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Zukunft, sieht zu?!

Zukunft, sieht zu?!

Als Kind hab ich mich immer gefragt, was bringt mir die Zukunft. Welche Erfahrungen werde ich in meinem Leben sammeln und wie fühlt sich das “Alt werden” an. Ich war schon immer neugierig, wollte verstehen wie die Welt funktioniert. Sei es drum, zu verstehen was meine Eltern mit dem Spruch: “Dafür bist du noch zu jung, um das zu verstehen.” meinten. Warum mir die Steckdose auf die Finger haute, wenn ich Mamas Stricknadeln hineinsteckte. Was Verlässlichkeit ausmacht und bedeutet, auch wenn diese anstrengend sein kann.

Auch heute kann ich noch Fragen stellen und ich bin dankbar, das ich dazu noch in der Lage bin. Viele sehen es als Schwäche an, nachzufragen und sich Dinge erklären zu lassen. Für mich bedeutet es, mir ist deine Aussage nicht gleichgültig. Ich möchte verstehen, was du mit mir teilen willst. Verstehen ist belohnen und kann ich dir dann auch etwas wieder geben, um so besser.

Noch sein ein Versteher!

Dennoch gibt es Sachen auf diesem Planeten, die ich überhaupt nicht verstehen kann und möchte. Ich wehre mich regelrecht dagegen, bestimmte Themen und Sichtweisen objektiv zu betrachten. Sie entsprechen nicht meiner Ethik. So lautet meine Entschuldigung um mein Gegenüber zu degradieren, ihm die Kompetenz abzusprechen mir Informatives mitzuteilen und ihm dergleichen angedeihen zu lassen. Ich führe gerne Gespräche an denen man sich gegenseitig abarbeiten und befruchten kann. Dabei ist mir aufgefallen, dass nicht nur ich dieses Problem habe. So stelle ich mal die Behauptung auf, dass jeder Gesprächspartner diesem Problem unterliegt. Geht es um deine Werte, Ängste und Erfahrungen bist du nicht mehr objektiv. Deshalb scheuen viele solche Gespräche, um sich nicht künstlich in Gefahr zu begeben.

Führt man dann den Versuch an, eine stark rechts konservative Äußerung zu hinterfragen, kollabiert in der Regel Sprachapparat des Gesprächspartners.
Eine einfache Frage: “Was würde es für dich bedeuten wenn du aus deinem Land fliehen müsstest und die Welt dich mit Mistgabeln vertreiben will?” Führt in der Regel dazu, dass du mit Phrasen zugeschüttet wirst, welche Andere erdacht und verbreitet haben.

  • Wenn wir einen Aufnehmen, dann kommen alle.
  • Das sind doch alles Untermenschen, die können mit unseren Werten nichts anfangen.
  • Die müssen alle raus, die machen doch nur Ärger
  • Die haben doch keine Perspektive, weil sie keine Ausbildung haben

Das sind so die Hauptargumente, welche ich immer wieder zu hören bekomme. Ganz hart finde ich dann diese Äußerungen von Personen mit Migrationshintergrund. Ich meine, deren Eltern bzw. sie selbst haben doch erleben dürfen wie es sich anfühlt. Die Äußerungen bleiben bestehen, selbst wenn man Belege dafür hat, dass die aufgesagten Phrasen keinen Bestand haben. Auch scheint das Alter einer Person, ein Auslöser für die Aufnahmebereitschaft solcher Phrasen zu sein. Personen die früher noch Menschlichkeit und Menschenrechte kannten, haben vergessen -> Alles weg. Selbst wenn sie miterlebt haben, wie sie selbst bespuckt wurden, weil sie Deutsche im Ausland waren.

Und was soll das jetzt?

Man hat sich gefragt wie damals der Nationalsozialismus so populär werden konnte, genauso wie jetzt auch. Eine These besagte, dass die Menschen aufgrund von finanziellen Ängsten (Ja auch damals hatten wir Probleme mit unserem Wertschöpfungssystem) empfänglicher sind. Nun heute kann man sich der Annahme nicht entziehen, dass unsere Art zu Leben doch dafür verantwortlich zu machen ist. Die Entmenschlichung bei fortschreitendem Kontrollverlust in unserem Wertschöpfungssystem ist im vollem Gange. Amerika zeigt uns das Endstadium des Kapitalismus. Das Interessante daran ist, dass aus dem Abfall wieder etwas menschliches aufkeimt. Verloren geglaubte Städte, kommen langsam wieder in den Genuss belebt zu werden.

Unsere Menschlichkeit und unser Verständnis entscheidet darüber, wie wir und miteinander leben. Wenn ich mich also verkaufe und das tue ich als Dienstleister jeden Tag, wie soll ich dann Respekt vor jemand anderem haben, ich habe ihn ja nicht einmal vor mir selbst. Das Problem ist, ich muss mich prostituieren, da andernfalls meine Lebensberechtigung in Frage gestellt bzw. die Brücke nach mir rufen würde. Ein Dilemma aus dem es, nach meiner Sicht, bei unserem derzeitigen Verständnis von Zusammenleben keinen Ausweg gibt.

Die Zukunft wird über uns richten. Wir müssen uns weiter entwickeln, dass ist der Lauf der Zeit. Unsere Zukunft wird sehen, was wir und wie wir uns angestellt haben.

In diesem Sinne, stelle ich mal die Frage.
Wie wäre es denn mit: “Zurück in die Menschlichkeit?”

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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