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Erfahrungen: T-Randonneur Lite

Erfahrungen: T-Randonneur Lite

Nach dem ich jahrelang mit dem Villiger unterwegs war und endlich wusste worauf ich achten musste. Entschied ich mich, letztes Jahr, meinen alten Drahtesel gegen einen neuen Drahtesel auszutauschen. Jedoch wollte ich auch keine 4000€ ausgeben, um festzustellen, dass mir das Rad nicht gefällt oder ich es nicht reparieren kann. Meine Werkzeuge hatte ich mittlerweile auch erweitert und investierte auch dort etwas Lehrgeld. Natürlich wusste ich hier bereits, dass ich noch weitere Teile an meinem Rad montieren wollte und schaute nach den Möglichkeiten des Rahmens. Monate lang überlegte ich, was mir am besten in den Kragen passt und stellte mir Unmengen an Fragen.

  • Welchen Schaltungstyp will ich in Zukunft benutzen?
    • Pinion
    • Nabenschaltung
    • Kettenschaltung
  • Soll es wieder ein Trekkingrad werden?
  • Was kann ich gegen einschlafende Hände unternehmen?
  • Wie sieht die Beschaffung von Teilen aus, wenn ich im Ausland bin?
  • Welches Rahmenmaterial ist das beste für mich?
  • … ?

Endlose Fragen, bis ich dann das T-Randonneur Lite von vsf fand.

Wie sieht das perfekte Rad für mich aus?

Ich weiß es noch nicht! Als begeisterter Radfahrer stellt man an seine Hardware besondere Ansprüche, welche für den Gelegenheitsfahrer ohne Bedeutung sind. Man will sich auf und mit seinem Rad wohlfühlen, da überlegt man schon 5 Minuten länger was einem wichtig ist.

Man spricht mit seinen Kollegen, dem Spezialsten aus dem Fahrrad laden, sucht im Netz und überwirft alles nochmal. So sah meine Suche aus. Ich habe mich schlimmer angestellt, als meine Frau im Schuh- bzw. Taschen-Geschäft ;).

Elektro oder nicht

Die Frage nach einem Elektrofahrrad habe ich mir nur eine kurze Zeit gestellt, denn ich hatte immer meine Bedenken mit der Zuverlässigkeit und der Reichweite. Bei Regen können die Dinger schon mal den Geist aufgeben und es nicht gesagt, dass es dann auch wieder funktioniert.

Zugeben bei Bosch und Shimano kenne ich diese Anfälligkeit nicht, aber bei Brosemotoren habe ich öfter negative Meldungen mitbekommen.

Mit steigendem Interesse wird die Technik grundsätzlich besser. Von daher spricht heutzutage nichts mehr gegen ein Elektrobike. Wovor ich abraten würde, sind Elektroräder mit Akku auf bzw. in dem Gepäckträger. Meist sind das Billigimporte, wo der ganze Rahmen wie ein Lämmerschwanz wackelt.

Für mich ist Elektrobiken noch nichts, ich möchte noch belohnt werden. Mit dem Gefühl, aus eigenem Antrieb massig Kilometer geschruppt zu haben. Auch wenn das Wetter manchmal einen “merkwürdigen” Humor hat.

Die Schaltung

Pinion

Seit einiger Zeit gibt es einen neuen Schaltungshersteller, welcher mit wartungsarmer und zuverlässiger Nutzung wirbt. Die Rede ist von Pinion. Endlich ein Hersteller, der sich dem Problem der Verschmutzung und der Haltbarkeit annahm. So war mein Eindruck zur Pinion.

Glücklicherweise habe ich in meinem Bekanntenkreis einige Pinionfahrer, ich konnte also aus erster Hand erfahren, ob das System etwas für mich ist. Was soll ich sagen, ich habe mit gegen die Pinion entschieden. Die Gründe sind zum einen praktischer Natur und zum Anderen systembedingt.

Pinion mag ein schönes Stück Technik sein, dennoch überzeugte es mich nicht. Das Getriebe verfügt über einen Totpunkt, wenn man aus dem Leerlauf in den Vortrieb wechselt. Die Wartbarkeit im Ausland steht auf wackeligen Füßen und es gibt nur wenige Räder, welche sich im “preislichen Normalbereich” aufhalten.

Wie bei der Nabenschaltung, hat man auch bei diesem Schaltungstyp “immer” die Möglichkeit zu schalten. Unter Last muss man bei jeder Schaltung etwas aufpassen, man gewöhnt sich aber schnell an den Luxus im Stand mal den Gang zu wechseln.

Im Vergleich zur Kettenschaltung empfinde ich die Pinion als kleinen Räuber von Energie, man merkt das einem etwas Energie für den Vortrieb genommen wird. Als Vorteilhaft empfand ich das runde Trittgefühl der Pinion.

Nabenschaltung

Genau wie bei der Pinion steht auch hier die Wartbarkeit bzw. Reparatur im Ausland bei mir im Fokus. Aus meinen Erfahrungen und denen meiner Mitstreiter, stehe ich den Nabenschaltungen etwas skeptisch gegenüber. Totpunkte, Trockengelaufene Naben und die Belastbarkeit sehe ich bei diesen Naben nicht gegeben.

Einige meiner Kollegen, schwören auf Rohloff bzw. Allfine und konnten sich unterwegs immer irgendwie helfen. Die Suche nach Hilfe dauerte zwar teilweise etwas an, aber sie kamen immer wieder nach Hause ;). Es traut sich halt nicht jeder ran, dass sollte man bedenken.

Kettenschaltung

Anfällig für Verschmutzung und daraus folgend höherer Verschleiß. Ersatzteile bzw. Notlösungen sind für diesen Typ in rauen Mengen vorhanden und dies auch in Gegenden wo sich kaum jemand aufhält.

Allerdings muss man hier, im Gelände, etwas mehr auf die Schaltung achten. Ein Ast kann sehr großen Schaden an den Speichen und dem Schaltwerk verursachen. Vor allem, wenn man sich in den oberen Kränzen nahe der Speichen befindet.

Daher sollte man aus meiner Sicht, wenn Geländefahrten vorgesehen sind, über einen Schaltungsschutzbügel nachdenken.

Ketten

Auch musste ich lernen, dass Schmierung im Übermaß nicht gut für die Kette ist. Sie zieht vermehrt Sand und Dreck an. Der Verschleiß erhöht sich an jeder Komponente die mit der Kette angetrieben werden.

Am besten ist es für eine Kette, wenn sie leicht benetzt ist. Überschüssiges Öl sollte nach einer Einwirkzeit von ein paar Minuten wieder abgewischt werden.

Tipp: Große Ritzel fahren

Bei Kettenantrieben ist es von Vorteil wenn man die größeren Kränze benutzt. Man senkt damit den Verschleiß an den Kettenblättern und der Kette. Die Leistung kann besser verteilt werden und man belastet einzelne Zähne bzw. Glieder nicht übermäßig.

Die Bereifung

Bei der Bereifung muss man den Einsatzzweck etwas im Auge behalten. Möchte ich viel im Gelände fahren, sollte man über breitere Reifen nachdenken. Der Vorteil liegt hier in der breiteren Auflagefläche. Auf sandigem Untergrund schlingert das Rad nicht so schnell und man bekommt die Kraft besser auf den Untergrund. Vermindert wird auch das minimale wegrutschen, wenn man auf steinigen Strecken unterwegs ist.

Schmalere Reifen eignen sich hervorragend in der Stadt. Allerdings können für den/die ungeübte/n Fahrer/in Probleme auftreten, wenn man in kleine Rillen des Radweges eintaucht. Das schmalere Rad folgt solchen Rillen stärker und rollt am besten auf einer asphaltierten Strasse.

Laut Schwalbe, haben breitere Reifen einen geringeren Rollwiderstand. Die Auflagefläche verschiebt sich von Senkrecht (schmale Reifen) zu Waagerecht (breitere Reifen) zum Mantel.

Im Alltag kann ich diesen Unterschied nicht nachvollziehen. Man hat mehr damit zu tun, mit breiteren Reifen auf höhere Geschwindigkeiten zu kommen.

Mit Stichschutz

Die Pannensicherheit ist ein wichtiger Faktor. Niemand möchte Unterwegs im Nirgendwo mit einem Plattfuß stehen bleiben. Nach meiner Erfahrung, kann ich nur die Schwalbe Marathon Plus bzw. Marathon Plus Tour empfehlen.

Beide Mäntel haben die momentan höchste Stichschutzklasse. Dennoch habe ich festgestellt, dass die Plus Tour anfälliger sind für das aufstellen von Scherben. Das grobere Profil stellt so manchen spitzen Gegenstand auf und das Hinterrad kassiert dann die aufgerichtete Spitze.

Passiert jedes Jahr ein bis zweimal, aber bei meiner momentanen Laufleistung (ca. 16.000 km/Jahr) ist das kein Beinbruch. Continental, Michelin und Kenda würde ich persönlich in der Pfeife rauchen. Hier ist der Stichschutz nur aufgedruckt und demzufolge reine Geldverschwendung.

Finger weg!

Es gibt im Handel nachrüstbare Stichschutzeinlagen, Wenn man bei der Montage nicht sauber arbeitet, kreiert man Scheuerstellen an dem Schlauch und demzufolge vermehrt Plattfüße.

Auch von Schläuchen mit Pannenschutzflüssigkeit, braucht man keinen Gebrauch machen. Hier ist mehr der Wunsch auf die spontane Selbstheilung vorhanden als der praktikable Nutzen.

Der Rahmen

Das wichtigste an einem Rad ist der Rahmen! Er entscheidet über Erfolg und Misserfolg einer Tour. Für ein zuverlässiges Trekkingrad bzw. Randonneur, sehe ich als Material nur einen Stahlrahmen.

Aluminium ist zwar ein sehr leichtes Material, dennoch sprechen die Eigenschaften des Werkstoffes für sich. Stahl ist verwindungsfester als Aluminium und Reparaturarbeiten an einem Stahlrahmen können von jedem Schlosser erledigt werden. Bei Aluminium ist spezielles Werkzeug vonnöten, was nicht von Jedem Schlosser gehalten wird. Aluminium ist weicher als Stahl und die Produktion ist Energieaufwendiger.

Nochmals schöne Grüße nach Island, auch wenn ihr über erneuerbare Energien in rauen Mengen verfügt. Lasst nicht zu, das euer Land bis aufs Blut geplündert wird. Die Alcoa- und die Luxemburger-Heuschrecken, sehen das bekannterweise etwas anders. 😉

Merkwürdig, was die an Verlust generieren!!!

Des Weiteren sollte man auch immer darauf achten, dass man die richtige breite für die Naben wählt. Gibt der Rahmen eine 135mm bzw. 100mm breite Achse vor, sollte man auch nur diese verbauen. Man verursacht am Rahmen Spannungen und nach einigen tausend Kilometern, kann einem auch schon mal der Rahmen an den Ausfallenden brechen.

Ist dies passiert, kann man den Rahmen eigentlich abschreiben. Eine Schweißnaht an dieser Stelle bringt nicht mehr die erforderliche Stabilität, da der Rahmen neben der Schweißnaht durch die Hitzeentwicklung, während des Schweißens, geschwächt wird. Auch der Stabilitätsunterschied zwischen Schweißnaht und Schweißnahtrand schafft eine ungewollte Sollbruchstelle.

Die Gabel

Auch wenn dir mittlerweile fast jeder Verkäufer erzählen möchte, dass es egal ist ob die Gabel aus Alu oder Stahl ist. Kann ich nur feststellen. Alu in der Gabel und dann noch mit Scheibenbremse, keine Kombi die sich gut anfühlt.

Die Scheibenbremse zieht an der Gabel und lässt Bewegungen am Rad zu. D.h. das Rad wandert während des Bremsvorganges immer etwas zur Scheibenbremse hin. Führt man eine Schnellbremsung aus, kann sogar das Rad etwas verrutschen. Ein kurzes Lösen und Spannen des Schnellspanners, schafft Abhilfe.

Bei dem T-Randonneur lite, ist dies der Fall und könnte mit einer geschlossenen Befestigungsmöglichkeit verhindert werden. Vermutlich würde ein anderer Schnellspanner, auch bessere Ergebnisse bringen.

Es gibt an einigen Gabeln auch die Möglichkeit einen Sicherungsring für Radbolzen zu montieren. Soweit ich das beurteilen kann, haben die neueren Gabeln dieses “uralte” Feature nicht mehr. Habe ich eine V-Brake, betrifft mich diese einseitige Belastung nicht.

Allerdings empfinde ich die Gabel des T-Randonneur Lite an sich schon schwammiger. Habe ich etwas Last bei mir, fängt die Gabel an zu schlingern. Diesen Phänomen tritt meist auf, wenn man mit einer bestimmten Geschwindigkeit unterwegs ist oder der Wind ungünstig auf dem Rad steht. Alles halb so wild, aber es fühlt sich halt nicht angenehm an.

Probleme an meinem Rad

Ende Mai letzten Jahres, habe ich mir das Randonneur also bestellt. Nach ca. 10.000 km bemerkte ich kleine Haarrisse an meiner Hinterradfelge. Sie befanden sich alle auf der Kassettenseite des Laufrades. Offensichtlich hatte ich diese Risse zu spät bemerkt. Zwei Tage nach meiner Feststellung, verfing sich meine Schaltung, während einer Bergauffahrt, in meinem Hinterrad und riss mir zwei Speichen aus der Felge.

Asphaltierte Strasse und kein Ast war beteiligt. Ich vermute, dass sich die Felge zu sehr verwunden hat und somit meine Schaltung eingefangen hat. Glücklicherweise hatte ich nur noch 3 km zu schieben, was mit einem klemmendem Rad super funktionierte ;).

Bevor das Rad geschoben werden konnte, musste ich die Schaltung befreien. Wie man sieht hat es die Schaltung komplett vom Schaltauge gerissen. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich solche Bilder noch nicht kannte. Jahrelang bin ich geöste Zac2000 Felgen gefahren und ich habe niemals irgendwo Risse gehabt.

Platz für Neues

Immer wenn etwas den Geist aufgibt, gibt es natürlich Ersatz. Diesmal habe ich mir als Ersatz für meine 105er Schaltung die Ultegra RX ausgeschaut und das Hinterrad Yak19 Rival 21 wird durch eine DT Swiss Felge mit stärkeren Speichen ersetzt.

Die alte Felge wird im Moment von meinem Online-Fahrradladen auf Kulanz getauscht. Vielen Dank nochmals an Bad Bikes Wernigerode!

Da war doch noch was!

Eigentlich wollten die Jungs mir noch ein Angebot für eine Stahlgabel mit gleichen Befestigungspunkten machen. Irgendwie scheint sie der Vorfall aber etwas überfordert zu haben.

Also falls jemand von euch eine Stahlgabel für Scheibenbremsen, ohne V-Brakehalterung und mit Lowriderösen innen und außen kennt, ich wäre für jeden Tipp dankbar!

Der Rahmen

Als problematischer sehe ich das Schaltauge an. Mal abgesehen davon, dass es ausgerichtet und begradigt werden muss. Der Vorgang hat das Schraubloch gelängt und ich vermute, dass hier etwas mehr Aufwand dahinter steht.

Ich lass mich überraschen und ich werde berichten was ich als Lösung annehme.

Altes Vertrauen

In der Zeit des Wartens auf meine Austauschteile, habe ich mich wieder in mein altes Trekkingrad verliebt. Das Villiger ist das schweizer Urwerk schlecht hin! Einfache Technik und unverwüstlich. Klar musste ich schon diverse Teile ersetzen, aber das Grundgerüst ist immer noch Bestand.

Die Laufräder haben mehr als nur ihren Dienst getan und wurden erst vor kurzem getauscht. Die Bremsflanken waren schon merkbar eingelaufen und der Nabendynamo hat einem unter Last etwas gesäuselt. Ein neuer Satz Laufräder mit Nabendynamo kostet in der unteren Schimano-Klasse ca. 80€.

Nach ungefähr 40.000 km mit dem Rad (Villiger), musste es auch mal geschweißt werden. Der Hinterradständer bzw. die Befestigung hatte sich verabschiedet, weil ich zu dämlich war. Das war allerdings auch die einzige größere Reparatur am Rahmen, da muss mein vsf erstmal hinkommen.

Klar lösen sich nach einigen Tausend Kilometern auch mal ein paar Schrauben, aber wenn man wachsam bleibt, hält solch ein 0815 Rad ewig. Kleinigkeiten können große Folgen haben, wenn man sie zu spät bemerkt.

Ich hoffe ich hatte hier nur ein Montagsprodukt von vsf und die Austauschteile erfüllen ihren Zweck etwas länger.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

6 Kommentare

ChristophEingestellt am: 11:19 - 5.Juli 2020

Hallo Daniel,

Ich bin auf Deinen Blog-Post gestoßen nachdem ich Google mit “T-Randonneur Lite + Felge” gefüttert hatte und war überrascht als ich das Bild von Deiner Felge sah. Bei meinem Rad (2018er Modell) ist exakt dasselbe Probleme nach ~4000 km und 14 Monaten Laufzeit aufgetreten. Für mich war klar, das muss ein Materialfehler sein. Eine Felge sollte bei dieser Laufleistung und Alter niemals unter normalen Belastungen reißen. Zumal ich das Rad bisher nur im leichten Pendleralltag eingesetzt hatte. Noch keine Touren und noch keine Radreise. Ich hatte mir das Rad gekauft und bin den Kompromiss des hohen Gewichtes eingegangen, weil ich dadurch eine bessere Wartbarkeit und Haltbarkeit erwartet habe.

Da ich noch innerhalb des Gewährleistungszeitraumes war, bin ich zu meinem Händler. Im Nachhinein ärgere ich mich und hätte es besser selbst tauschen sollen. Der Händler wollte erstmal wissen, ob ich denn die Inspektion habe machen lassen und verwies darauf, dass die Speicher doch recht locker wären (“Butterweich”). Da müsste ich mich nicht wundern, dass die Felge reißt, die Felge wäre eben ein Verschleißteil. Weil er aber versicherte, beim Hersteller nachzufragen, on diese die Felge tauschen würde, gab ich mich zufrieden.

In den dann folgenden vier (!) Wochen habe ich versucht regelmäßig einen Reparaturstatus zu erhalten – ohne Erfolg. Erst als ich dann unter Berücksichtigung alle Beteiligten etwas energischer wurde nahm man sich mir an und es stellte sich heraus, dass der Händler in den vier Wochen nichts unternommen hatte.

Nun ging die Odyssee aber wieder von vorne los und man verwies wieder auf die Inspektion und die Felge als Verschleißteil. Solche Fälle würden wohl 40-mal pro Jahr auftreten. Das alleine rechtfertigt scheinbar, dass es ein normales, durch den Kunden verursachtes Problem ist. Dennoch sprach man jetzt mit vsf, dessen Vertrieb wohl nochmal eindringlich betont hat, dass dies nun aus Kulanz getauscht wird und es nicht noch ein zweites Mal vorkommen wird. Nach sechs Wochen hatte ich dann mein Rad mit neue Felge wieder. Es wurde wieder die gleiche Ryde-Felge verbaut. Ich befürchte also, dass ich auf absehbare Zeit wieder mit demselben Problem dastehen werde.

Was ich übrigens sehr interessant finde: Ich habe versucht das genaue Modell von Ryde zu recherchieren. Es scheint eine Rival 19 zu sein. Diese ist jedoch nur für 120 kg Systemgewicht zugelassen. Das Rad gemäß vsf jedoch für 140 kg. Alleine hier sehe ich also schon ein Problem

Ebenfalls interessant: Seit dem Modell 2019 verbaut vsf Schürmann YAK19 Felgen statt der Ryde. Nach kurzer Recherche über Google zeigt sich aber auch hier ein sehr ähnliches Schadenbild.

vsf selbst gibt übrigens auf der eigenen Homepage keine Information zu den Felgen preis, aber die verwendeten Speichen werden angegeben 🙂

Meine persönliche Meinung: Eine Felge darf nicht reißen, auch dann nicht, wenn die Speichenspannung zu gering ist. Es müssen immer erst die Speichen brechen, bevor es die Felge tut. Selbst, wenn ich die Inspektion durchgeführt hätte, wäre es auch zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt dazu gekommen, dass die Speichenspannung sich verringert. Dies gilt insbesondere für ein Rad, welches für 140 kg zugelassen ist und auch für den Reiseeinsatz konzipiert wurde.

Ich hatte schon weitaus schlechtere Räder im Reiseeinsatz. Während Speichenbrüche einzukalkulieren sind, ist mir dabei noch nie eine Felge gerissen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich es rechtzeitig gemerkt habe und weitere Folgeschäden, wie bei Dir, ausgeblieben sind.

Gruß
Christoph

    SchuppeEingestellt am: 10:02 - 6.Juli 2020

    Vielen Dank für deinen Kommentar.

    Mit den YAK19-Felgen habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht.
    Habe bei einem Bekannten, nach dem auch bei ihm die Felge gerissen ist, diesen Felgentyp verbaut. (TX-Randonneur 2019)
    Auf meinem Altrad (Villiger) sind auch mittlerweile auch YAK19 (von ehemals Zac2000) verbaut. Mittlerweile wird das Villiger von einem Familienmitglied gefahren und bis auf das tauschen gekillter Speichen, ist die Felge zuverlässig.
    Bei dem Fahrstil, bezeichne ich das mal als vertretbar/normal (Fährt monatelang mit gebrochenen Speichen und ist öfter überladen).
    Was ich bisher gelernt habe, man sollte auf geöste Felgen achten.

    Meine von BadBikes getauschte Felge, fängt mittlerweile wieder an übermäßige Gebrauchsspuren zu zeigen. Wieder auf der Seite der Kassette.
    Angerissene Öse
    Ich bin noch auf der Suche, nach einer “unverwüstlichen” Felge.

    Zu den butterweichen Speichen. Bisher habe ich nur bei Winora/Haibike schlampig eingestellte Laufräder in der Hand gehabt.

      ChristophEingestellt am: 10:42 - 6.Juli 2020

      Ich hatte es erst im Nachinein gelesen, aber war nicht die ursprüngliche Felge an Deinem vsf eine YAK19? So hatte ich jetzt jedenfalls den Text verstanden. Die YAK19 und die Rival 19 sehen sich übrigens seeehr ähnlich. Welche Felge hat Bad Bikes denn jetzt verbaut?

      Nach kurzer Recherche neige ich jetzt zu einer DT Swiss TK 540 oder 545d. Aber erstmal fahre ich die Rival jetzt weiter und hofe auf eine bessere Haltbarkeit.

      Deine Beobachtungen mit der Gabel kann ich übrigens komplett bestätigen. Ich bin letztens beinah vom Sattel gefallen als ich mein Vorderrad beim Bremsvorgang beobachten durfte. Ich habe den Schnellspanner nun deutlich fester angezogen und sämtliches Schmiermittel an den Gabelausfallenden entfernt. Damit ist das Verziehen des Vorderrades etwas erträglicher geworden.

        SchuppeEingestellt am: 11:11 - 6.Juli 2020

        Oh… Da ist mir ein Fehler unterlaufen. Verbaut war und ist die Rival 21. Mit den DT-Swiss TK540/545d habe ich auch schon geliebäugelt. Momentan denke ich, dass die DT-Swiss 29″ HX Reihe mir besser in den Kragen passt.
        Nur mit den Ösen bin ich noch am überlegen, wichtig oder nicht?! Eine DT-Swiss 533d hatte ich mir gleich damals auf Reserve gekauft. Nur war ich zu dämlich darauf zu achten, dass es offensichtlich einen Unterschied bei 11-Fach MTB und 11-Fach RR gibt.

          ChristophEingestellt am: 16:01 - 6.Juli 2020

          Ich habe auch nochmal nachgemessen. Es ist auch bei mir eine Rival 21 🙂

          Ösen oder nicht ist vermutlich pauschal nicht zu beantworten. Daran mache ich es jetzt nicht fest. Die Rival ist ja auch geöst…

          Bzgl. 11-fach MTB vs. RR: Einfach eine 11-fach MTB-Kassette nehmen, die Ritzel-technisch zum Schaltwerk passt (11-34 sollte gehen). Aber das definiert ja auch die Nabe und nicht die Felge. Für mich ist die Standardübersetzung übrigens zur RR-lastig und ich werde irgendwann Kurbel und Kassette tauschen, so dass ich auch Höhenmeter machen kann.

            Daniel Jörg SchuppeliusEingestellt am: 16:15 - 14.September 2020

            Habe mir nun die Felge mit der XT-Nabe montiert. Die Kassette hat nun eine Bandbreite von 11-34 Zähnen. Was ich dabei neu gelernt habe, ist das Verständnis für die Funktion der kleinen Schraube am Schaltauge. Für mich was es bis dato nur eine Schraube zum Spannen der Schaltung bzw. Kette. Das man mit dieser Schraube eher die Neigung bzw. Entfernung zur Kassette einstellen kann, ist mir erst jetzt bewusst geworden.

            Für mich passt die Konfiguration, auch in Bezug auf “Bergfahrten”. Dein 105-Schaltwerk sollte, aus meiner Sicht, damit zurecht kommen. Falls Du dich dafür entscheidest, würde ich mich über ein Feedback freuen.

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