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Mein Leben ohne Auto.

Mein Leben ohne Auto.

Ist schon eine kleine Weile her, dass ich mich dem Auto entsagt habe. Mitte 2016, erst war ich ganz zaghaft, dann hab das Rad schon immer öfter benutzt. Der endgültige Schritt kam dann, mit der Entscheidung ob ich mein Firmenauto, aus meiner damaligen Firmenbeteiligung, behalten möchte oder nicht. Am Tag verbrachte ich locker 3-4 Stunden im Auto. Monatlich, wurden 800€ – 1.200€ Gesamtkosten für die Nutzung des Fahrzeuges generiert. Ich versuchte möglichst viele Wartungstermine auf den Abend zu legen, da ich ständig im Stau fest saß.

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Meine ehemalige Hassliebe

Klar ich war bequem unterwegs, aber ich wollte nicht war haben, dass das Auto Lebenszeit, Geld und Ressourcen vernichtet. Erstmal weil man sich nicht mehr bewegt, man steht ständig im Stau und man man ist ständig gereizt. Meine Wehwehchen, hatte ich mittlerweile schon mehr oder weniger regelmäßig. Kurz um, der Sinn meines Fahrzeuges war in Frage zu stellen.

Ständig war irgendetwas mit dem Auto

Ich hatte zwar einen Wartungsvertrag bei Mercedes, aber ständig musste ich wegen dem Getriebe und der Sensorik zu meinem Mercedes-Händler. Hier mal ein Update, da mal ein Teil und es wurde eher schlimmer. Im Winter war die Sensorik grundsätzlich nicht zu gebrauchen und auch sonst war ich für den Preis des Fahrzeuges, mehr als unzufrieden mit der Qualität und der technischen Umsetzung.

Ich kam mir mittlerweile auch schon echt Blöde vor, wenn ich bei Mercedes mit meinen Problemen um die Ecke kam. Es war ja immer das Selbe und immer schaut man in ratlose Gesichter und bekommt zu hören wir probieren mal eine neue Software aus. Als nächstes kamen dann diese speziellen Meldungen zu Abgasproblemen bei VW und den daraus resultierenden Fahrverboten. Mir war klar, dass alle deutschen Hersteller ihre Teile bei Bosch beziehen, ergo waren auch die anderen Fahrzeughersteller mit im Boot. Also würde mein Auto über kurz oder lang zu einem finanziellem Risiko werden.

Zuverlässigkeit des Rades

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Treuer Begleiter

Angefangen habe ich also mit meinem alten Trekkingrad, ich musste lernen welche Komponenten ich benötige und auf was ich achten muss, damit mein Rad zuverlässig benutzt werden konnte. Das wichtigste war die Beleuchtung und die Bereifung. Nach ein paar Defekten an meinen Mänteln von Kenda und Prophete, entschloss ich mich auf Schwalbe Marathon umzusteigen. Was soll ich sagen, ich habe mit dieser Bereifung in 2 Jahren 2 Defekte gehabt. Verschleißteile wurden Stück für Stück gegen bessere Komponenten ausgetauscht und ich konnte mir immer besser selber helfen. Mein Werkzeug wurde immer professioneller und auch sonst erkannte ich mittlerweile am Klang, welche Bauteile meine Aufmerksamkeit brauchten.

Die öffentlichen Verkehrsmittel und meine Lernphase

Anfangs probierte ich aus, wie ich am besten zur Arbeit und meinen Kunden kommen könnte. Sobald Busse oder die Tram beteiligt war, kam ich zu spät. Es ging einfach nicht! Ich entschloss mich also, mit dem Fahrrad und den Regionalzügen auf die Bewältigung meiner Strecken zu konzentrieren. Das klappte zunehmend besser und ich erkannte, dass ohne mein Smartphone, die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel keinen Sinn machte. Verspätungen oder abgerissene Verbindungen waren, ohne Verbindungsabfragen, völlig normal. Man muss sich die Zeit nehmen, um aus der Bahn schlau zu werden. Worauf man sich aber verlassen kann, es fällt immer irgendwas aus. Mit dem Fahrrad, hat man aber die notwendige Flexibilität, um zuverlässig anzukommen.

Die Bahn wird von mir also nur noch genutzt, um mich in die Städte hinein zu bringen und der Rest erfolgt dann mit dem Rad. Kein Stau, ich kann endlich planen, ich komme entspannter an und ich bin überwiegend schneller geworden. Wenn man die Abfahrtszeiten seiner Verbindungen kennt, wird man automatisch schneller. Man legt die Touren je nach Kraft, Zeitdruck und Wetter völlig automatisch fest und staunt immer wieder, wie gut das alles klappt.

Kleidung ist der entschiedene Faktor

Die Kleidung ist dafür zuständig, dass man vernünftig ankommt. Im Klartext, wer sich nicht richtig anzieht, wird niemals Spaß am Radfahren entwickeln. Ich will nicht gegen die Natur kämpfen und das tue ich zwangsläufig, wenn meine Kleidung nicht ausreicht. Und die Geschichten vom Stinken nach dem Radfahren, trifft bei mir nicht zu. Dafür habe ich allgemein viel zu wenig Fette in meinem Körper angesammelt. Jedenfalls spricht meine Beobachtung dafür, je mehr unbewegte Fette man mit sich herum schleppt, desto intensiver der Körpergeruch. Es wird also besser mit dem Geruch wenn man sich kontinuierlich bewegt ;).

Klar ist, dass man auf jeden Fall schwitzt, wenn man sich 5 Minuten nach Ankunft etwas im Freien abgekühlt hat, läuft man auch nicht mehr weg. Und Anfangs, ist es ganz normal länger zu schwitzen, wenn der Körper eh noch nicht weiß, was Bewegung ist.

Man muss sich sein Rad schon aussuchen

Jede Typ, hat andere Anforderungen an seine Mobilität, der eine möchte viel transportieren, der andere muss Kinder mitnehmen können und andere wiederum brauchen zusätzliche Unterstützung.

Es ist keine Schande mit Unterstützung oder der Bahn zu fahren, auch wenn manche Fahrradextremisten dir das weiß machen wollen. Ich habe eine monatliche Laufleistung von 1.000 km – 1.500 km nur mit dem Rad. Würde ich das ohne Kombination mit der Bahn machen, könnte ich gleich draußen schlafen. Ohne Bahn, würden nochmals 1.000 km – 1.600 km drauf kommen. Also lasst euch von so einem Kasper nicht erzählen, was man wie zu machen hat, ihr selbst legt das fest. Selbst wenn man nur noch 5 Minuten Kampf in seinen Knochen hat, sollte man darüber nachdenken, etwas für sich zu tun. Euer Kreislauf wird es euch danken. Ich sehe genügend alte Leute, die den Großteil der Städter, in Berlin, immer noch in der Pfeife rauchen würden. Respekt von meiner Seite, geht an einen Rentner, welcher am Hauptbahnhof abends sein Unwesen treibt.

Weiter machen wie bisher, ist keine Lösung

Eine Schande ist es, weiter mit fossilem Verbrenner zu fahren bzw. zu heizen, obwohl man weiß, dass wir das Klima sehend und nachweislich verändern. Klar, dass sehe und erfahre ich nur, wenn ich mal im “Grünen” bin und mich nicht nur in der Asphaltwüste bewege. Aber das lernt der ein oder andere vielleicht auch noch, wenn der Schritt gewagt wird, für die Zukunft einzustehen. Die Politik wird unsere Probleme nicht lösen, dass müssen wir schon selbst tun! Und es gibt keine schlauen Köpfe, welche unsere Umwelt noch durch irgendwelche technischen Spielereien oder Voodoo retten werden. Wir verändern die Umwelt in einem Tempo, dass ein Großteil der noch verfügbaren Spezies nicht mehr hinterher kommen.

Wir müssen unseren Planeten nicht sterilisieren, um auf ihm glücklich zu werden. Ein paar Lebewesen sollten wir noch übrig lassen, vielleicht erfüllen diese noch einen anderen Zweck, außer uns die Luft weg zu atmen. Eigentlich verfahren wir mit unserer Umwelt genau so, wie wir im Straßenverkehr miteinander umgehen. Wir würden den anderen am liebsten niederstrecken, weil er gerade nicht das macht, was wir jetzt wollen. Jeden Tag, sieht man diese Typen, welche sich falsch verhalten haben. Den Anderen dann von der Seite anmachen, was für ein Vollidiot er ist, um sich abschließend gegenseitig ausbremsen zu können.

Wirkt von draußen wie ein Revierkampf, einer unerforschten Primatenart. Meine persönlichen Nachforschungen ergaben, dass es primär darum geht, dem Konkurrenten seine mobile Höhle zu präsentieren, um ihm aus seinem Revier zu vertrieben. Wildes Gestikulieren und eine unkontrolliert wirkende Aktivierung der Höhlensignalanlage sollen das Gegenüber endgültig in die Flucht schlagen.

Zum Abschluss noch zwei weitere Erfahrungen

Hier hatte ich mal ein Video vom WDR, wie andere Personen daran scheitern, weil sie einfach nicht weiter denken und überlegen was besser gemacht werden kann. Leider wurde der Youtube-Account geschlossen und die Richtlinien, für den Verbleib der Medien im Netz, des Öffentlich-rechtlichen Rundfunkes erschweren die nachhaltige Einbindung von Medien.

In dem Video ging es um Personen, welche sich “alternativ” fortbewegen sollten. Natürlich hat nicht jeder das Durchhaltevermögen, welches in den Anfängen einer Verkehrswende nötig ist. Jedoch muss man sich schon auf sein neues Umfeld einlassen können, ansonsten scheitert die Verkehrswende.

Anpassung ist das Stichwort, für den Erfolg!

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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