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Critical Mass – Ohne Vernunft geht es nicht

Critical Mass – Ohne Vernunft geht es nicht

Normalerweise sehe ich keine Notwendigkeit mich zu dieser Veranstaltung zu äußern, da sie bis jetzt immer funktionierte. Nach dieser Critical Mass (Berlin) muss ich mich mal zu Wort melden, denn sie lief völlig aus dem Ruder und produzierte Verletzte. Warum? Weil die Veranstaltung, welche immer am letzten Freitag im Monat stattfindet, langsam den Geist verliert und dadurch zu einer Gefährdung für die Teilnehmer wird. Ich bin schon ein paar Tage dabei, aber so etwas habe ich noch nie erlebt!

Was war passiert?

Die Mitglieder dieser Truppe, mich eingeschlossen, wollen einen festen Platz im Straßenverkehr einnehmen. Jedoch trägt das nicht mehr jeder mit und sorgt mit seiner Ignoranz dafür, dass wir mit ungewollten Konsequenzen rechnen müssen. Wenn wir also möchten, dass diese Veranstaltung weiterhin ein Erfolg bleiben soll. Dann sollten wir eine Grundregel niemals aus den Augen verlieren. Der Zusammenhalt! Ohne eine geschlossene Truppe, werden wir angreifbar und die anderen Verkehrsteilnehmer stoßen in die zersplitterte Masse und fahren uns kurzer Hand um. Am Görlitzer Park hat es eine Radfahrerin erwischt, weil ein Autofahrer in die Gruppe fuhr und für einen Impakt sorgte.

Darauf hin passierte der nächste Fehler und verursachte eine Lücke, die den Verband zersplitterte. Klar muss der verletzten Person geholfen werden, aber nicht von jedem Teilnehmer. Seht ihr, dass jemand hilft, dann zieht weiter und fangt nicht an zu gaffen. Zum ersten, ist es schwer unhöflich und ihr verunsichert die verletzte Person. Des Weiteren könnt ihr in der Regel wenig zur Aufklärung beitragen, da ihr den Unfall nicht direkt gesehen habt. Wenn also die Personen am Ort des Geschehens bleiben, die etwas gesehen haben, reicht das aus. Auch wird das herankommen der Rettungskräfte gestört, weil der Verband eine Blockade verursacht. Es bringt auch nichts den Autofahrer an zu machen, lasst dies die Polizei regeln. Er hat sowieso schon ein schweres Leben, denn er hat den fließenden Verkehr mit Unfallfolge behindert und einen schwächeren Verkehrsteilnehmer gefährdet. Bleibt deeskalierend und provoziert nicht weiter!

Schwer gefährlich!

Als nächstes kommen dann die Halbstarken, welche mal zeigen wollen wie hart sie fahren können. Springen und rutschen in der Masse herum, ohne auf die anderen Teilnehmer zu achten. Schauen dann noch nach hinten, um ihren Erfolg zu messen und rauschen dem Vorfahrendem voll ins Fahrrad. Klar will man Spaß haben, aber nicht zu dem Preis. Es bringt nichts, wenn man durch den Kontrollverlust weitere Teilnehmer in Gefahr bringt und dann noch ruft: “Sorry Bro!”

Es gibt genügend Teilnehmer, die nicht so sicher auf dem Rad sind. Von daher achtet bitte mehr auf die anderen Teilnehmer.

Bleibt in der Spur!

Betrachtet diese Masse als riesiges Fahrzeug. Ich finde es unmöglich, wenn Teilnehmer in den Gegenverkehr fahren und sich und andere damit gefährden. Klar, wenn wir in einer kleinen Strasse unterwegs sind, dann brauchen wir Platz. Aber nicht auf Hauptverkehrswegen, wo der Verkehr noch ungebremst auf euch zu kommt. Auch ist der Bürgersteig keine Rennmeile. Habt Geduld, ihr kommt schon nach vorne. Es klappt mir auch jedes mal die Kinnlade herunter, wenn ich sehe wie Radfahrer auf Straßenbahnen zufahren. Vergesst nicht, ein Auto wiegt schon um einiges mehr als ihr und ein passender Aufschlag beendet euer leben. Die Straßenbahn hingegen, macht mit euch kurzen Prozess!

Ich habe in Berlin schon viele Gleisunfälle miterleben dürfen und glaubt mir, es ist kein schöner Anblick. Vor allem, wenn von dem Verunfallten nur noch etwas Undefinierbares übrig bleibt. Fahrradfahrer sind in Deutschland noch unter den Fußgängern angesiedelt. Also wenn ihr am Leben bleiben wollt, müsst ihr für jeden Verkehrsteilnehmer mitdenken. Und wer ständig Unfälle baut und dennoch glaubt er sei ein guter Fahrer, hat nicht verstanden was im Verkehr gefordert ist. Egal mit welcher Fahrzeuggattung! Ich war auch mal Fernfahrer und ständig auf den Strassen unterwegs. Und zwar so lange, dass ich der festen Überzeugung war, irgendwann auf der Strasse zu sterben. Nicht, weil ich glaubte mein Gefährt unter Kontrolle zu haben. Sondern, weil es ständig Situationen gab, wo einem klar gemacht wurde, wie schnell einem das Licht ausgeknipst werden kann. Und nur mal für die Statistik, die bösesten Unfälle waren immer mit Zweirädern.

Insgesamt, habe ich auf dieser Critical Mass also 3 Unfälle gesehen, die einer nachträglichen Behandlung bedurften. Lasst nicht zu, dass diese Veranstaltung irgendwann zu einem Friedhof wird, weil niemand eine Ahnung hat wie er sich verhalten soll.

Wie funktioniert die Critical Mass?

In der Regel sorgt die Gruppe selbst für ein sicheres Vorankommen. Wie macht sie dies? Sie sorgt für Zusammenhalt und sperrt Fahrzeuge aus, welche in die Gruppe fahren wollen. Hierfür stellen sich einige Teilnehmer vor die Autos und verhindern damit das Eindringen in die Gruppe. Jeder Teilnehmer, kann dieser Korken sein und wenn ihr seht, dass jemand Hilfe benötigt, stellt euch dazu. Natürlich ohne die Autofahrer zu provozieren! Hauptsächlich werdet ihr von Fahrzeugführern angegangen, welche mit Audi, BMW und Mercedes ausgestattet sind. Sitzt dort ein junger Fahrer hinter dem Steuer, kann es durchaus schon mal vorkommen, dass dieser euch umfahren möchte. Vertraut der Gruppe, es kam bisher immer jemand zur Hilfe. Und mal im Ernst, es hält euch keiner ab, eine Anzeige zu starten. Wer sein Fahrzeug als Waffe einsetzt, muss seinen Führerschein abgeben. Sprecht euch ab, merkt euch die Beleidigungen und tauscht die Nummern aus. Die Strafen für Nötigung im Straßenverkehr sind äußerst empfindlich.

Lücken schließen

Werden die Lücken zu groß, müsst ihr bei einer roten Ampelphase stehen bleiben, da die Gruppe nicht einwandfrei als Konvoi erkennbar ist. Für die Fälle, dass wir zu stark auseinander getrieben wurden, gibt es eine App (Critical Maps). Hier könnt ihr verfolgen, wo sich die anderen Teilnehmer befinden und euch wieder anschließen. Das war es im Großen und Ganzen schon. Wenn man jetzt noch etwas Aufmerksamkeit hinzupackt, ist es eine gelungene Veranstaltung ohne Verletzte. Anmerkend, muss auch die Spitze etwas Geduld haben, denn wenn ihr den Anderen davon fahrt, sorgt ihr für Lücken.

Wie finden wir den Weg?

Gar nicht! Es gibt keine definierte Route. D.h. wenn ihr bestimmen wollt, wo die Reise hin geht. Müsst ihr euch an die Spitze kämpfen und mit am Entscheidungsprozess teilnehmen. Wird euer Vorschlag getragen, folgen euch die Anderen.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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