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Sparen bis der Arzt kommt

Sparen bis der Arzt kommt

Ein Bekannter, fragte mich mal, ob ich nicht mal meine Dienstleistungen in “seinem” Unternehmen anbieten könnte. Wie man das so macht, kommt man etwas ins Gespräch und erfährt dann Sachen die man eigentlich nie wissen wollte. Als Dienstleister bekommt man sowieso eine Menge zu sehen und zu hören. Mit den meisten Momenten geht man abgeklärt um, aber es gibt auch noch bei mir Momente, welche mich überraschen. Wie auch immer, die folgende Geschichte empfinde ich als erzählenswert, denn mir ist die Kinnlade heruntergeklappt.

Der Fuchs

Nach einigen Minuten Small-Talk kam eines ganz verstärkt auf den Tisch, der Geschäftsführer ist schwer geschäftsfähig. Sparen bis der Arzt kommt und das ohne darüber nachzudenken, ob es andere gefährdet. Das Unternehmen welches ich mir anschauen sollte, verarbeitete unter anderem Materialien mit Quarzsand, welcher nach einigen Durchläufen als Sondermüll behandelt werden muss, da sich die verarbeiteten Materialien darin anreichern. Was tut man also als Fuchs, man sucht sich eine Lösung für sein Problem. Nun Sondermüll kostet einiges in der Entsorgung, also machte sich der findige Geschäftsführer auf die Suche nach einem Abnehmer. Ein paar Telefonate und er hatte jemanden gefunden der Quarzsand gebrauchen könnte. Ein Kindergarten war also gefunden und der Geschäftsführer machte sich also bereit den Sand dort anzuliefern.

Wie jetzt?

Als der Mitarbeiter seinen Chef fragte, wohin er den Müll bringen wolle. Sagte dieser ihm, ohne mit der Wimper zu zucken, dass ein Kindergarten sich über den Sand freuen würde. Der Mitarbeiter offerierte seinem Chef die moralischen Bedenken und nach einigen Sätzen wurde der Sand dann doch fachgerecht entsorgt. Dennoch war der Mitarbeiter überzeugt von seinem Chef, da dieser offensichtlich über Fähigkeiten verfügte, welche den meisten moralisch gesunden Menschen verwährt blieben. Ehrlich gesagt war ich im ersten Moment etwas angeekelt von dem Geschäftsführer, denn ohne die Ansprache des Mitarbeiters, würden jetzt einige Kinder mit diesem Sondermüll herumspielen.

Ob es einfach nur Gedankenlosigkeit war oder nicht, dass konnte ich nicht feststellen. Ich habe schon einige Geschäftsführer gesehen, die im Kern keine Ahnung von den Abläufen in ihrer Firma hatten. Sie sind die Leute die das Geld zusammenhalten und die Firma so am Leben halten. Von daher habe ich diese Geschichte dann später als Akt der Ahnungslosigkeit für mich verbucht.

Daniel Jörg Schuppelius

Assistent für Elektronik und Datentechnik

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