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Tubeless – Praktikabel?

Tubeless – Praktikabel?

Man sitzt vor dem Fernseher, zieht sich einen Film rein und plötzlich hört man ein zischen. Das Rad, welches neben einem steht, senkt sich und man stellt fest, dass der Tubeless-Reifen seine Luft in die umliegende Atmosphäre entlassen hat. Verwundert schaut man sich den Reifen an und fragt sich, was ist hier gerade passiert. Anschließend resümiert man über die möglichen Fehlerquellen. Die Dichtmilch wurde doch erst vor ein paar Monaten aufgefrischt, niemand hat das Rad angefasst und dennoch steht man hier mit einem Plattfuß. Als nächstes denkt man sich, glücklicherweise stehe ich nicht draußen im Kalten! Man hat also Zeit die Milch “ziehen” zu lassen und die Lichtverhältnisse sind auf jeden Fall besser, als es zu dieser Jahreszeit üblich ist.

Nachdem man die Situation verdaut hat, packt man den Reifen-Pilot aus und fängt mit der Befüllung des Reifens an. Der Reifen lässt sich bedingt Aufpumpen, verliert aber nach kurzer Zeit wieder den Druck. Man hebt das Rad in den Reparaturständer und dreht den Reifen etwas, um die Dichtmilch zu verteilen. Nach kurzer Einwirkzeit pumpt man das Rad wieder auf, nur diesmal mit dem Ventil unten. Die Dichtmilch macht das was sie soll und sucht sich die offenen Stellen, um diese zu verschließen. Allerdings landet ein nicht unerheblicher Teil dieser Flüssigkeit im eigenen Gesicht und im Rest des Raumes.

Was macht man also…?

Das Ventil war eigentlich fest genug, aber offensichtlich nicht ferst genug! Man zieht also den Konterring des Ventils noch fester und presst somit den Dichtkörper des Ventils mehr an die Felge. Wartet wieder etwas… Und nach einiger Zeit gibt man wieder Druck auf den Reifen. Mittlerweile tritt jetzt auch an den Speichen etwas Dichtmilch aus. Hm, denkt man sich… Vermutlich weicht der Reifen-Pilot die bestehende Dichtmilch etwas auf. Etwas überraschend war dieser Umstand schon, denn der Verkäufer meinte, dass sei völlig egal, man kann die Mittel alle miteinander vermischen. Wie auch immer, mittlerweile hält der Reifen wieder ca. 2 Bar. Also wartet man etwas ab, lässt die Mittelchen wirken, dreht und pumpt das Rad immer wieder auf bis es den Zieldruck erreicht und auch über einen längeren Zeitraum halten kann. Nach ca. 1,5h – 2h hat man dann einen Status erreicht der halbwegs zufriedenstellend ist.

So oder so ähnlich erging es einem Kollegen von mir, als er sein Rad im Wohnzimmer abgestellt hatte.

Guter Rat ist nicht immer teuer…

Mein Kollege wollte mal probieren wie praktikabel ein Tubelesssystem so ist. Ich hatte schon ähnliche Erfahrungen mit Dichtmitteln gemacht und ich kannte die Preise für die Teile und Mittelchen. Folglich riet ich ihm von diesem System ab. Vielleicht hatte sich ja bereits etwas geändert, also verfolgte ich seine Testreihe mit Argusaugen und lachte herzhaft als er mir seine Erlebnisse unterbreitete.

Vor ein paar Monaten hatte er bereits einen Druckverlust bzw. Defekt am Vorderrad, weil man beim Hersteller vergessen hatte, etwas mehr als nur gerade ausreichend mit der Dichtmilch umzugehen. Folglich befüllte er, nach dieser Geschichte, auch das Hinterrad. Investierte also ca. 50€ für die Dichtmilch, weil er es vom Radhändler Vorort bezog und kaufte sich noch etwas Zubehör für Ventil und Reparaturmaßnahmen am Reifen. Man kann also man recht schnell 100€ für ein Tubelesssystem ausgeben, wenn man nicht im Internet kauft. Möchte man noch einen Durchschlagschutz für die Felge haben, kommt noch etwas drauf.

…wenn man erprobter Technik vertraut

Blicke ich etwas zurück auf die bisherige Spielerei mit den Reifen. Dann komme ich, wie zuvor, zu dem Schluss, dass diese Technik reine Geld und Zeitverschwendung ist. Flickzeug kostet ca. 2€ und ein Schlauch ca. 20€. Betreibt man ein Tubelesssystem, wird einem empfohlen möglichst jährlich die Dichtmilch aufzufüllen. Einen Schlauch flickt man, wenn er kaputt ist und die Sache ist erledigt. Lässt man sich Zeit, dann dauert dieser Vorgang maximal 30 Minuten.

Ein Reifen verliert mit der Zeit immer etwas Druck. In meinem Fall (Schlauch) muss ich ca. alle 2 – 3 Monate 1 – 2 Bar Druck auf die Reifen bringen. Schaue ich mir die Geschichte bei meinem Kollegen an, schafft dieser mit dem Tubeless nicht mal 2 – 3 Monate, ohne massiven Druckverlust und das auch noch für diesen Kurs? Klar, defekte können auftreten. Mir geht es jedoch um die Handhabbarkeit, wenn mal ein Defekt auftritt. Ich habe jedenfalls keine Lust im Kalten 1,5 Stunden draußen zu sitzen, weil mein Reifen plötzlich an heftigen Flatulenzen leidet.

Natürlich kenne ich auch Personen die auf Tubeless schwören und kaum Probleme haben. Allerdings kenne ich mehr Personen, welche sich auf die Jahrzehnte lang getestete und zuverlässige Mantel-Schlauch-Kombination verlassen. Hat man dann noch eine adäquate Stichschutzklasse, kommt man auch mal über das Jahr ohne einen Defekt zu haben.

Daniel Jörg Schuppelius

Selbstständiger IT-Dienstleister und Assistent für Elektronik und Datentechnik, Ich bin sozusagen Mädchen für alles was die Informationstechnik angeht. Kümmere mich gerne um Probleme, an denen andere Dienstleister scheitern und bin ständig auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Entwickle gerne Programme und Skripte und kümmere mich um diverse Blogs und Seiten. Auch sonst probiere ich mich an neuen Techniken aus, um mich noch unabhängiger von anderen Personen zu machen. Wenn du willst, dass irgendetwas funktioniert, dann kümmere dich immer selbst darum.

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