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Trinkfestspiele in Werder

Trinkfestspiele in Werder

Immer wenn das Baumblütenfest in Werder startet, herrscht in Berlin und Brandenburg der Ausnahmezustand. Polizisten aus aller Herren Länder werden herangeschafft, das Sicherheitspersonal wird im öffentlichem Nahverkehr aufgestockt und Berater werden postiert. Zugverbindungen werden eingerichtet bzw. umgeleitet und man bekommt in alter DB Manier, den Viehtransportstatus auf den Linien RE1 und RB22 aufgedrückt.

Wer den Viehtransportstatus mal miterleben möchte, kann ja mal am Wochenende eine kleine Reise Richtung Polen auf sich nehmen. Am besten startet ihr von Erkner aus. Seit Jahren volle Züge und die Bahn bringt keine zusätzlichen Züge auf die Strecke.

Abgenervt und abgekämpft

Das Zugpersonal ist aufgrund der vorgetankten oder abgefüllten Meute leicht gestresst und nur in der RB22 werden die Fahrscheine überprüft. Die Zugführer sind ständig am ermahnen und erinnern, dass in den Zügen Regeln herrschen, welche den reibungslosen Betrieb gewährleisten sollen. Das Sicherheitspersonal und die Bundespolizei, zieht ständig ein Gesicht wie sieben Tage Regen und Abends möchte man ihnen nicht über den Weg laufen. Bewaffnet bis an die Zähne steht das Sicherheitspersonal bereit, um Eskalationen schellst möglich zu beenden.

Alles wird beobachtet und geordnet, Parkplätze werden zu Einsatzzentralen, Korridore werden eingerichtet und die Beleuchtung wird aufgestockt. Denn ab 16:00 gehört Werder, den Trinkern aus Berlin und Brandenburg.

Einsatzzentrale vor dem Bahnhof Werder

Familientauglichkeit

Wer mit seiner Familie mal Werder besichtigen möchte und an den Festivitäten teilnehmen möchte, sollte Vormittags los gehen. Es ist eine schöne Stadt und bietet einiges für das Auge.

Wie schon erwähnt wird es ab 16:00 zunehmend unruhiger und der Nachwuchs könnte leicht irritiert auf die entgleiste Meute reagieren. Zur Schulung im Alkoholmissbrauch, kann man sich das mal mit seinem Nachwuchs geben. Hier findet man für jedes Stadium ein anschauliches Exemplar, um seine Thesen zu untermauern. Meistens fragt der Nachwuchs auch schon von selbst nach, da der Anblick so vieler Trinker schon einschüchternd sein kann. Vor allem wenn sie auf dem Bahnhof versammelt sind und ihre schlaffen Körper nach Hause schleifen müssen.

Paarungsmeile

Wer auf Partnersuche ist oder nach Paarungsmöglichkeiten ausschau hält, sollte je nach Vorliebe früher oder später auftauchen. Meine Empfehlung ist so 14:00, hier hat man noch die Chance den Menschen unter normalen Umständen kennen zu lernen. Der Alkohol lässt die meisten Teilnehmer sehr freizügig agieren und daraus kann leider auch Gewaltbereitschaft entstehen. Einmal die falsche Person angesprochen oder sich im Ton vergriffen, kann recht schnell zu einer körperlichen Zurechtweisung führen.

Einige völlig abgeschossene Personen, profitieren auch von dem Samariter-Effekt und kommen so zum Ziel. Fraglich bleibt jedoch, wie angenehm diese Zeitgenossen im späteren Verlauf sind. In der Regel sind diese Personen mit einem unwiderstehlichem Duft von Erbrochenem ausgestattet.

Das Auto

Wer mit dem Ziel nach Werder reist, sich zu betrinken. Sollte das Auto stehen lassen. Mal abgesehen von der moralischen Verwerflichkeit, sind verschärfte Kontrollen und der Mangel an Parkmöglichkeiten kein Mehrgewinn und gefährden Unschuldige. Dennoch gibt es genügend Personen, die betrunken mit ihrem Auto unterwegs sind. D.h. von den anderen Verkehrsteilnehmern, wird verstärkte Aufmerksamkeit gefordert.

Bei Wiederholungstätern, würde ich persönlich eine Versteigerung des Fahrzeuges in Betracht ziehen. Ich kenne genügend Personen, welche ohne schlechtes Gewissen unter Alkoholeinfluss Auto fahren.

Das Fahrrad

Mit dem Fahrrad kommt man auch recht gut nach Werder, hier kann man dem Europaradweg R1 oder dem Havelradweg folgen. Die Strecken sind gut ausgebaut und man kann auf dem Weg an diversen Punkten Kraft tanken.

Im Getümmel kann es mit dem Fahrrad manchmal etwas eng werden, aber es gibt genügend Möglichkeiten um sich dem zu entziehen.

Mein Fazit

An sich ist das Baumblütenfest eine schöne Sache und die Stadt bietet wie schon erwähnt einiges fürs Auge. Man kann sich am Wasser, in Parks oder direkt in der City vergnügen. Allerdings empfinde ich die Trinkkultur auf diesem Fest mehr als nervig. Das Großaufgebot der Bundespolizei verursacht bei mir eher ein Gefühl von Gefahr und Alarmbereitschaft.

Ich habe mehr Respekt vor bewaffneten und abgenervten Polizisten, als vor Betrunkenen die kaum ein Fuß vor den anderen setzen können. Wenn ich die heutigen Polizisten betrachte, sehe ich primär Schlägertypen welche gewaltbereit nur darauf warten, zum Einsatz zu kommen. Machen wir uns nichts vor, die Hundertschaften sollen auch so ausschauen. Aufgepumpt und mit Irokesenschnitt war früher die Ausnahme. Heute sind sie eher der Prototyp eines Polizisten bei der Hundertschaft.

Von daher meide ich zu dieser Zeit die Stadt und nehme sie nur wenn mein Job oder die Zugverbindung mich dort hin zwingt.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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