiner Familie herumtreiben. Gesund ist anders! Mich würde mal interessieren, wie oft die Norweger dort Fahrzeuge heraus ziehen müssen.

Bahn? Kann später werden!

Wenn ich als Pendler nur die Bahn benutzen würde, wäre ich im nirgendwo verhungert. Bei der Bahn ist es völlig normal, Kunden auf der Hälfte der Strecke auf einem toten Bahnhof abzusetzen und Lebewohl zu sagen. In 3 Jahren, ist mir das mindestens 3 mal passiert und ich war jedesmal froh, ein Fahrrad dabei gehabt zu haben. Auch hier hört man von den Politikern nur Geschwafel. Wir müssen investieren und die Bahn attraktiver machen. Ich bin nicht jeder Kunde, ich nehme das Leben wie es kommt. Macht ihr das mit normalen Kunden, fahren die nie wieder mit der Bahn! Das Unternehmen muss umstrukturiert werden. Nichts mit AG und Geldfluss aus dem Haus, dann könnte es was werden.

Eine aktuelle Debatte will den Flugverkehr zwischen Bonn und Berlin sanktionieren. Also das Pendeln von Politikern, die zu bequem sind ihren Hausrat permanent in der Hauptstadt abzustellen. Primär soll jetzt die Bahn damit gestärkt werden. Ich weiß ja nicht. Ob die Damen und Herren das so gut durchdacht haben. Es kommt doch keiner mehr am Zielort an, wenn die Bahn das übernehmen soll. Wenn die Bahn bei rund 60 Kilometern Bahnstrecke, eine Verspätung von 10-30 Minuten bzw. Komplettausfälle generiert. Was passiert dann, bei rund 600 Kilometern? Die kommen doch niemals an und werden noch als vermisst gemeldet! Oder schlimmer noch, man ließt in der Bild oder B.Z.:

Politiker auf Bahnhof jämmerlich verhungert – Bahnchef Lutz ratlos!

Der war jetzt gemein. Er ist ja für Grube eingesprungen, weil keiner die Verantwortung für die Karkasse übernehmen wollte. Grube war ja der eigentliche Verursacher, der konsequent an der Demontage des Unternehmens gearbeitet hat. Mit Erfolg, wie man sehen kann. Hauptsache man schleppt genügend Pinkepinke aus dem Unternehmen raus.

Fazit

Wir sollten den Konzernen die Daumenschrauben so hart anlegen, dass solche Umstände mit harten Sanktionen bestraft werden. Wer Konsumenten betrügt und schröpft, sollte nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Ich für meinen Teil würde Stück für Stück den Konzernen ihre Kompetenzen entziehen, bis sie vom Markt verschwunden sind, aus ihren Fehlern gelernt haben oder vom Staat übernommen wurden, wenn es sich um Infrastruktur handelt. Ich begrüße also im vollem Umfang den Schritt der Franzosen, die Besteuerung unserer Parasiten (Digitalsteuer) einzuleiten. Lasst Trump doch gegen die Wand laufen, die USA hat sich selbst vor Jahren ins aus geschossen. Ich muss keinem Wirtschaftssystem den Vorrang geben, welches nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Heutzutage können wir nur noch jammern. Oh nein, die Konzerne drohen mit Massenentlassungen. Ehrlich gesagt, kann ich dieses Geschwafel nicht mehr hören. Sollen sie gehen, Konzerne die gehen wollen hält man nicht auf. Wenn sie Geschäfte mit Millionen von Menschen machen wollen, dann müssen sie auch den Preis dafür zahlen. Und das sind nun mal die Steuern, welche unser Zusammenleben finanzieren. Würde jedes Unternehmen seine Steuern anständig zahlen, wäre die Last auch nicht so hoch. Stattdessen gehört die angedrohte Kapitalflucht zu unseren größten Problemen. Parasiten handeln nun einmal so. Wenn der Wirt tot ist, dann fliehen sie, weil sie nicht in der Lage sind selbstständig zu überleben.

In Deutschland gab es einmal das Kredo, Leben und leben lassen. Ich hoffe wir finden den Weg und kuschen nicht vor den Konzernen. Den Fehler den wir alle gemacht haben, ist solche Konzerne zuzulassen. Wenn etwas so mächtig wird, dass es dich selbst fressen kann, erleg es besser! Diese Megakonzerne, haben nichts mehr mit Chancengleichheit und Konkurrenz zu tun. Nur wenn wir dies begreifen, kann der Markt sich selbst regulieren und niemand muss einspringen, um Katastrophen zu verhindern. Auf gut Deutsch, haben folglich die ganzen Regulierungsbehörden Jahrzehnte verschlafen und sind ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden. Stattdessen, haben sie sich selbst kastriert und handlungsunfähig geschaltet. Wenn die Gier einzelner Individuen zu einem Problem für Nationen wird, dann kann man schon von einem Komplettversagen des Systems sprechen. Und so etwas bezeichnet man dann als demokratische Strukturen. Wir haben für alles Regeln und Gesetze, aber niemand tritt für diese ein.

Auf in den Kampf, gegen den Filz und die verstrickten Netzwerke! Um mich mal an den Werbespruch vom BKA ran zu hängen.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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