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Das Glück als eigene Leistung verbucht

Das Glück als eigene Leistung verbucht

So ziemlich jeder kennt diese Einstellung: Ich bin hier, weil ich den Weg so gegangen bin wie ich ihn gegangen bin. Eine Betrachtung, man habe nur Glück gehabt hier geboren zu sein steht nicht zur Debatte. Stattdessen regen wir uns noch auf, wenn andere Individuen einen ähnlichen Lebensstil favorisieren. Unsere Gesellschaft ist nicht darauf ausgelegt einen fairen Umgang zu gewährleisten. Auch die Art unseres Wirtschaftens ist primär darauf ausgelegt, diese Unterschiede hoch zu halten. Eine Subvention hier, ein Vertrag hier und schneller als man schauen kann, ist die lokale Produktion durch eine subventionierte Produktion ausgetauscht.

Es ist meine persönliche Leistung!

Einige sind nicht in der Lage anzuerkennen, dass unsere Umgebung einen erheblichen Teil dazu beigetragen hat. Einfache Umstände, wie beispielsweise die ständige Verfügbarkeit von Finanzmitteln, Wasser, Nahrungsmitteln und ein Dach über dem Kopf setzen wir als Normalzustand voraus. Gesellschaftliche Errungenschaften werden dabei auch als eigene Leistung verbucht (Aufbauendes Wissen). 

Das diese Verfügbarkeiten uns erst ermöglichen, anderen Tätigkeiten nachzugehen, wird nicht Rechnung getragen.

Man stellt sich dann noch hin und attestiert dem schlechter ausgestattetem Individuum Unfähigkeit bzw. mangelnden Willen, weil er so lange benötigt um sein Ziel zu erreichen.

Das Glück den “richtigen” Geburtsort getroffen zu haben.

Paul Piff, ein Sozialpsychologe, führte diverse Experimente zum Thema soziale Ungleichheiten durch und fand beim einem Experiment, mit einem Monopolyspiel, besorgniserregende Tendenzen heraus.

Das Spiel startete mit einem Münzwurf, welcher entscheiden sollte ob ein Spieler bessergestellt ist und welcher demzufolge nicht. Wer den Münzwurf gewann, erhielt, das doppelte Startgeld und jedes mal wenn er über “Los” ging, auch dort die doppelte Summe. Eine Schüssel mit Süßigkeiten wurde aufgestellt und dann wurde gespielt. Im Verlauf des Spieles demonstrierten alle bessergestellten Probanden ihre Macht, wirkten arrogant und machten sich über den Mitspieler lustig. Auch der Griff, in die Leckereien war zügelloser als bei dem benachteiligten Mitspieler. Obwohl diese Personen wissentlich mit Möglichkeiten ausgestattet waren, welche der andere Mitspieler nicht hatte.

Nach Beendigung des Spieles, wurden die Probanden befragt, warum sie den gewonnen hätten. Die meisten antworteten weil sie offensichtlich besser waren. Keine Erinnerung der Übervorteilten an die zusätzlichen Finanzmittel.

Erfolg und Erfolg, zwei verschiedene paar Schuhe?

Es scheint fast so, als gäbe es eine Konstante. Je dicker das Polster, desto asozialer die Ansichten. Beispielsweise denken einige, dass sie frei über deine Zeit verfügen können oder die Mobilitätskosten viel höher sein müssten. Klar, müssen die Mobilitätskosten einen realen Wert darstellen. D.h. die Emissionen müssten mit in die Berechnung einfließen. Dem Herren, ging es primär darum, dass er nur die besser Verdienenden in einem Fahrzeug sehen wollte. Kurz gesagt, man hält sich für was besseres, für den andere Regeln gelten. Die Automobilbranche, soll hier mal als Paradebeispiel dienen. Mondmieten werden als normal angesehen, obwohl der Kiez dadurch seine Diversität verliert. Man stellt sich dann noch in der Öffentlichkeit hin und beleidigt die demonstrierenden Bürger, weil diese ihren Lebensraum gefährdet sehen usw…

Links liegen lassen

Mir persönlich wurde Unfähigkeit attestiert, weil ich ohne Auto beim Kunden auftauchte. Ohne je für den Kunden tätig gewesen zu sein, war für den Kunden klar: “Der ist nicht erfolgreich, weil er kein Auto hat bzw. nicht meinen gesellschaftlichen Status teilt”. Mit einem Zwinkern verriet ich dem Kunden, dass ich vielleicht besser sei, als meine Kollegen. Weil ich meine Kraft nicht für sinnloses Spielzeug verschwende. Er schmunzelte und erwiderte nichts mehr, da er merkte, dass ich ihn wohl als oberflächlich klassifizierte. Höchstwahrscheinlich muss mir mein Gesicht entglitten sein, als ich den Text hörte. Auch heute bin ich noch für diesen Kunden tätig, obwohl ich mich klar abgegrenzt habe von dem was ich mir vorstelle in der Zusammenarbeit mit ihm. Die Basisaufgaben, übernimmt ein lokaler IT-Dienstleister und ich erscheine nur für die speziellen Aufgaben, an denen sich andere Dienstleister die Zähne ausbeißen.

Solche Abgrenzungen nehme ich in der Regel nur vor, wenn ich kein näheres Vertrauensverhältnis zum Kunden aufbauen möchte, da er beispielsweise nicht meinen Erwartungen entspricht oder ich ihn als problematisch einstufe.

Das Spiel hat eine begrenzte Laufzeit

Monopoly endet wenn ein Spieler die anderen erfolgreich abgezogen hat. Mit unserem Wirtschaftssystem läuft es ähnlich. Wenn also das Gleichgewicht so massiv gestört ist, dass kein Handel mehr möglich ist.

Gemeint ist das Vertrauen darauf, dass die Schuld eingelöst wird. Unser Wirtschaftssystem ist momentan so ausgelegt das immer mehr Schulden angehäuft werden. Dem logischen Verstand nach, kann es irgendwann kein Einlösen der Schuld mehr geben. Vor allem weil frisches Geld, nur über Schulden in das System kommt. Mal abgesehen, von den anderen finanziellen Abartigkeiten, welche sich Finanzexperten einfallen lassen haben.

Ist es nicht im Interesse aller, dass die Musik noch weiterspielt?

Wenn ich so in meine Glaskugel schaue, kann ich mit voller Überzeugung schreiben, wenn die Musik aufhört, dann wird die französische Revolution als kleine Erkältung klassifiziert werden im Gegensatz zu dem, was dann kommt.

Das Ende der Musik würde global ablaufen.

Hier sehe ich das BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) als Chance, die Wertschöpfung zu revolutionieren. In Zeiten des Big-Mac-Indexes, könnte auch die jeweilige Höhe des BGE festgelegt werden.

Wie besser machen?

Ich bin mittlerweile zu der Meinung gelangt, dass es besser sei, nur eine Steuer zu erheben. Diese würde für jeden gleichermaßen gelten. 50% für jede geschäftsfähige Person und keiner kann sich befreien lassen. 50% hört sich erstmal viel an. Aber das Geld ist ja nicht verloren, es wird in unsere Umwelt investiert. Strassen, Schulen, Forschung oder Schwimmbäder, dies würde die Bevölkerung dann entscheiden. Und wenn sich alle beteiligen würden, nicht so wie jetzt, dann müssten es wahrscheinlich auch keine 50% sein. Stattdessen ziehen sich die Besserverdienenden immer weiter aus ihrer marktwirtschaftlichen Verantwortung heraus (Deckelungen usw.).

In der Natur nennt man solche Organismen Schmarotzer

Jedes System erträgt nur eine gewisse Anzahl dieser Organismen. In der menschlichen Umgebung, gibt es dafür anscheinend viele Begriffe. Zinseszins, Steuerhinterziehung, Steueroase, Briefkastenfirma, Derivate, Badbank, Hochgeschwindigkeitshandel usw… All diese Begriffe drücken eines aus: Mit möglichst wenig Einsatz, hohe Gewinne einfahren und dies auf möglichst viele Schultern verteilt! Das kuriose an diesen Dingern. Sie sind, aus meiner Sicht, schwer kriminell. Dennoch lässt sie jeder Staat bewusst gewähren. Eigentlich ja nicht verwunderlich. So lange ich noch etwas von dem Kuchen abbekomme, auch wenn es nur die Krümel sind, profitiere ich ja davon. Wo die Krümel herkommen, ist mir letztendlich völlig egal. Hauptsache ich wurde nicht primär abgezogen. Ob nun von hinten durch die kalte Küche, ist für mich nicht von belang.

Bitte nur einmal, aber dann richtig!

Mit einer Steuerabgabe auf alle Produkte und Dienstleistungen, hätte der Staat weniger Arbeit mit den Kontrollsystemen und könnte sich somit gezielter auf Problembereiche konzentrieren. Keine steuerlichen Vorteile könnten geltend gemacht werden und der Staat hätte wieder die Möglichkeit die hoheitlichen Tätigkeiten durchzuführen. Förderprogramme könnten gezielt eingesetzt werden, um Verwerfungen zu beseitigen usw.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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