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Klima-Kohle-Demo – Meine Eindrücke und Beweggründe

Klima-Kohle-Demo – Meine Eindrücke und Beweggründe

Am 1. Dezember, fand hier eine von zwei Klima-Kohle-Demos in Berlin und Köln statt. Aufmerksam wurde ich auf die Demo, durch Facebook. Sie sollte also um 12:00, vor dem Bundeskanzleramt starten.

Was hat mich dazu bewegt, an dieser Demonstration teilzunehmen?

Um ein Verständnis dafür zu bekommen warum ich der Meinung bin, solch eine Veranstaltung zu besuchen, muss ich etwas aus meiner Jugend erzählen.

Mein Werdegang

In meiner Kindheit, wurde ich schon von meinen Lehrern, auf die Endlichkeit von fossilen Brennstoffen getrimmt. Genannt wurden Zeiträume von 20, 30 und 40 Jahren, welche das Öl noch ausreichen sollte. Kohle sollte noch viel länger halten und Gas war damals eher was zum abfackeln.

Vor 30 Jahren hatten wir in Berlin noch häufiger den sogenannten Smog-Alarm. Wenn dieser ausgerufen wurde, hatte ich teilweise Schulfrei. Ich war einer der Wenigen, die einen längeren Schulweg hatten (ca. 1 Stunde Fußweg).

Demzufolge war ich auch länger, den Gasen der damaligen Zeit ausgesetzt. Ich hatte teilweise recht wilde Hustenanfälle bis zum Erbrechen. Auch die Angst zu ersticken, war kein schönes Gefühl.

Die Angst wurde immer akuter

Meine Mutter rannte mit mir, von einem zum anderen Arzt und jedes mal bekam ich andere Diagnosen ausgestellt. Meiner Mutter, war eine Erklärung der Ärzte am plausibelsten. Mein Junge hat eine schwache Lunge.

Anhand der ärztlichen Aussagen erkannte ich irgendwann, dass irgendwie keiner dieser “weißen Götter”, einen Zusammenhang zwischen dem Smog, meinem Schulweg und meiner Anfälle herstellen konnte.

Die Öffnung der Grenze führte dann nochmal zu einer Verschärfung meiner Situation, weil nun auch die kleinen Stinker (Trabi und Wartburg) die Berliner Strassen unsicher machten.

Ab diesem Zeitpunkt war mir klar geworden, dass ich auf die Abgase in meiner Umwelt reagierte. Mittlerweile war ich mit einem Asthmaspray ausgestattet, was ich aber nicht so zu mir nehmen wollte. Weil ja keiner wusste, was ich hatte.

Das Thema Abgasfilter brachte Besserung

Wie immer wenn Änderungen anstehen, heult die ältere Generation rum.
Filteranlagen für die Kohlekraftwerke und Katalysatoren wären zu teuer, um wirtschaftlich zu sein usw…

Saurer-Regen und andere Nebenwirkungen unserer Industrie, standen nun im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Wälder Deutschlands lagen im Sterben und Lösungen mussten her.

Mit jedem Jahr, wurden meine Beschwerden besser und Mitte der 90er Jahre, brauchte ich nichts mehr zu mir zu nehmen.

Auch früher schon, haben wir auf unsere Jugend geschi…

Mit meinen Erkenntnissen der 80er und 90er Jahre wurde mir klar, dass mein Leben und das meiner Generation einen Dreck wert war. Wirtschaftliche Interessen standen schon immer über dem Wohl der Jugend.

Firmen fingen mit dem Outsourcing an. In meinem Werdegang, durfte ich miterleben was Siemens seinen Mitarbeitern der “unteren” Klassen anbot. Ich bekam mit 16 Jahren das kalte Kotzen, als ich feststellte, dass auch hier nur noch die Rendite zählte.

Mitarbeiter wurden an “Sklavenhalter” verkauft und für einen geringeren Satz für die gleiche Tätigkeit “eingekauft”.

Konzerne wurden zum Krebs-Geschwür

Sobald ich also für irgendeine AG tätig war, wurde mir sehr schnell klar gemacht, was ich zu leisten habe und was die Firma nicht leistet. Neben den asozialen Machenschaften der Siemens AG, war es dann noch die K&M Elektronik AG, welche auf unbezahlte Überstunden und überwiegend auf eine Belegschaft von Niedriglöhnern setzte.

Für mich wurde klar, niemals mehr für Aktiengesellschaften tätig zu werden. Wenn du was erreichen willst, stehen dir diese Anstellungen nur im Weg.

Das Arbeitsklima war schon am Abgrund, jetzt soll das Weltklima folgen

Nachdem unsere Politiker mit ihrem Neoliberalismus die Arbeitswelt in ihre Knechtschaft gezogen haben, sollte nun das Klima folgen. Der Markt reguliert uns, so ist die Ansicht unserer Wirtschaftsspezialisten.

Banken und Konzerne brauchen keine besondere Überwachung, die wissen am Besten was gut für sie ist. Weit gefehlt, wie wir 2008 dann feststellen durften.

Mit der Gier unserer Geldsäcke, haben sie nicht gerechnet

Nicht nur, dass es schon zu meiner Schulzeit hieß, wir müssen auf unser Weltklima achten. Werden heutzutage trotzdem noch Verträge eingefordert, welche schon vor 40 Jahren abgeschlossen wurden. Ohne unserem Erkenntnisgewinn, in Sachen Klima, Rechnung zu tragen.

Es werden Subventionen für Kohle freigegeben, obwohl wir wissentlich mehr Forschung im Bereich Energiespeichertechnik benötigen.

Auch das Einsetzen der bisher bekannten Techniken, würde uns nach vorne bringen. Stattdessen muss ich mir wieder anhören, dass unsere politischen Geistes-Rentner, wieder mal der Jugend im Weg stehen.

Wir machen selbst die Zukunft zu Geld

Alles wird verkauft, selbst die Zukunft unserer Jugend. Die Religion: “Alles auf Pump” verzockt dabei dann noch unseren Lebensraum. Das man im Alter komisch wird, war mir ja schon bekannt. Zählt dazu dann noch gieriges und asoziales Verhalten?

Ehrlich gesagt bin ich auch ein wenig stolz darauf, endlich mal einen Kanzler bzw. eine Kanzlerin zu haben, die bisher spendentechnisch nicht so auffällig ist, wie ihre Vorgänger. Welche sich dann noch Hinterbeine stellen, nachdem sie erwischt wurden und sich zur Krönung als Ehrenmänner bezeichnen.

Die Demo, mein Ventil?

Ich denke man kann meine Enttäuschung über den Mangel an Willenskraft und meine Beweggründe aufgrund des angedeuteten Werdeganges herauslesen. Dem entsprechend, war für mich die Demo wohl ein Katalysator.

Mir wurde auf der Demo klar, als ich all die verschiedenen Mitstreiter sah, dass wir selbst die Änderung sein müssen. Dazu komme ich dann später. Zurück zur Demonstration gegen die Kohle.

Angekommen am Berlin-Hauptbahnhof

Nachdem ich meinen ersten Zug verpasste, weil der Bus mal wieder zu spät kam. Nahm ich also den Folgezug, welcher 19 Minuten später am Hauptbahnhof ankam.

Gut gelaunt, ging ich also Richtung Bundeskanzleramt und war überrascht, dass so viele Vorort waren. Zu wenig, um zu zeigen das die Bevölkerung begriffen hat, das es Zeit wird, zu handeln. Glücklicherweise, aber mehr als ich gedacht habe.

Der erste Eindruck

Nachdem ich also die Spree überquert hatte, fühlte ich mich wie auf einem Bazar. Überall an den Strassen waren Buden aufgestellt, jeder wollte dir ein Printerzeugnis bzw. irgendeinen anderen Müll mitgeben.

Ich schlich mich also durch die Massen und beobachtete die einzelnen Personen. Viele waren mit dem Rad oder der Bahn gekommen. Vor der Tribüne angekommen hörte ich mir also die Geschichten der Redner an.

Der ein oder andere Redner, kam nicht bis nach Hinten durch

Der zweite Eindruck

Man hörte die Gespräche der einzelnen Personen heraus und ich stellte fest, dass viele von ihnen überhaupt nicht wussten, was mittlerweile alles möglich ist. Einige von diesen Geschichten, hörte ich schon seit den 90er Jahren nicht mehr.

Mit einigen Personen fing ich dann ein Gespräch an, um mich bzw. meinen Gesprächspartner mit ein paar Upgrades zu versorgen.

Schön mit dem Rad gekommen!

Auf der Bühne ging es Primär um dem Kohleausstieg und Merkels Politik. Als sich eine kleine Gruppe von Aktivisten Richtung Bundeskanzleramt machten, wurde die Polizei vor dem Amt etwas unruhig.

Im ersten Moment dacht ich mir, jetzt eskaliert die Polizei die Situation. Sie blieben nach kurzen Zuckungen, aber an ihrem Plätzen stehen und ließen die Aktivisten ihre Planen entfalten.

Kleiner Schockmoment für unsere Polizei

Der Marsch

Gegen 13:30 machten wir uns in Richtung Konrad-Adenauer-Straße los. Wir wurden von Musikwagen und Polizisten begleitet. Einige Passanten zickten und bockten herum, aber das passt für Berlin. Grundsätzlich gilt für Berlin, wenn kein Passant herum zickt, dann stimmt was nicht.

Einige Male stauchte die Polizei dann unsere Demonstration, um das Chaos nicht perfekt zu machen. Insgesamt aber eine friedliche Veranstaltung.

Einige kamen mit ihren Hunden an, welche aufgrund der lauten Musik und der Menschenmassen leicht nervös hinter ihrem Herrchen Schutz suchten. Empfand ich persönlich doch etwas hart, für den Hund, dennoch habe ich meine Klappe halten können.

Mein Résumé

Unser Staat versagt in fast allen Bereichen, da er viel zu sehr mit seinem System zu kämpfen hat. Es ist an der Zeit, selbst zu handeln. Ich denke wir bekommen eine Änderung nur durch, wenn wir uns in Gruppen organisieren und dem entsprechend Alternativen anbieten.

Lasst uns keine Zeit damit verschwenden, die ewig Gestrigen abzuholen. Es bringt nichts und diese Leute werden wir erst überzeugen, wenn der Weg bereitet ist. Wenn überhaupt!

Wie bekommen wir das hin?

Es gibt schon einige dieser Versorgungsgruppen für Energie im ganzen Land verstreut. Je mehr wir diese Inseln aufbauen, desto unnützer werden Kohle-Kraftwerke. Unser System basiert auf Angebot und Nachfrage, ergo ergibt sich daraus schon genügend Druckpotential.

Und mal ehrlich, wenn ihr das so bescheiden findet, was RWE hier und dort so tut. Warum bezieht ihr dann noch deren Produkte?

Die Politik wird das nicht für euch regeln! Hier geht es um die gute Marie und die verhandelt nicht mit dir.

Was ist denn die “richtige” Energietechnik?

Aus der Informationstechnik kenne ich einen Grundsatz. Wenn du Ausfallsicherheit und Stabilität benötigst, setzt du verschiedene Techniken von möglichst unterschiedlichen Firmen ein.

Grundsätzlich sehe jede Technik als besser an, welche auf Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern setzt. Der Mix wird uns erst nach vorne bringen, die eine Technik gibt es momentan noch nicht!

Alles was in Kreisläufen funktioniert, sehe ich auch als Zukunftsträchtig an. Was uns auf jeden Fall fehlt, ist das Denken in Kreisläufen. Kaum ein Prozess den wir Menschen geschaffen haben, setzt auf Rohstoffkreisläufe.

Wir können, wenn wir wollen!

Wenn der Druck ausreichend ist, dann bewegen sich auch die Letzten. Aus der Geschichte haben wir schon immer gelernt, dass die “Eliten” erst reagieren, wenn der Scheiterhaufen und die Mistgabel droht.

In Frankreich gehen die “Gelbwesten” schon Richtung Gewalt und ich glaube, da werden noch einige Staaten folgen. Wir müssen keinen Politiker Notschlachten, nur weil er Blech labert. Bleibt ruhig und erkennt, was wirklich wichtig ist.

Frieden und ein gedeihliches Leben!

Vielleicht sollten wir mal es mal mit politischer Ignoranz und etwas Selbstorganisation ausprobieren. Was wir dazu brauchen, haben wir selbst in der Hand und auf den Schultern!

Wählt doch einfach mal die Kleinstparteien, um eure Stimme nicht an die Radikalen abzugeben und akzeptiert, dass das Leben schon immer Veränderung und Arbeit an einem Selbst bedeutet hat.

Ich glaube nicht, dass unsere Polizei und unser Rechtssystem darunter leidet, wenn unsere Parteien, den längst verdienten Dämpfer bekommen haben. Im Gegenteil, hier wird dann endlich mal ein echter Kompromiss gefunden.

Monokulturen, müssen ausgetauscht werden! 😉

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

2 Kommentare

genoEingestellt am: 10:14 - 15.Dezember 2018

es gibt nur eins, was auf dauer teurer ist als umweltschutz, kein umweltschutz!

    SchuppeEingestellt am: 19:19 - 25.Dezember 2018

    Der Großteil scheint zu glauben, dass nicht die jetzige Generation davon betroffen ist. Fette Gewinne auf dem Rücken der Zukunft, sind doch anscheinend was feines 😉

    Danke, für das erste botfreie Kommentar!

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